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Pressespiegel

09Sep

Stormarner Tageblatt vom 9. September 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Hört hört Guck mal einer an: Im Oldesloer Kub gibt es spezielle Technik für Schwerhörige – und niemand hat bislang davon gehört. Da macht es natürlich Sinn, die Technik mal vorzustellen. Wenn wir sie schon eingebaut haben, soll sie schließlich auch genutzt werden.

Was in der Theorie gut klingt, muss es in der Praxis nicht unbedingt sein, denn die Gefahr ist groß, dass aus einer Informations- eine verkappte Verkaufsveranstaltung wird. Erst recht, wenn man nicht einen unabhängigen Dozenten hat, der lediglich die Funktionsweise erläutert. Das ruft die Mitbewerber auf den Plan. Immerhin ist das Thema jetzt präsent. Bloß weil ab und an Kub-Besucher etwas frösteln, wird wohl hoffentlich niemand auf den Gedanken kommen, dort Heizdecken anzubieten

Auf-wand Das ist eine gute Nachricht, aber wie gut sie wirklich ist, wird man erst in ein paar Jahren wissen. Drei Jahrzehnte haben die Hamberger darauf gewartet, dass es mit dem Lärmschutz, der ihnen zum Bau der A 20 vertraglich zugesichert worden war, endlich los geht. Kümmern wollten sich immer alle, getan hat es keiner. Erst mit dem E-Highway kam Bewegung in die Sache. Der Bau einer Teststrecke mit Oberleitungen für Lkw zwischen Reinfeld und Lübeck wird vom Umweltministerium forciert. Wieso alles, was zu einem Projekt der Energiewende erklärt wird, ganz schnell gehen kann, während alles andere immer wieder auf die lange Bank geschoben wird, verstehen nicht nur die Hamberger nicht. Immerhin hat sich der neue Verkehrsminister Bernd Buchholz des Themas angenommen und nach kurzer Amtszeit eine Lösung hinbekommen. Also alles paletti? Nicht ganz. Wieso man ein neues Projekt wie einen E-Highway im vereinfachten Verfahren bauen kann aber für einen schnöden Wall ein aufwendiges Planfeststellungverfahren braucht, mögen Experten vielleicht begründen können. Erklären lässt sich das nicht.

MaCHBAR Keine Ampel, keine „Abzocke“, aber ein fester Blitzer, damit die Autos auf dem Ostring nicht schneller fahren als die erlaubten 60 km/h. Die Anwohner aus der Eilshorst hatten klare Vorstellungen, was sie wollten. Ob das Abbiegen dort tatsächlich ein so großes Problem ist und wenn ja, wie man es lösen kann, war aber nicht das Thema der öffentlichen Diskussionen. Politik und Verwaltung machten aus dem Antrag eine Grundsatzfrage: Was sind die Vor- und Nachteile fester und mobiler Blitzanlagen, was würden sie kosten, sollte man sien und wo könnte man sie aufstellen? Unfallschwerpunkte gibt es in Stormarn nämlich nicht. Aber man befragte mal die Gemeinden, und die, die antworteten, fanden in ihrem Beritt insgesamt 34 Stellen voll abstrakter Gefahren. Es scheint eben manchmal überraschend zu sein, dass Straßen Kurven und Kreuzungen aufweisen und dass man beim Linksabbiegen über die Gegenfahrbahn muss. Und natürlich durften in der politischen Debatte auch nicht die beliebten Schein-Argumente fehglen: Das rhetorisch-moralisierende „Muss es denn erst einen Toten geben?“ oder das vernichtende und Pauschalurteil „Rasen ist die Hauptunfallursache.“ Dass langsam fahren „sicherer, leiser und ökologischer“ wäre, scheint in gewissen Kreisen ein Heilsglaube zu sein. Wer glaubt, dass es um Verkehrssicherheit geht, sollte sich die Blitzer in Lübeck und Norderstedt anschauen. Die stehen seltsamerweise oft dort, wo fast niemand wohnt und die Straßen breit sind.

Rolf Blase Andreas Olbertz