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Pressespiegel

05Mai

Stormarner Tageblatt vom 5. Mai 2018

Stormarner Wochenschau – Betrachtungen zum Wochenausklang. Gibt’s das auch in knitterfrei?

KARIKATUR: MEGI BALZER

Ungebügelt Hat unser Grundgesetz wirklich nichts besseres verdient? Ist das wirklich noch eine Würdigung der „Mütter des Grundgesetzes“ da hinten in der Ecke des Kub-Foyers, knitterige Plakate, lieblos über Stellwände gehängt. Dieser Tage muss sowieso wieder alles eingepackt werden, weil erst mal die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs präsentiert werden. Sorry, aber das hat das Grundgesetz nicht verdient. Oldesloes Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit scheint mit der von ihr initiierten Ausstellung selbst nicht so ganz glücklich zu sein. Wie sie erzählte, seien ihr die Exponate als Dateien zur Verfügung gestellt worden. Das Bauamt mit seinen großen Plottern habe sie dann ausgedruckt und der Bauhof sie auf Trägerplatten geklebt. Tolles Teamwork könnte man meinen, aber das ist es eben selbst bei genauem Hinsehen nicht. „Erschütternderweise würden die ihre Tapeten nicht so an die Wand kleben“, sagte Marion Gurlit bei der Präsentation. Allerdings muss man deutlich sagen: Tapezieren gehört ganz sicher nicht zu den Kernkompetenzen, die Bauhofmitarbeiter haben sollten. Vielleicht hätte die Gleichstellungsbeauftragte lieber bei den Parteien um Unterstützung bitten sollen. Die haben reichlich Erfahrungen und Tipps im Bekleistern von Wahlplakaten. Obwohl ... auch die haben erkannt, dass plakatieren eine echte Scheißarbeit ist und sind deshalb zum größten Teil auf fertige Plastikplakate umgeschwenkt.

Kurs halten „Endlich!“ Und: „Gott sei Dank“ müsste man laut ausrufen. Bad Oldesloe hat sich davon verabschiedet, sich von Investoren treiben zu lassen, sich von Geldgebern vorschreiben zu lassen, was städtebaulich geht und was nicht – naja, zumindest bei einem Projekt: Der zukünftigen Gestaltung des ehemaligen VHS-Geländes.

Für den Realisierungswettbewerb sind zwar nur drei Vorschläge eingereicht worden, aber ob zehn Entwürfe wirklich mehr Qualität bedeutet hätten ... das weiß natürlich niemand. Jetzt gibt es einen Siegerentwurf, dessen Qualität unstrittig ist, jetzt gibt es eine eindeutige Marschrichtung: Da wollen wir hin, so stellen wir uns das zukünftig vor! Und da der Stadt die Flächen gehören, hat sie auch alle Fäden in der Hand. Fast. Okay, die abgebrannte Moog Villa, dieser Schandfleck am Kirchberg, gehört nicht der Stadt, die haben die St-Jürgen-Investoren gekauft. Das alte Gebäude links neben der VHS gehört der Lebenshilfe – aber da sollten sich doch Lösungen finden lassen.

Feines Näschen Guck mal einer an, da hatte Oldesloes Kulturmanagerin Inken Kautter wohl den absolut richtigen Riecher: Das Autokino-Event auf dem Exer war ein voller Erfolg. Das ist zwar schön, war aber nicht unbedingt vorher zu erwarten. Okay, das Wetter hat mitgespielt, was bei Open-Air-Events ja auch nicht ganz unerheblich ist. Das alleine reicht aber nicht, um den Erfolg zu erklären. Autokino ist offensichtlich wieder in – warum auch immer. Und Inken Kautter hat diesen Trend rechtzeitig gespürt und die Veranstaltung für die Kreisstadt eingetütet. Vielleicht war es auch nur Glück – egal. Entscheidend ist doch, dass es gut war und Rufe nach einer Wiederholung laut wurden. Besser kann es doch nicht laufen.

Aber vielleicht geht es ja billiger. Der Spaß hat schließlich 15 000 Euro gekostet. Umgerechnet wurde also jedes Fahrzeug mit mehr als 60 Euro bezuschusst. Das ist natürlich nicht ohne. Andreas Olbertz