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Pressespiegel

07Okt

Stormarner Tageblatt vom 7. Oktober 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Selten liegt die Lösung so nah

Wahrer Service Bei der Bahn sitzen ja echt pfiffige Leute. Man hat jetzt also festgestellt, dass die Regionalexpresse zwischen Lübeck und Hamburg gut ausgelastet sind, um nicht zu sagen, sie sind in Stoßzeiten knüppeldicke voll. In Lübeck steigt der erste Schwung ein, in Reinfeld der nächste, und in Oldesloe sind – wenn überhaupt– nur noch Restplätze zu bekommen. Wenn alles glatt läuft, dauert so eine Fahrt eine knappe halbe Stunde. Da kann man sich doch mal auf die Treppe hocken oder vor der Tür stehen bleiben.

Aber jetzt naht Rettung. Schlau wie die Bahn ist, hat sie eine Lösung gefunden. Nein, es werden nicht mehr Waggons angehängt und somit mehr Plätze geschaffen. Die Bahn bietet, gegen Aufpreis natürlich, eine Sitzplatzreservierung an. Und auch die nur in der ersten Klasse. Das ist doch mal wahrer Service und eine Superlösung. Da sich ohnehin kaum ein Schaffner blicken lässt, wird es sicher ein Kinderspiel, diese Reservierung im überfüllten Zug durchzusetzen. Viel Spaß.

Gästefront Hurra, hurra, die Schwimmhalle ist wieder auf. Die Legionellen-Problematik im Oldesloer Travebad scheint gelöst zu sein. Erledigt ist sie damit aber noch lange nicht. Denn bei einem mit Millionenaufwand runderneuertem Bad kann man wohl mit Recht verlangen, dass sowas gar nicht erst passiert. Aber so einfach ist es halt nicht. Da wird es vermutlich noch einen umfangreichen Schriftverkehr geben, wenn nicht sogar juristische Auseinandersetzungen. Da fließt noch viel Wasser die Trave runter, und der Erfolg ist leider ungewiss.

Um so wichtiger ist, dass das Bad wenigstens an der „Gästefront“ punktet. Da ist in der Vergangenheit viel zu Bruch gegangen. Jetzt muss es darum gehen, dass Travebad nicht nur als verlässlich, sondern auch attraktiv zu positionieren. Preiserhöhungen sind da ganz sicher der verkehrte Weg. Den Ankündigungen von Olaf Poetzing, Geschäftsführer der VSG Service GmbH, müssen dringend Taten folgen.

Gruselig Langsam wird es richtig gruselig. „Ja“, werden jetzt einige sagen: „Das war doch auch gewollt.“ Na, wenn diese armselige Darbietung in der Oldesloer Fußgängerzone so gewollt war, dann gute Nacht. Wegen der paar Buden würde eine Überprüfung der Sonntags-Öffnungs-Genehmigung vor Gericht niemals standhalten. Vor allem wenn zeitgleich rund um die Kreisstadt auch viele andere Städte mit wirklich attraktivem Programm zum Sonntagsshopping einladen, wird deutlich, wie schlecht das Oldesloer Angebot schon wieder war. Wegen des guten Wetters mag sich das diesmal noch nicht auf die Besucherzahlen niedergeschlagen haben, aber bei zukünftigen Terminen wird das bestimmt passieren.

Säulenheilig Der ersten (naiven) Begeisterung für eine Ladesäule für E-Autos auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung ist Ernüchterung gefolgt. Klingt ja auch nett: Wer aufs Amt muss und mit dem E-Auto kommt, sollte es dort für eine halbe oder ganz Stunden mit grünem Strom aufladen können. Praktisch gedacht, weil, der Kreis zwar klein, aber doch so groß ist, dass die Batterie zu schwach für die Rückfahrt werden könnte. Dass es mit dem Strom direkt von einer Solaranlage auf dem Dach nichts werden würde, war sofort klar. Dass sich alles andere als nicht minder kompliziert herausstellen sollte, kam erst später. Wenn das Aufladen kostenlos sein soll, muss man es begrenzen, um nicht in eine Kostenfalle zu laufen. Dazu müsste es eine automatische Stromunterbrechung geben oder ein Abrechnungssystem eingebaut werden. So ein System macht die Sache aber erstens deutlich teurer und zweitens unflexibel. Und falls der Strom dabei kostenlos sein soll, wird es gänzlich schräg: Weil dem E-Autofahrer die Kilowatt automatisch in Rechnung gestellt werden, würde der Kreis dann nicht den Autofahrer, sondern den Anbieter der „E-Tankkarten“ subventionieren. Logische Schlussfolgerung des Kreistagsabgeordneten Frank Schmalowsky: „Egal für welches System wir uns entscheiden. Es wird auf jeden Fall das falsche sein.“

7000 Euro für eine Ladesäule würde man vielleicht noch ausgeben, war man sich im Wirtschafts- und Bauausschuss einig, aber Betrieb und Abrechnung solle auf keinen Fall der Kreis übernehmen. Zumal: Dass E-Autos tatsächlich ökologischer sind, ist bislang keineswegs erwiesen. Kreispräsident Hans-Werner Harmuth:„Ich kann ja auch nicht umsonst Diesel bei der Kreisverwaltung tanken.“ Rolf Blase Andrea Olbertz