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Pressespiegel

19Apr

Stormarner Tageblatt vom 19. Oktober 2018

Mensa: Hier schmeckt’s. „Frisch in die Pfanne und auf den Tisch“ – neue Betreiber stellen sich im Sozialausschuss vor.

Bad Oldesloe. Begeisterung, Freude, Lob, ja sogar ein Anflug von Euphorie – das alles sind Begriffe, die vor einem Jahr garantiert nicht mit der Mensa im Oldesloer Schulzentrum an der Olivet-Allee in Verbindung gebracht worden wären. Damals gab es wütende Eltern, frustrierte Schüler, Beschwerden über Störungen, Unklarheiten über Zuständigkeiten zwischen den Schulen und das Essen wurde schwer kritisiert.

„Sie kennen mich vielleicht noch aus einem anderen Zusammenhang. Damals war es nicht so schön für mich“, erklärte Janine Irentschiuk bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Irentschiuk hatte damals die Leitung der Mensa als Angestellte der Firma Dussmann übernommen. „Es war für mich das Gefühl, ins kalte Wasser geworfen worden zu sein. Es gab ja regelrecht Aufstände in der Mensa, wir hatten nur noch rund 80 Nutzer am Tag. Das ist bei deutlich über 2000 Schülern echt ein Witz“, so Irentschiuk. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchte sie schon damals, das Ruder rumzureißen. „Mit ihr als Mensaleitung verbesserte sich schon manches“, erklärt Sven Baumann, stellvertretender Schulleiter der Ida-Ehre-Schule, im Rückblick. Doch Dussmann sah die Mensa als nicht rentabel an, fühlte sich anhaltender Kritik ausgesetzt und kündigte die Verträge mit der Stadt.

Bei der Neuausschreibung schien ein anderer Caterer die Nase vorn zu haben, doch dieser zog sich – aus Sicht der Verwaltung überraschend – kurzfristig doch noch zurück. In diesem Moment sprang Irentschiuk mit ihrem neuen Lebenspartner Timo Skudlarz spontan ein. Als „Lückenfüller“ übernahmen sie in einer „Nacht- und Nebelaktion“ die Mensa, damit der Betrieb ohne Unterbrechung weitergehen konnte. Skudlarz war zuvor unter anderem Küchenchef bei Niederegger Marzipan in Lübeck, leitete eine Kochschule in Bad Segeberg und betreibt dort seit 2016 ebenfalls eine Schulcafeteria.

„Ich habe alles durch. Eigentlich bin ich Oldesloer, aber vor 15 Jahren leider nach Bad Segeberg gezogen. Jetzt komme ich gerne zurück“, stellte sich Skudlarz im BSKA vor. „Ich habe alles durch – bei Niederegger, als Strandkioskbetreiber oder Kochschulchef. Seitdem ich in Bad Segeberg am Gymnasium die Verpflegung der Schüler übernommen habe, hat sich aber auch in mir etwas geändert. Ich habe gemerkt, dass es genau das ist, was mir Freude bereitet“, so Skudlarz. „Wir haben immer Ideen, sitzen auch noch um Mitternacht zusammen. Wir wollen etwas aus der Mensa machen. Es ist ein toller Ort, mit sehr viel Potenzial. Wir bieten modernes, frisches Essen an. Ich möchte nicht gegen Caterer schimpfen, aber bei uns soll alles frisch in die Pfanne und auf den Tisch und nicht nur aufgewärmt werden“, erklärt er. „Ich hatte schon unter Dussmann viele neue Ideen, aber jetzt kann ich sie auch umsetzen. Ich bin gerne die Mensa-Mutti, die sich auch Probleme anhört und für die Schüler da ist. Wir haben es geschafft schon einen deutlichen Zuwachs bei den täglichen Nutzern zu schaffen“, erklärt Irentschiuk.

Der komplette Verzicht auf Süßwaren – wie er einst von der Lokalpolitik mit Blick auf die Mensa gefordert wurde – sei allerdings nicht richtig. Daher biete man „90 Stück Süßigkeiten am Tag an“. „Wir verhindern damit, dass die Kinder die Bäckereien besuchen.“ Das dürfen die zwar laut Schulordnung nicht, aber daran halte sich kaum jemand. Wenn die 90 Stück verkauft seien, gebe es keinen Nachschub. Es sei nicht so, dass den Betreibern das Naschi aus den Händen gerissen werde. „Die Schüler freuen sich viel mehr über frischen Salat oder frische Brötchen“, so Irentschiuk.

Im Rahmen der Maßnahme wurden die einzelnen Kioske an den Schulen geschlossen. „Das war wirtschaftlich und logistisch nicht zu verantworten. Wir haben dieses Angebot jetzt zentriert für die TSS, die TMS und die Ida-Ehre Schule bei uns“, sagt Irentschiuk.

„Seitdem das neue Team die Leitung übernommen hat, bekomme ich nur positive Rückmeldungen“, so Baumann. Er bedankte sich gemeinsam mit IES-Schulleiter Andreas Bielke für die „erstklassige Zusammenarbeit mit der Stadt. Der Prozess war anstrengend, aber gut.“ „Das kann ich nur zurückgeben. Es waren sehr gute Gespräche“, bestätigte auch Thomas Sobczak, Bürgeramtsleiter der Stadt.

Die Oldesloer Lokalpolitiker nahmen die positive Stimmung dankbar auf. Hajo Krage (SPD) erkundigte sich, ob die zuvor bestehenden Streitigkeiten zwischen Schülern beigelegt worden seien. Es sei ein Mensa-Coach gefunden worden, so die Antwort, der aber eigentlich gar nicht mehr einschreiten müsse. „Ich freue mich sehr über die Entwicklung. So hatte ich mir das alles immer gewünscht. Die verfahrene Situation, die es unter dem alten Betreiber gab, hat sich damit gelöst“, freute sich Dagmar Danke-Beyer (Grüne). Patrick Niemeier