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Pressespiegel

27Feb

Lübecker Nachrichten vom 27. Februar 2018

Landwirtschaftliche Wege sind mit Rissen übersät Müssen Anlieger in Bad Oldesloe bei einer Sanierung Beiträge zahlen?

Eine Szene aus der vergangenen Woche: Große Schäden weist auch der Schäperbarg auf. Er hätte schon saniert werden sollen.

Olaf Heinrichs, der als Diplom-Ingenieur des Asphalt-Labors Wahlstedte im Auftrag der Stadt den Zustand der Strecken überprüft hatte, machte während einer öffentlichen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses keinen Hehl daraus, dass bei diesem Thema endlich gehandelt werden sollte: „Die landwirtschaftlichen Wege hätten eigentlich schon vor fünf bis zehn Jahren erneuert werden müssen.“

Experten hatten 2017 vier Bereiche unter die Lupe genommen: den Schäperbarg, die Strecke Schadehorn/Niendeel, den Steinfelder Redder sowie den Weg zwischen Seefeld und Havighorst. Überprüft seien dabei Längen zwischen 750 Metern und 1,9 Kilometern, erläuterte Olaf Heinrichs. Und in der Feldmark außerdem der bebauten Ortschaften zeige sich ein fest identischen Bild: Es gebe vielerorts zahlreiche Risse in den Oberflächen, die Asphaltschichten seien inzwischen stark beschädigt oder sogar vollständig zerstört worden. Der Diplom-Ingenieur richtete außerdem den Blick zurück. Die Wege seien in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegt worden. Damals sei oberhalb des Unterbaues eine Trag- und Deckschicht mit einer Stärke von sechs bis acht Zentimetern verlegt worden. Das sei zu jener Zeit auch ausreichend gewesen, erläuterte Olaf Heinrichs.

Denn in ersten Linie sollten die Strecken von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden, die ein Gewicht von rund fünf Tonnen auf der Achse hatten: „Jetzt gehen wir von zehn Tonnen aus.“

Immerhin habe sich im Laufe von 50 Jahren die landwirtschaftliche Technik weiter entwickelt, und Fahrzeuge seien erheblich schwerer geworden. Zum Vergleich: Mittlerweile wird für Radwege eine Deckschicht mit einer Stärke von mindestens zwölf Zentimetern verlegt.

Im Laufe der vergangenen Jahre, so die Feststellungen des Asphalt-Labors, habe es zwar immer wieder Ausbesserungsarbeiten gegeben. Dies habe aber nicht dazu geführt, die „eigentliche Restdauer noch zu verlängern“. Alle Strecken müssten nach 40 bis 50 Jahren erneuert werden. Dies sei auch mit Hilfe von Kernbohrungen ermittelt worden. „Die großen Risse in der Oberfläche zeigen, dass die landwirtschaftliche Wege mit ihrer Restdauer am Ende sind. Und das trifft für alle Wege zu“, stellte der Diplom-Ingenieur fest.

Er sprach sich auch für eine mögliche Verbreiterung der Strecken aus. Zwei Fahrzeuge könnten sich kaum problemlos begegnen. Bei Ausweichmanövern sei in vielen Bereichen der Rand beschädigt worden, so Olaf Heinrichs.

„Eine grundhafte Erneuerung hat es bisher nicht gegeben“, bestätigte Bauamtsleiter Thilo Scheuber, auf Anfrage. Allerdings seien die Aspekte der Verkehrssicherheit beachtet worden. Bei einer möglichen Sanierung der landwirtschaftlichen Wege spielten auch Straßenausbaubeiträge eine Rolle. „Nach der aktuellen Rechtslage müsste die Stadt Beiträge nehmen“, erläuterte Thilo Scheuber. Das Thema Ausbaubeiträge wird zurzeit intensiv von den Parteien und Fraktionen in Bad Oldesloe diskutiert. „Wir wollen die Politik dazu neu befragen“, so der Fachbereichsleiter.

Zu möglichen Kosten gibt es nur ungefähre Schätzungen. Die Stadtverwaltung ging davon aus, dass bei einer Sanierung und dem Einbau einer neuen Tragschicht von neue Zentimetern rund 100000 Euro pro Kilometer investiert werden müssten. Sollten die landwirtschaftlichen Wege allerdings grundlegend erneuert werden, fielen deutlich höhere Ausgaben an - dann müsste auch der Unterbau ausgetauscht werden.