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Pressespiegel

06Okt

Stormarner Tageblatt vom 6. Oktober 2017

Schwimmhalle: Die Aufarbeitung läuft. Sind Planungs- oder Baufehler schuld an den Legionellen-Problemen?

Der Badebetrieb läuft wieder. Aber hinter den Kulissen wird die Legionellen-Krise noch aufgearbeitet. Nie

Bad Oldesloe. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt? Im Fall des Oldesloer Travebads ist das wohl nicht ganz so einfach. „Es kann durchaus sein, dass noch was kommt“, räumt Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl ein. Aber das ist wohl eine mehr theoretische Befürchtung. Ganz praktisch scheint es hinter den Kulissen allerdings zu knirschen, denn bei einem Bad, dass für etliche Millionen grade erst grundsaniert wurde, sollte man doch annehmen, dass alles rund läuft und es eben nicht über etliche Monate immer wieder Probleme mit Legionellen gibt.

„Es ist alles nicht so einfach.“ Jürgen Fahl holt tief Luft: „Legionellen können verschiedenste Ursachen haben.“ Grundsätzlich sei die Planung von ausgewiesenen Fachbüros erstellt worden und Fachfirmen hätten die Anlagen gebaut. „Wir prüfen, ob da Fehler gemacht wurden“, sagt Fahl: „Teilweise sind Dinge passiert, die als Mängel anzusehen sind. Möglicherweise. Es ist schon kompliziert.“ Wurde falsch geplant, falsch gebaut oder stecken möglicherweise Bedienfehler dahinter, weil Spülpläne nicht eingehalten wurden? „Die Gefährdungsanalyse hat Fragen aufgeworfen, die jetzt beim Fachplaner liegen“, so Fahl: „Wir müssen das alles entwirren und versuchen, ‚den Schuldigen‘ zu finden.“

Beim Umbau des Hallenbads sei zwar sehr auf Effizienz geachtet worden, „aber immer unter Einhaltung der Regeln“, betont Jürgen Fahl. Dabei sei selbstverständlich nicht billigend in Kauf genommen worden, dass durch Strom- oder Wassereinsparungen das Legionellenrisiko steige. Im Gegenteil, beteuert Fahl: „Die Anlage muss natürlich auch bei Nichtbenutzung legionellenfrei sein.“

Wie VSG Geschäftsführer Olaf Poetzing mitteilt, hatte der Legionellenfund im Frühjahr nichts mit dem jetzigen Auftauchen der Schädlinge zu tun. „Wenn es nicht zu dem Platinenausfall gekommen wäre, wäre alles glatt durchgelaufen“, ist er überzeugt. Bis dahin seien alle Wasserproben einwandfrei gewesen.

Neben den technischen Problem haben die Pannen auch Kommunikationsschwächen bei den Vereinigten Stadtwerken als Badbetreiber offenbart. „Das haben wir wahrgenommen und das bedauern wir“, sagt Olaf Poetzing: „Wir werden zusehen, dass Vereine und Privatleute wieder gerne ins Travebad kommen.“ Um das zu erreichen würden Marketingmaßnahmen ergriffen. Ein Fitnesstag zusammen mit Reha-Aktiv beispielsweise noch in diesem oder im nächsten Monat – „da wird einiges passieren“, kündigt Poetzing an.

Die Ablösung von Ulrike Handwerk als Badchefin steht nicht im Zusammenhang mit der jüngsten Schließung. Der Vertrag mit Nachfolger Daryl Bebenroth war schon lange vorbereitet. Er wird zum 1. November die Leitung des Travebads übernehmen. Zu den Gründen wollte sich Poetzing nicht äußern. A. Olbertz