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Pressespiegel

28Sep

Stormarner Tageblatt vom 28. September 2017

Da geht was baden. Oldesloer Schwimmhalle soll Freitag wieder öffnen / Politiker kritisiert Imageschaden.

Macht es wieder auf? Angeblich soll das Travebad Freitag öffnen – obwohl noch Restarbeiten zu erledigen sind. Nie

Bad Oldesloe. Eigentlich sollte das Oldesloer „Travebad“ nur einen Tag geschlossen sein, als Probleme nach einem technischen Defekt in der Wasseraufbereitungsanlage auftauchten – eigentlich. Doch dann musste die Wasserqualität überprüft werden und die Schließung verlängerte sich auf zwölf Tage. Schwimmbad-Chefin Ulrike Handwerk zeigte sich damals überzeugt, dass alle Werte einwandfrei sein werden. Waren sie aber nicht. Erneut wurden Legionellen nachgewiesen. Eine Gefährdungsanalyse wurde offensichtlich nicht bestanden. Seitdem ist das Bad geschlossen. Am Freitag soll es nun wohl soweit sein, dass sich die Türen wieder öffnen. „In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt kann das Travebad – trotz einiger durchzuführender Restarbeiten – wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, kündigt Sabine Sager, Sprecherin der Vereinigten Stadtwerke (VSG) an. Zu technischen Details könne sie aktuell nicht mehr sagen.

„Wir fragen uns, ob man uns immer die Wahrheit sagt. Wer trägt denn eigentlich die Verantwortung? Ich finde die Stadtverwaltung, der Bürgermeister und die Lokalpolitik müssten sich deutlicher einmischen“, sagt Dominic Geerken, Vorsitzender der DLRG. Die Ungewissheit sei schlecht für neue Schwimmkurse. „Unsere Kurse sind so angelegt, dass sie ein halbes Jahr dauern. Jetzt hatten wir schon Ausfall, das heißt, das ist gar nicht mehr möglich“, so Geerken. Auch für Rettungsleistungsschwimmer sei die ständige Schließung ein Problem bei der Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften. „Drei fehlende Trainingswochen direkt nach den Sommerferien – das merkst du schon“, so Geerken. Der DLRG-Vorsitzende bemängelt vor allem den Vertrauensverlust. „Mein persönlicher Eindruck ist, dass man uns nicht richtig informiert hat in der Vergangenheit. Wenn Freitag wieder geöffnet werden soll, dann weiß ich nicht, ob ich gleich am Sonnabend wieder Kinder ins Wasser lassen kann. Die Information über Legionellen kam schon mal zu spät. Ich möchte nicht die Verantwortung für 120 bis 150 Kinder übernehmen, wenn wir nicht zu 100 Prozent richtig informiert sind“, betont Geerken.

Die VfL Oldesloe Vorsitzende Gudrun Fandrey bezeichnet die ständigen Sperrungen und die Kommunikation ebenfalls als „eine Katastrophe für uns“. Ein neuer Aqua-Fitness-Kurs sei sehr gut gebucht worden, habe aber noch kein einziges Mal stattfinden können. „Wir müssten prüfen, ob Kursteilnehmern die Erstattung von Gebühren zusteht. Das ist alles Aufwand und es ist sehr ärgerlich. Langfristig kann man auch nicht sagen, ob nicht Mitglieder der Schwimmsparte womöglich den Verein verlassen“, so Fandrey.

Björn Wahnfried, SPD Fraktionsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der VSG, ist ebenfalls von der Informationspolitik des Travebad-Betreibers nicht begeistert. „Das Thema ist in den VSG mittlerweile ganz oben aufgehängt“, weiß er. Die Kommunikation sei schon lange verbesserungswürdig. „Ein runder Tisch wäre wichtig und zwar nicht nur, um über das Preissystem zu sprechen, sondern auch, um diese Probleme zu thematisieren“, so Wahnfried weiter: „Solange das Travebad nicht rund läuft, muss darüber geredet werden. Es muss spürbare Verbesserungen geben. Das Vertrauen der Bürger in das Schwimmbad geht verloren und es gibt einen Imageschaden.“

Bürgermeister Jörg Lembke kritisiert das Krisenmanagement der Stadtwerke. „Die VSG werden personell nachbessern“, kündigt er an. Außerdem wolle er sich dafür einsetzen, dass die Oldesloer Vereine eine „Kompensation“ erhalten.

Patrick Niemeier