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Pressespiegel

09Mär

Stormarner Tageblatt vom 9. März 2018

Leuchtturmprojekt Hospiz. Das stationäre Hospiz „Lebensweg“ für Stormarn steht kurz vor der Realisierung.

Präsentieren stolz das Hospiz-Modell: (v.l.) Jörg Schumacher und Dr. Martin Lüdiger von der Sparkasse Holstein, Sabine Tiedtke vom Hospizverein Lebensweg, Thomas Schell vom Palliativnetz Travebogen und Dipl. Ingenieur Kay Gladigau. srp

Bad Oldesloe. Es ist ein Leuchtturm-Projekt der Superlative und eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht: Die Realisierung des Stormarner Hospizes „Lebensweg“ steht nach fünf Jahren Vorlauf- und Planungszeit endlich in den Startlöchern. Die Baupläne sind eingereicht, der Abschluss des Kaufvertrages mit der WAS (Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH) für das 4000 Quadratmeter große Grundstück am Sandkamp steht unmittelbar bevor und Mitte des Jahres soll Grundsteinlegung sein.

„Mitte des kommenden Jahres wollen wir dann den Betrieb unseres stationären Hospizes aufnehmen“, sagt Sabine Tiedtke, die sich vor fünf Jahren als „Einzelkämpferin“ mit einer Vision für ein Stormarner Hospiz auf den Weg machte und inzwischen neben 212 Vereinsmitgliedern auch jede Menge gewichtige Mitstreiter an ihrer Seite hat.

Der momentan größte Partner ist die Sparkasse Holstein, die eigens für die Beschaffung von Mitteln für den Hospizbetrieb eine Stiftung gründete: die Sparkassen-Hospizstiftung. Es ist die nunmehr 18. Stiftung der Sparkasse Holstein, und Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftungen, glaubt fest an einen Erfolg für das Hospiz. „Was wir als Sparkasse machen, ist immer ganz, richtig und nachhaltig. Das wird 100-prozentig funktionieren.“ Schließlich kennt Jörg Schumacher die Initiatorin Sabine Tiedtke schon seit fast 40 Jahren, denn 1980 begann die Oldesloerin bei der Sparkasse ihre Ausbildung als Bankkauffrau und arbeitete dort 17 Jahre lang, bevor sie sich beruflich umorientierte und Krankenschwester wurde. Sie ist also „vom Fach“ und holte sich deshalb vor einiger Zeit Hilfe und Rat für die finanzielle Umsetzung ihres Traumes bei ihrem ehemaligen Chef.

„Zuerst habe ich gedacht, sie ist wahnsinnig“, gesteht Schumacher. Doch dann ließ er sich von Sabine Tiedkes Begeisterung für das Hospiz anstecken und entwarf ein wahrhaft kompliziertes Konstrukt, um das Projekt auf solide finanzielle Füße zu stellen. Neben vier verschiedenen Sparkassenstiftungen beteiligen sich unter anderem auch das Land und der Kreis an der Finanzierung des Investitionsvolumens von 3,5 Millionen Euro.

„Unglaublich, was hier gerade passiert. Wir sind ein tolles Team, das ist gelebtes Netzwerk“, sagt die 55-Jährige, die vom Stormarner Tageblatt zum „Mensch des Jahres 2015“ gekürt wurde. Zum erfolgreichen Team gehört auch Thomas Schell, Geschäftsführer des Palliativnetzes Travebogen. Es werde Zeit, dass Stormarn als landesweit reichster Kreis endlich ein stationäres Hospiz bekomme. „Ein Hospiz bietet die günstigste Versorgung sterbenskranker Patienten und erspart den Krankenkassen Kosten“, so Schell: „Was hier entsteht, ist klasse!“

Ein gutes und sicheres Finanzpolster werde für den Betrieb sehr wichtig sein, gibt Kay Gladigau zu bedenken. „Ein Hospiz wird immer und grundsätzlich finanzielle Verluste machen. Deshalb ist es immens wichtig, dass wir ein großes Netz von Finanzierern haben.“ Der Oldesloer Diplom-Ingenieur ist Mitglied im Förderverein Lebensweg und engagiert sich auch als Fachmann stark für den Hospizbau. Und dessen Architektur bietet jede Menge Besonderheiten. Neben zwölf Patientenzimmern gibt es ein Gästezimmer und zwei Appartements für Angehörige, die dort auch länger untergebracht werden können. Das 1100 Quadratmeter große Gebäude ist komplett ebenerdig, nur im Zentrum, der so genannten Dorfmitte, soll ein erhöhtes Atrium entstehen. Es sind außerdem ein Küchenbereich zum täglichen Kochen, ein großer Schulungsraum und ein Raum der Stille geplant. In einem großen Foyer werden alle Gäste willkommen geheißen, außerdem lädt ein kleiner Garten mit Bänken zum Verweilen ein. Das Grundstück am Ende einer Sackgasse hinter dem Baubetriebshof ist stadtnah, die Lage dennoch ruhig. „Wir wollen ein Familienhospiz für alle Generationen sein“, betont Sabine Tiedtke, die das Hospiz allen interessierten Bürgern am 19. April im Bürgerhaus mit einem „virtuellen Rundgang“ vorstellen möchte. Susanne Rohde