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Pressespiegel

22Sep

Stormarner Tageblatt vom 22. September 2017

Bad Oldesloes neue Kleider. Hauptausschuss stimmt nach Diskussion neu entworfener Wort-Bildmarke für die Kreisstadt zu.

Es soll noch Modifikationen geben: Der aktuelle Entwurf für das neue Logo der StadtRepro:Nie

Bad Oldesloe Für die Befürworter ist es ein Schritt nach vorne, für die Kritiker eine unnötige Geldausgabe: Im Oldesloer Hauptausschuss wurde durch die Agentur „Orange Cube“ das neue Logo der Stadt vorgestellt. Ein bunter Kreis, der sich gegen den Uhrzeigersinn dreht, ersetzt im Schriftzug des Stadtnamens das „O“ und sorgt dafür, dass die berühmt-berüchtigten „Wellen“ aus dem alten Logo der Vergangenheit angehören. „Das alte Logo ist nicht hässlich. Aber es gehört zu einem Konzept, das mit den überarbeiteten Zielsetzungen des Stadtmarketings nicht mehr viel zu tun hat“, erklärte Tim Krüger von „Orange Cube“.

Bad Oldesloe wolle bewusst die positiven Aspekte der Lage zwischen Hamburg und Lübeck deutlicher herausstellen. Das „Miteinander von „Kultur, Umwelt, Wasser, Wirtschaftskraft,Gemeinsinn, Infrastruktur und Anbindung“ solle durch das Logo verdeutlicht werden. Dieses Zusammenspiel werde durch die verschiedenen Farbtöne in dem Kreis symbolisiert. Dass dieser sich optisch in Bewegung befindet symbolisiert „die Dynamik und Selbstbewusstsein“. Genau diese Dynamik solle auch dadurch unterstrichen werden, dass sich das Ganze gegen den Uhrzeigersinn dreht.

„Das alte Logo fand ich um Längen besser. Mag sein, dass das hier modern ist, aber es lässt Bad Oldesloe wie eine Firma wirken. Das könnte auch das Logo einer Briefkastenfirma aus Luxemburg sein“, regte sich Hendrik Holtz (Die Linke) auf: „Ist ja schön, was man da alles so reininterpretieren kann, wenn man will. Aber so kann ich auch jedes x-beliebige Logo mit Bedeutung aufladen, die kein Mensch sieht.“

„Ich verstehe nicht, wozu wir das brauchen. Ist ja alles gut und schön, was da so erzählt wird, aber wie soll ich das einem Bürger erklären, dass wir trotz eines Millionenlochs im Haushalt so etwas entscheiden, was viele tausend Euro kostet. Das verstehe ich ja selbst nicht, wie soll man das dann vermitteln?“, so der fraktionslose Wolfgang Schmidt. „Die alte Wort-Bild Marke mit den Wellen wollte fast niemand nutzen. Wenn wir einen Schritt nach vorne machen, müssen wir da halt auch was tun“, verteidigte sich Agnes Heesch, Öffentlichkeitsarbeit der Stadt.

„Es ist eine Investition. Bad Oldesloe ist bundesweit ein Synonym für Provinz. Wir tun gut daran, uns gerade mit dem neuen Kultur- und Bildungszentrum deutlicher in der Region zu positionieren und aus der Provinz herauszutauchen“, so Hartmut Jokisch (Die Grünen).

„Unsere erste Reaktion in der Fraktion war: Wir haben das Pflasterlogo des Kubs und nun noch einen Rettungsring. Aber wir wissen auch, dass das Logo modern ist. Minimalistisch ist halt momentan angesagt. Vielleicht kommen irgendwann wieder Zeiten, in denen barockere Logos gefragt sind“, sagte Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Neben dem Rettungsringvergleich wurden Ähnlichkeiten zum Hamburger Müllverbund und zum Google-Chrome-Symbol festgestellt. „Ich bin Maschinenbauer und aus dieser Perspektive gefällt mir die Klarheit. Es gefällt mir außerdem, dass die ‚Beste Trave Stadt‘ nun in Groß- und Kleinschreibung zu sehen ist“, so Uwe Rädisch (CDU).

„Zunächst dachte ich, es sind des Kaisers neue Kleider, und ich habe etwas nicht mitbekommen. Wir hatten allgemein ein zwiespältiges Gefühl bei der SPD, könnten uns aber nach der Präsentation mit dem Logo irgendwie anfreunden“, sagte Björn Wahnfried (SPD). „Ich fände es sehr wichtig, dass wir die anderen Vorschläge zu sehen bekommen“, mahnte Wilfried Janson (Grüne) an.

„Ich bin irritiert darüber, wie die Verwaltung mitdiskutiert. Es wird etwas vorgeschlagen, aber diskutiert und entschieden wird von uns als Politiker. Ich finde in so einem Fall eigentlich sogar, dass die Bürger abstimmen müssten. Was bringt uns ein Logo, das nicht akzeptiert wird?“, so Patricia Rohde (FBO). Gewünscht wurden Nachbesserungen im Bereich der Schatten und Farbverläufe im Logo. Außerdem äußerte die FBO den Wunsch, dass die Farben an das schon existierende Kub-Logo angepasst werden, damit die Stadt mit einem Farbschema arbeite. Ob die angedeutete Drehung besser in die „richtige Richtung“ erfolgen solle, damit nicht der Eindruck entstehe, dass hier die Uhren rückwärts gehen oder dass Oldesloe „ sich nur um sich selbst dreht“ wurde als Denkansätze mit auf den Weg gegeben.

Generell wurde dem Logo aber doch einstimmig zugestimmt. Schmidt und Holtz haben kein Stimmrecht. Ein Handbuch zur Handhabung der neuen Wort-Bild-Marke für 11 300 Euro wurde allerdings abgelehnt. Dieses solle sukzessive von der Verwaltung erarbeitet werden. nie