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Pressespiegel

16Sep

Stormarner Tageblatt vom 16. September 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Süßes, Saures und Unsinniges

Frischer Wind Kaum sind die letzten Böen von Orkantief „Sebastian“ verrauscht, weht schon ein neuer Wind durch den Oldesloer Kurpark. Ein Bauhof-Mitarbeiter fährt mit einem gewaltigen Puster durch die Grünanlage und befreit die Wege von herabgewehtem Laub und Totholz. Der abgeknickte Ast, der halb über einem Weg hing, war schneller entsorgt als man im Sandkamp anrufen konnte. Ganz schön auf Zack die Truppe. Da muss in der Kreisstadt um den Winterdienst niemandem Bange sein.

Nicht ganz rund So, so, da hinten, zwischen Kurpark und Bahnhof, zwischen Sülzberg und Industriestraße soll also ein Kreisverkehr gebaut werden. Ganz ehrlich: Braucht den jemand? Der beauftragte Planer hat ermittelt, dass die Wartezeit dort unter 10 Sekunden beträgt. Das ist Qualitätsstandard A. Was soll denn dann durch einen Kreisel besser werden? Bei Kühlschränken gibt es mittlerweile A+++, aber bei Straßen?

Zugegeben, auf der Strecke wird schneller gefahren als erlaubt. Viele geben zu viel Gas. Das steht wohl außer Frage. Aber dagegen hilft ein Kreisel nicht. Der Eisenbahntunnel ist an Hässlichkeit kaum zu überbieten. Und er ist im Winter durch die Wassereinbrüche sogar gefährlich. Auch daran würde ein Kreisverkehr nichts ändern. Selbst wenn die Stadt wollte, sie kann an der Stelle nichts bewegen, denn er gehört der Bahn. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellte der Planer einen Entwurf vor. Technische Fragen wurden diskutiert, aber die nach dem Sinn gar nicht erst gestellt. Was bringt das eigentlich? „Mehr Übersichtlichkeit“, deutete Bauamts-Chef Thilo Scheuber in einem Nebensatz an. Na ja, es gibt Fördermittel, aber reicht das als Begründung aus?

Wie man’s macht Das ist echt bitter. Da haben sie ehrenamtlich geplant, vorbereitet und ihre Freizeit geopfert und dann ... sagen wir mal vorsichtig ... ist das Ergebnis durchwachsen. Gemeint ist natürlich der erste Oldesloer Kulturtag. Sicher, einzelne Bestandteile des Kulturtags waren überlaufen, einige „okay besucht“, aber es gab eben auch die Absagen mangels Teilnehmern oder die Organisatoren, die allein vor leeren Stuhlreihen saßen. Das ist sehr schade. Da soll noch mal jemand kommen und behaupten, in Oldesloe sei nichts los.

Obst statt Knöllchen „The same procedure as every year“ – dieselbe Prozedur wie jedes Jahr. Nun ist aber nicht der zum Brüllen komische Briten-Klassiker „Dinner for One“ gemeint, wie sie auf unserer Karikatur sehen – sondern ein sich jedes Jahr wiederholendes ernstes Stück auf deutschen Straßen. Denn jedes Mal aufs Neue gehen der Stormarner Polizei bei der präventiven Kindersicherheitsaktion „Äpfel & Zitronen“ in Tempo-30-Zonen vor Grundschulen Autofahrer ins Netz, die zu schnell unterwegs sind. Die bekommen dann von Grundschülern eine Zitrone und mahnende Worte mit auf den Weg. Auf Knöllchen wird verzichtet. Noch mal Glück gehabt. Wenn es denn endlich bei allen fruchten würde. Es kann doch nicht angehen, dass zum Schulstart der ABC-Schützen die Leute immer wieder mit der Nasenspitze darauf gestoßen werden müssen, den Fuß vom Gas zu nehmen. So eilig kann man es, gerade vor Grundschulen, doch gar nicht haben. Nächste Woche läuft die Obst-Aktion – wie berichtet – an prägnanten Punkten und zu bekannten Zeiten im Kreis. Und dennoch wird die eine oder der andere am Lenkrad wohl wieder mit Zitronen gehandelt haben. Dabei sollten Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen. Denkste! Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Die Hoffnung darauf, dass alle Kontrollierten in süße Äpfel als Lob als in saure Zitronen als Rüge beißen können. Zum Wohle der Verkehrsanfänger. Drosseln Sie Ihr Tempo, damit Kinder nicht unter die Räder kommen.

Andreas Olbertz, Volker Stolten