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Pressespiegel

30Sep

Stormarner Tageblatt vom 30. September 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Verzockt und abgesoffen

Zocken Zu behaupten, die Stadt Bad Oldesloe führe einen Kampf gegen Spielhöllen, ist wohl übertrieben. Aber die wenigen Möglichkeiten, die der Gesetzgeber bietet, nutzt sie aus. Und das ist an erster Stelle die Spielgerätesteuer.

Klar schmeckt das den Betreibern dieser Etablissements nicht. Aber so lange immer noch neue Spielhallen eröffnen, kann der Markt noch nicht gesättigt sein. Das scheint ein lukratives Geschäft zu sein: Knapp 350 000 Euro Spielgerätesteuer hat die Stadt Bad Oldesloe vergangenes Jahr eingenommen. Die Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Aus den Automaten in der Stadt holen die Betreiber rund 2,2 Millionen Euro raus. Von dieser Summe ist der Gewinn, den die Maschinen ausspucken müssen, schon abgezogen!

Monate, nachdem die Oldesloer Stadtverordneten ihren bereits vor einem Jahr angekündigten Beschluss zur Steuererhöhung von 16 auf 20 Prozent wahr gemacht haben, kommt jetzt also ein Spielhallenbetreiber und beklagt, damit würde die Stadt seine Existenz bedrohen und schiebt gleich hinterher, dass Arbeitsplätze vernichtet würden. Die üblichen Klagen von Geschäftsleuten halt. Gefolgt von dem Hinweis, bei ihm sei es ja gar nicht so schlimm, im Internet sei es viel schlimmer. Wie hat Hartmut Jokisch von den Grünen dazu ganz treffend angemerkt? „Wir können nichts dagegen tun, dass Kunden ins Internet abwandern.“ Und nicht nur gegen die Abwanderung können die Oldesloer Politiker nichts tun, sie haben schlicht keinerlei gesetzliche Handhabe. Deswegen ist es völlig logisch, dass sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Bloß, weil die Pest vielleicht gefährlicher ist als die Cholera, lasse ich letztere ja nicht unbehandelt.

Sprechen Erst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Und im Fall der Vereinigten Stadtwerke und des Travebads auch eine ganze Menge Unvermögen. Personalnotstand – kann einen ja mal ereilen. Legionellen im Hallenbad – kann mal vorkommen. Kaputte Platine – kann mal passieren. Aber der viel größere Schaden ist doch durch die schlechte Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke entstanden. „Na, wann macht denn das Hallenbad wieder auf?“, war doch in den vergangenen Wochen der Running-Gag in Bad Oldesloe. Viele Privatschwimmer aber vor allem auch Vereine, die im Travebad Kurse anbieten, waren extrem verunsichert, weil es keine oder teilweise widersprüchliche Informationen gab. Gerüchte machten die Runde. Das ist das eigentliche Problem des Oldesloer Hallenbads. Und als es dann endlich hieß: Freitag öffnet die Schwimmhalle wieder, waren die Zweifel groß. Das muss besser werden!

Verkaufen Ein bunter Kringel erregt die Gemüter. Die Stadt hat eine Agentur beauftrag, die „Wort-Bild-Marke“ zu überarbeiten. Heraus kam der Schriftzug Bad Oldesloe mit einem bunten Kringel anstelle des Os. Und das haben die Grafiker im Ausschuss gut verkauft – für knapp 16 000 Euro. Das hat schon was, von Kaisers neuen Kleidern. Egal, auf die Idee muss man erst mal kommen. Aber braucht die Stadt wirklich ein neues Logo? Öffentlichkeitsarbeiterin Agnes Heesch argumentiert: „Das alte Logo wurde nicht richtig genutzt und gelebt.“ Ach, guck an. Statt so viel Geld auszugeben, sollten vielleicht lieber klare Regeln und Anweisungen ausgegeben werden. Denn warum soll es mit einem neuen Logo plötzlich besser werden? Die Stadtverordnetenversammlung hat das Verfahren jetzt erst mal gestoppt und in den Hauptausschuss zurück verwiesen. Mal sehen, was da noch raus kommt.

Andreas Olbertz