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Pressespiegel

20Feb

Stormarner Tageblatt vom 20. Februar 2018

Sonntag kein Umsatzträger. Wirtschaftsvereinigung plädiert dafür, den Extra-Verkaufstag an bestehende Veranstaltungen anzudocken.

Valentine and The True Believers waren vergangenes Jahr beim Pflaster-Art-Festival dabei. Olbertz

Bad Oldesloe. Gibt es in Oldesloe auch dieses Jahr wieder verkaufsoffene Sonntage? Ursprünglich sah es nicht danach aus, doch aktuell scheint es wieder ein Team um Koordinator Hans-Jörg Steglich zu geben, das an vier Sonntagen ein Programm auf die Beine stellen will. Die Entscheidung fällt der Bürgermeister zwar im Alleingang, doch trotzdem steht das Thema auf der Tagesordnung des morgigen Hauptausschusses. Es ist bereits bekannt, dass im September der verkaufsoffene Sonntag mit der Veranstaltung Pflaster-Art kombiniert werden soll. Darüber hinaus soll das Motto im März „Bad Oldesloe ist attraktiv und mobil“ lauten. Im Mai soll es „Sag ja zu Bad Oldesloe“ sein und im November ein „Lichtzauber“.

Für die Verkaufs-Sonntage stehen wie in den Vorjahren wieder 16 000 Euro im Haushalt bereit. Die Gelder sind allerdings mit einem Sperrvermerk versehen und müssten noch vom Hauptausschuss freigegeben werden. Da das Pflaster-Art-Wochenende bereits mit 15 000 Euro aus dem städtischen Etat finanziert wird, ist davon auszugehen, dass für den September-Sonntag nicht der volle Betrag benötigt wird. „Ich werde natürlich darauf achten, dass die Mittel richtig eingesetzt werden“, verspricht Agnes Heesch, Stadtmarketing: „Vollumfänglich werden ja nur drei Veranstaltungen organisiert.“ Da die entsprechenden Konzepte erst sehr kurzfristig vorgelegt worden seien, sei noch nichts entschieden.

Die Oldesloer Wirtschaftsvereinigung hat unter ihren Mitgliedern eine Umfrage gestartet. Von den 62 Befragten haben 54 geantwortet. Im Bezug auf die Wirtschaftlichkeit des verkaufsoffenen Sonntags ist nur jeder fünfte Unternehmer überzeugt, dass sich der zusätzliche Verkaufstag als Umsatzträger eignet. 50 Prozent der befragten Unternehmer bewertet den verkaufsoffenen Sonntag dahingehend als mangelhaft oder ungenügend. 57 Prozent der befragten Geschäftsleute sprachen sich für „alternative Aktionen“ zum verkaufsoffenen Sonntag aus. Lediglich ein Drittel sei bereit, sich am verkaufsoffenen Sonntag mit Aktionen, die das jeweilige Veranstaltungsmotto aufgreifen, zu beteiligen. „Wir sind nicht gegen verkaufsoffene Sonntage“, stellt Vorstandsmitglied Nicole Brandstetter klar. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass in der Vergangenheit oft Kritik geäußert worden war, dass es zu wenig Beteiligung der Geschäftsleute gab. „Das steht wieder zu befürchten“, sagt Brandstetter. Sie wirft deshalb die Frage auf, ob es angesichts der finanziellen und personellen Ressourcen sinnvoll sei, neue Veranstaltungen zu erfinden. „Wenn ein Großteil jetzt schon sagt, ‚Ich werde nichts machen‘, muss ich meine Mittel doch anders einsetzen. Ist es dann nicht sinnvoller, an bestehende Veranstaltungen anzudocken und so noch mehr Menschen anzuziehen?“, fragt sie – auch angesichts der aktuellen Rechtsprechung. Der Aufwand, um rechtssicher Sonntags-Veranstaltungen zu machen, werde deutlich größer. Neben Pflaster-Art sei das Stadtfest so ein etablierter Termin.

„Auf gar keinen Fall“, kontert Hans-Jörg Steglich: „Stadtfest – da haben alle Händler abgewunken. Das geht gar nicht.“ Er vermutet, dass die Umfrage-Ergebnisse der Wirtschaftsvereinigung darauf zurückzuführen sind, dass viele Mitglieder aus den Randbereichen der Stadt kämen und bei denen Aktionen in der Innenstadt natürlich weniger Gewicht hätten. Steglich: „Wir wollen umsetzen, dass Besucher einen schönen Tag in der Innenstadt haben. Was die Geschäftsleute letztlich daraus machen, dafür sind sie selbst verantwortlich.“

Bürgermeister Jörg Lembke stellt klar, dass mit der Stadtverordnung über die verkaufsoffenen Sonntage noch keine Aussage über die Zulässigkeit gemacht werde. „Das prüfen wir separat“, so Lembke: „Da kann es durchaus passieren, dass wir sagen: Die Läden müssen zu bleiben, weil das Konzept nicht trägt.“ Andreas Olbertz