Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

17Feb

Stormarner Tageblatt vom 17. Februar 2018

Neues Leben für altes Gut. Altfresenburg soll Heimstatt für Unternehmen, Vereine und alle Generationen werden.

Ist-Zustand: So sieht es auf Gut Altfresenburg aus.

Der Entwurf für das Gut Altfresenburg. Seit 2010 steht es leer.

Stellten ihr ambitioniertes Vorhaben im Bau- und Planungsausschuss vor: Astrid Kühl und Martin Reitzig. Die Gremiumsmitglieder waren begeistert. nie

Bad Oldesloe. Sie haben eine große Vision für das Gut Altfresenburg bei Bad Oldesloe – so groß, dass Astrid Kühl und Martin Reitzig sogar selbst ein wenig Druck aus der Bearbeitung eines neuen Bebauungsplans nehmen, denn: „Was wir dort entstehen lassen wollen, ist wohl eine Lebensaufgabe“, erklärt Reitzig. Das Ehepaar präsentierte seine ambitionierten Pläne erstmalig dem Oldesloer Bau- und Planungsausschuss (BPA).

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern wollen die beiden das Gelände und das Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert in den nächsten Jahren renovieren und zu neuem Leben erwecken. „Leben und arbeiten sollen auf einem Gelände möglich sein – das war ja früher nicht ungewöhnlich. Noch dazu sollen verschiedene Generationen dort leben. Wir möchten den Hof außerdem autofrei halten, so dass Tiere und Kinder sich dort frei bewegen können“, erklärte Reitzig.

Auf dem sanierten Hof sollen sich unterschiedliche Unternehmen, Selbstständige und Vereine ansiedeln, die sich für nachhaltige Themengebiete interessieren oder engagieren. „Unsere Vision ist ein Zentrum für „Energie, Umwelt und Gesundheit zu entwickeln. Alles ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt“, erklärt Astrid Kühl.

Seit 2016 befinde sich das Gut in den Händen der neu von ihnen gegründeten „Gut Alfresenburg GmbH und Co. KG“. Das vom bekannten klassizistischen Architekten C.F. Hansen gebaute Gutshaus – der auch das Oldesloer Rathaus erschuf – und die Nebengebäude seien dringend sanierungsbedürftig. Die letzte Renovierung des Gutshauses fand 1979 statt, seit 2010 steht das Gebäude leer. „Wir haben schnell festgestellt, dass es gut war, dass wir uns mit den ersten Renovierungen Zeit gelassen haben oder Zeit lassen mussten, hätten wir das in Eile gemacht, hätten wir die zahlreichen Schätze gar nicht heben können, wie zum Beispiel Originalwandmalereien im Gutshaus“, so Kühl. „Es soll später dann neben den Wohnungen und Büros bei uns Übernachtungsplätze geben, Seminarangebote, ein Hofcafé und insgesamt möchten wir uns an der historischen Architektur orientieren“, berichtete Reitzig. Aus ganz Deutschland habe er mittlerweile schon Anfragen bekommen, von Menschen, die an dem Projekt mitwirken wollen oder später auf dem neu gedachten „Gut Altfresenburg“ leben wollen. „Manche sind jetzt schon hier in die Nähe gezogen und warten darauf, dass es losgeht.“

Reitzig sieht viele Vorteile für Bad Oldesloe und Umgebung. „Wir siedeln so Unternehmen und Selbstständige aus wichtigen Wachstumsbranchen an. Wir schaffen somit zukunftsfähige Arbeitsplätze und erhöhen das Angebot an Wissen und Lösungen für die Region“, so der Investor. Gleichzeitig schaffe man nachhaltigen Lebensraum durch die Umnutzung einer vorhandenen historischen Substanz. In der Folge ziehen neue Bürger nach Bad Oldesloe. „Es ist ein Modellprojekt für natürliches, nachhaltiges Leben mit einer möglichen Leuchtturmfunktion“, erklärte er das Konzept weiter. „Unser Konzept bereichert auch das Kultur- und Freizeitangebot in der Region. Eine Sehenswürdigkeit wird wiederbelebt. Das fördert den Tourismus und wir schaffen Angebote für Tages- und Übernachtungsgäste. Insgesamt ist das eine Profilierungsmöglichkeit für die Stadt und die Region“, sagte Reitzig.

Das Ziel des Projekts sei es auch, mindestens eine Teil-Autarkie zu erreichen. So soll die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Energie möglichst durch eigenen Anbau beziehungsweise eigene Energiegewinnung gesichert werden. „Das ist natürlich auch eine Herausforderung, aber bei Obst und Gemüse ist das bestimmt auch mindestens zu schaffen“, so die beiden Investoren.

Die Mitglieder des BPA zeigten sich begeistert von dem Großprojekt. „Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Da kann man sich nur wünschen, dass das klappt“, sagte Matthias Rohde (FBO). „Ich bin ja Quartiersmanagerin und mit der Entwicklung von Stadtteilen beschäftigt, allein aus dieser Sicht bin ich natürlich schon begeistert, aber ich denke es geht den anderen Ausschussmitgliedern auch so“, sagte die Gremiumsvorsitzende Maria Herrmann (SPD). „Das Konzept erscheint mir klasse“, erklärte auch Uwe Rädisch (CDU).

Patrick Niemeier