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Pressespiegel

21Apr

Lübecker Nachrichten vom 21. April 2018

„Oldesloe braucht keine weiteren Supermärkte“. Die Versorgung der Oldesloer sowie der Bürger aus dem Umland mit dem Angebot der vorhandenen Supermärkten und Discountern ist ausreichend. Allerdings gibt es an einigen Standorten Potenzial für eine Erweiterung. Zu diesem Ergebnis kommt ein jetzt vorliegendes Gutachten.

Bad Oldesloe. Die Stadt hatte bei der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Hinweise für ein städtebauliches Entwicklungskonzept zu bekommen. Es wurde während der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vorgestellt. Und die GMA-Experten kamen zu der Erkenntnis, dass sowohl bei den Supermärkten als auch bei Discountern kein Bedarf für eine Neuansiedlung in Bad Oldesloe bestehe. Jede weitere Ansiedlung führe zu erheblichen Umverteilungen innerhalb der bereits vorhandenen Geschäfte. Allerdings wird in dem Gutachten darauf hingewiesen, dass den wichtigen Discountern für die Nahversorgung eine „Entwicklungsmöglichkeit auf ein zukunftsfähiges Format“ eingeräumt werden solle.

Nach Ansicht der Fachleute könnten moderne Supermärkte in Zukunft eine Verkaufsfläche von bis zu 1800 Quadratmetern beanspruchen. Auch Discounter müssten in Bad Oldesloe vermutlich ihre Verkaufsfläche deutlich erhöhen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu blieben. In einigen Fällen gebe es Verkaufsflächen von weniger als 800 Quadratmetern – und dies werde künftig sicherlich nicht mehr ausreichen. In dem GMA-Gutachten wird hervorgehoben, dass die umsatzstärksten Betreiber im Lebensmittelhandel ihr Standortnetz weiterhin konsequent optimierten und modernisierten. Das geschehe möglicherweise durch einen Neubau oder die Erweiterung der Verkaufsflächen.

Bauamtsleiter Thilo Scheuber betonte, es habe durchaus schon Anfragen von Unternehmen wegen baulicher Veränderungen gegeben. Und dabei komme die Stadt ins Spiel. Erweiterungen müssten planerisch begleitet werden, erläuterte Thilo Scheuber. Es seien also Entscheidungen durch die Kommunalpolitiker notwendig.

Und die würden sich nach den aktuellen Äußerungen der möglichen Erweiterung von Verkaufsfläche nicht verschließen. Stadtverordneter Matthias Rohde (FBO) betonte, Bad Oldesloe befinde sich in einer Konkurrenzsituation mit anderen Orten: „Wir müssen deshalb ein gutes Angebot in der Stadt haben.“ Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) kritisierte, in dem vorliegenden Gutachten fehlten, Hinweise, ob der Standort eines Supermarkes oder eines Discounter gefährdet sei. Der CDU-Stadtverordnete Uwe Rädisch wies darauf hin, das die Stadt dank der Beschlüsse im Rahmen der Bauleitplanung weiteren Einfluss auf die Entwicklung nehmen könne.

Für Diskussionen sorgte der Hinweis, das Kaufkraftniveau in Bad Oldesloe sei im Laufe der vergangenen zehn Jahre gesunken, während es in anderen Städten des Kreises zugenommen habe. „Das überrascht schon“, so Uwe Rädisch. Immerhin habe die Stadt weitere Baugebiete – unter anderem am Steinfelder Redder – ausgewiesen, um damit die Kaufkraft stärken zu können. Leider sei das Gegenteil der Fall gewesen. Stadtverordneter Hendrik Holtz (Linke) betonte, auch in Bad Oldesloe gebe es prekäre Arbeitsverhältnisse, die zu geringeren Einkommen führten.

Von Michael Thormählen