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Pressespiegel

12Feb

Stormarner Tageblatt vom 12. Februar 2018

Diskussion über leere Wohnungen. Oldesloer Verwaltung will leerstehende Flüchtlingswohnungen abstoßen.

Die zentrale Flüchtlingsunterbringung im ehemaligen Schwesternwohnheim in Bad Oldesloe.Nie

Bad Oldesloe. 156 geflüchtete Menschen leben derzeit in Bad Oldesloe. Das berichtete Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak im Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss. 84 von ihnen in angemieteten Wohnungen, 72 in den Gemeinschaftsunterkünften. Die meisten Geflüchteten stammen aus Afghanistan (50), Syrien (48) und dem Irak (25). In der Gemeinschaftsunterkunft Kastanienallee sind 39, in der am Sandkamp 33 Menschen untergebracht. Am Sandkamp könnten 59, in der Kastanienallee sogar 100 Geflüchtete leben. „Insgesamt sind die Zahlen und Prognosen rückläufig“, so Sobczak.

Verwundert reagierten einige Ausschussmitglieder allerdings darauf, dass sieben angemietete Wohnungen leer stehen. Für diese zahlt die Stadt, aber in ihnen leben keine Flüchtlinge. Auch für den normalen Wohnungsmarkt sind diese Wohnungen nicht nutzbar. Aus Kostengründen möchte Bürgermeister Jörg Lembke diese Mietverträge möglichst kündigen.„ Wenn wir freie Wohnungen haben, warum leben dann doch noch so viele Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften?“, fragte Hajo Krage (SPD). Lembke und Sobczak erklärten, dass es nicht immer möglich sei, die „passenden Flüchtlinge“ zu einer Wohnung zu finden. Eine weitere Wohnung sei behindertengerecht eingerichtet. Dort könne nur ein Geflüchteter mit körperlichem Handicap einziehen. „Ich möchte über Menschen reden, nicht über Zahlen. Ich könnte sofort Flüchtlingsfamilien nennen, die Wohnungen suchen“, berichtete Karin Hoffmann (Die Grünen) von Erfahrungen im Treffpunkt „Kaktus“. Ihr Parteikollege Hartmut Jokisch wunderte sich. Er erlebe zunehmend, dass Wohnungen gesucht werden. Ilka Lambke-Muszelewski,Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Kastanienallee, erklärte, dass manche Flüchtlinge einfach noch nicht so weit seien. Außerdem knüpfe man eine eigene Wohnung an Bedingungen wie: Integrationsbemühungen und Deutschkenntnisse.

„Handelt es sich bei der Idee, die Wohnungen zu kündigen, um eine reine Sparmaßnahme oder glaubt man, sie nicht mehr zu brauchen? Es gibt schließlich einen klaren politischen Beschluss“, sagte Annika Dietel (SPD). „Es ist schon beides. Wir hoffen natürlich, irgendwann gar keine Wohnungen mehr anmieten zu müssen und sparen wollen und müssen wir auch“, so Lembke. Sobczak reagierte etwas angefasst auf die Kritik. Die Verwaltung habe sehr viel für die Intergration und die Bewältigung der Situation getan

Die Ausschussmitglieder entschieden, dass das Wohnungsraum- und Integrationskonzept nochmal ausführlich vorgestellt und in einer zukünftigen Sitzung diskutiert werden soll.

Patrick Niemeier