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Pressespiegel

20Okt

Stormarner Tageblatt vom 20. Oktober 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Alles logo? Wohl eher nicht

Ausgegraben Zugegeben, die Geschichte ist etwas unübersichtlich und gärt schon länger vor sich hin. 2012 startete die Stadt Bad Oldesloe mit der „strategischen Markenentwicklung“. Fünf Jahre später ist ein Ende immer noch nicht in Sicht. Und die Verwaltung scheint darauf zu setzen, dass sich keiner mehr erinnert oder nachschlägt, was im Laufe der Jahre eigentlich beschlossen worden ist. Stattdessen versucht sie offensichtlich, in der Logo-Debatte ihr eigenes Ding durchzuziehen. Und wäre damit auch tatsächlich durchgekommen – wäre da nicht das liebe Geld, das zusätzlich bewilligt werden muss. Inzwischen stoßen sich einige Politiker an dem Logo, aber nicht am Verfahren.

Der Reihe nach. Also 2012 wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe mit der Überarbeitung der Leitsätze zu beauftragen. Nach zwei Sitzungen wurden die Ergebnisse im April 2014 präsentiert. Ergebnis: Die Leitsätze wurden sprachlich ein bisschen überarbeitet. Quasi in einer Art Preisausschreiben sollte die Oldesloer Bevölkerung eingebunden werden, die Wort-Bild-Marke zu visualisieren und einen Slogan zu entwerfen. Die Sieger sollten jeweils 300 Euro bekommen. Für 7000 Euro sollte daraus schließlich ein Handbuch entwickelt werden. Dann passiert eine Weile nichts. Im Februar 2016 taucht das Thema wieder auf der Tagesordnung auf. In der Sitzungsvorlage für den Hauptausschuss wird ausgeführt, „eine häufige Änderung oder gar Austausch können zu Verlusten des Wiedererkennungswertes und der Glaubwürdigkeit führen“. Die bestehende Marke habe sich in den Köpfen festgesetzt, die Marke werde wahrgenommen und identifiziert. „Eine grundlegende inhaltliche Neuausrichtung wird dabei nicht festgestellt.“

Quasi als logische Konsequenz beschließt der Ausschuss „eine behutsame Auffrischung“ – für 500 Euro. Das Anwenderhandbuch soll die Verwaltung erstellen. Dafür sind 3500 Euro eingeplant. Und was haben wir jetzt? Keine Einbindung der Öffentlichkeit, ein komplett neues Logo für 3000 Euro und ein Handbuch, dass gut 11 000 Euro kosten soll. Die einzige Konstante, die sich durch all die Jahre zieht, ist die Anmeldung zum Markenschutz für 1500 Euro. Macht zusammen 16 000 Euro.

Das Logo kann man genial finden oder nicht – darin eine „behutsame Auffrischung“ zu sehen, braucht schon viel Phantasie. Das Angebot mag total günstig sein, aber es übersteigt die Ansätze bei weitem. Das alles entspricht vorsichtig formuliert nicht so wirklich der Beschlusslage. Auch wenn in der Sitzungsvorlage der Eindruck erweckt wird, es würden Beschlüsse zitiert – dem ist nicht so. Hinzu kommt: Dann hätte die Stadt ein Logo, aber niemand würde es zu sehen bekommen – denn es muss ja eingeführt werden. Die Kosten für die Implementierung sind 2016 mit 91 000 Euro beziffert worden. Da redet aktuell niemand mehr von. Fest steht aber, die Stadt hat ein Millionenloch im Haushalt.

Kleine Bemerkung zum Abschluss: Ohne, dass es gefordert war, hat der Grafiker auch die unendlichen Kreisläufe in der Oldesloer Politik treffend aufgespießt. 30 Jahre für ein Baugebiet, fünf Jahre und noch immer kein Logo, wie lange hühnern wir jetzt schon mit dem Streetwork-Out rum? Besser als mit dem Kringel lässt sich das nicht symbolisieren.

Ausgeschenkt Es ist ja so schön bequem. Schnell beim Bäcker rein, einen Kaffee mitnehmen und den leeren Becher dann später irgendwo entsorgen. Super einfach, aber auch super viel Müll. Mit einem Mehrwegbecher könnte es fast genau so einfach sein, aber es fällt deutlich weniger Müll an. Es könnte alles so schön sein, wäre da nicht der Amtsschimmel. Hygienerecht heißt die Keule. Das ganze wirkt doch reichlich überreguliert. Dein Kaffeebecher die gefährliche Keimschleuder, der alle Alarmglocken schrillen lässt und der oder die Barista braucht zukünftig eine ABC-Abwehr-Schulung samt Ausrüstung? Hoffentlich kommen Terroristen nicht auf diesen Becher. Vielleicht wäre einfach etwas Augenmaß angebracht. Unsere Karikaturistin hat zu diesem Thema ihre Gedanken zu Papier gebracht.

Schluss aus Die GOK ist Geschichte und jetzt haben auch die Mitglieder der „Nachfolgeorganisation“ die Auflösung der IG Handel angekündigt. Vielleicht ist das auch besser so. Wie das langjährige GOK-Vorstandsmitglied Jörg Müller in einem Beitrag auf Facebook schreibt, haben die Kaufleute in den besten Jahren 30 000 Euro für Veranstaltungen zusammengetragen. Es wurde immer weniger, irgendwann musste die Stadt was zuschießen und hat zuletzt die Finanzierung komplett übernommen. Und mit Manpower will sich auch kaum noch jemand einbringen. Denkbar ungünstige Voraussetzungen. Und wenn dann auch noch das Programm mau ist … „Ihr lieben Händler — wenn ihr in Bad Oldesloe in Zukunft Geld verdienen wollt, dann müsst IHR aktiv werden“, beendet Müller sein Posting.

Einen verkaufsoffenen Sonntag gibt es dieses Jahr ja noch, aber vielleicht braucht die Stadt danach ja eine längere Phase ohne diese Veranstaltungen, um ihren Wert wieder höher zu schätzen. Nur voller Überzeugung, mit vollem Engagement und wenn alle an einem Strang ziehen, kann ein Neustart gelingen. Anders nicht.

Ausgerechnet Wir Männer haben die Gleichstellungsbeauftragten seit vielen Jahren unterschätzt. Waren wir doch der Meinung, dass sie letztendlich unsere Privilegien beschneiden müssen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Doch Marion Gurlit in Bad Oldesloe ist anders, sie kämpft für uns Männer. „Halbe Macht den Männern“ steht in großen Lettern auf einer Tasche, die unsere Gleichstellungsbeauftragte unter die Leute bringt. Mensch, das ist ja mehr Macht, als ich jemals hatte, mag so mancher Ehemann frohlocken. Aber mal im Ernst: Ich denke, damit ist der Gleichstellungsgedanke positiv auf den Punkt gebracht. Nehmt euch die Hälfte der Macht, liebe Frauen, aber lasst uns unsere Hälfte. Na, damit können wir doch leben! Dafür den Dank der Männer und weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit in Bad Oldesloe!

Stephan Poost Andreas Olbertz