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Pressespiegel

10Okt

Lübecker Nachrichten vom 10. Oktober 2017

Hilferuf aus dem Waldorfkindergarten. Steht der Neubau auf der Kippe? Planungskosten sind nicht im Haushalt vorgesehen.

Im Waldorfkindergarten von Bad Oldesloe herrscht Platznot. Zudem ist das Gebäude marode.

Seit zwei Jahren ist der Vorstand des Waldorfkindergarten im Rümpeler Weg mit der Stadt Bad Oldesleo im Gespräch. Es geht um die Zukunft der Einrichtung. Das alte Gebäude ist in die Jahre gekommen.

Es zieht an allen Ecken und Enden, die Heizung fällt gerne mal aus, und bei einigen Fußböden weiß man nicht, wie lange sie noch tragen. Ursprünglich war eine energetische Sanierung für den Bau vorgesehen. 50000 Euro Planungskosten sollten dafür freigegeben werden. Sanieren lohne sich angesichts des desolaten Gebäudezustands nicht, entschied die Mehrheit der Lokalpolitik vor gut einem Jahr nach einer Begehung der Einrichtung. „Abreißen und neu bauen“, brachte Uwe Rädisch (CDU) die bauliche Situation auf den Punkt.

„Doch als wir jetzt in die Haushaltsplanungen schauten, waren wir sehr beunruhigt. Für 2018 und die nächsten Jahre bis 2021 sind null Euro eingestellt. Ist der Neubau des Waldorfkindergarten jetzt erst mal gestoppt?“, fragte Sonja Mahr vom Vorstand des Waldorfkindergartens auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses.

Es gebe verschiedene Varianten, wie ein Neubau aussehen könne und wie er finanziert werde, informierte Bauamtsleiter Thilo Scheuber. „Weil es darüber noch keinen politischen Beschluss gibt, sind noch keine Gelder eingestellt.“ Zudem sei der Bürgermeister der Meinung gewesen, dass der Verein die Kosten selbst trage.

Mahr hakte nach. Sie hätten den Beschluss so verstanden, dass es einen städtisch finanzierten Neubau geben solle. „Für uns ist das eine Hängepartie. Wir müssen planen und könnenbis 2021 so nicht weitermachen“, machte die Sprecherin der pädagogischen Einrichtung deutlich.

Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) bestätigte die Einschätzung. Die Politik habe Unterstützung signalisiert. „Ich will heute ein klares Bekenntnis, dass wir alle wollen, dass der Waldorfkindergarten im nächsten Jahr im Haushalt ist“, verlangte Herrmann und formulierte einen entsprechenden Antrag. Mittel für den Neubau des Kindergartens seien im Haushalt 2018 einzustellen.

„Die genaue Zahl ist noch zu beziffern.“

Doch CDU und FBO konnten hier nicht mitgehen. „Wir sind d’accord, dass wir den Kindergarten wollen. Wenn in der Vorlage eine konkrete Zahl gestanden hätte, wäre das auch kein Problem gewesen“, sagte Uwe Rädisch (CDU). Doch so könne er es gegenüber seiner Fraktion nicht verantworten, für eine „Summe X“ zu stimmen. Es gehe hier schließlich um „eine richtige Hausnummer“ - um Millionenbeträge, die den ganzen Haushaltsentwurf auf den Kopf stellten. Auch die FBO wollte sich dem SPD-Antrag nicht anschließen. „Das entbehrt ja jeder Grundlage, über Dinge zu reden, wo kein Preisschild dran ist“, warf Matthias Rohde ein.

Einzig die Grünen unterstützten die SPD. „Es geht doch darum, zu zeigen, dass wir den Kindergarten bauen wollen“, sagte Wilfried Janson. Für die Mehrheit hat es trotzdem nicht gereicht. Der SPD-Antrag fiel durch. Wie es mit dem Waldorfkindergarten weitergeht, ist offen.

Waldorf-Konzept „Die Stadt versucht sicherlich berechtigt, Geld zu sparen“, sagt Sonja Mahr vom Waldorfkindergarten. „Doch wir müssen aufpassen, dass man unser Projekt nicht für einen schönen Haushalt hintenanstellt.“ Ein Neubau sei dringend nötig, um eine Krippe einzurichten. Für berufstätige Mütter sei es zudem wichtig, die Betreuungszeiten zu verlängern. Dafür bräuchten sie einen Ruheraum, für den wir jetzt keinen Platz hätten. „Der Waldorfkindergarten ist ein Juwel, der bisher sträflich vernachlässigt wurde. Das ist vielen in der Politik nicht klar“, so Mahr. In der Waldorfpädagogik lerne der Nachwuchs viel mehr, als nur seinen Namen zu tanzen. „Bei uns werden Kinder nicht nur betreut, jeder wird individuell gefördert.“ Das Konzept sei ein Entschleuniger, das Kindern eine große soziale Kompetenz vermittle.