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Pressespiegel

02Aug

Stormarner Tageblatt vom 2. August 2017

Die Stadt auf Einkaufstour? Es verdichten sich die Anzeichen, dass die Stadt den Parkplatz sowie den ehemaligen Teppichmarkt kauft.

Es verdichten sich die Anzeichen, dass die Stadt den Parkplatz sowie den ehemaligen Teppichmarkt kauft.

Loch an Loch hält doch. Die Stadt lässt den Parkplatz asphaltieren.

Durch diese Regenrinne fließt garantiert kein Wasser mehr. Es wuchert und gammelt an allen Ecken an der Rückseite des ehemaligen

Bad Oldesloe. Guck mal einer an: Heimlich still und leise hat die Stadt Bad Oldesloe offenbar den alten „Mohr- Parkplatz“ an der Lübecker Straße sowie den benachbarten ehemaligen Teppichladen gekauft. Offensichtlich wurde dies, weil die Stadt jetzt eine Pressemitteilung veröffentlicht hat, in der sie ankündigt, den Parkplatz neu zu asphaltieren.

Einnahmen sprudeln In der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden über den schlechten Zustand des Parkplatzes. Nur passiert ist nie etwas. Im Jahr 2004 hatte die Stadt den Parkplatz verkauft. Matthias Rohde war damals noch für die CDU amtierender Bürgermeister. Mit dem Verkauf sollte das Trave-Center realisiert werden. Doch dazu ist es bekanntlich nie gekommen. Im Nachgang wurde Rohde dafür kritisiert, dass er keine Rückfall-Klausel in dem Vertrag hatte aufnehmen lassen. Er kontert den Vorwurf damit, dass stattdessen vereinbart worden sei, dass die Stadt weiterhin die Parkeinnahmen erhält. Seitdem sprudeln zwar die Einnahmen, aber der Rück-Kaufpreis dürfte ein Vielfaches höher sein. Und städtebaulich ist die Situation katastrophal – ein Schandfleck.

Immer wieder war die Rede davon, dass dieser Bereich als Eingangstor zur Innenstadt, als Verbindungselement zwischen Trave-Arkaden und Fußgängerzone eine hohe Bedeutung habe. Die Travecenter-Pläne wurden von den Investoren nie realisiert. Helmut Lührs, der den vorderen Teil, das Ex-Kaufhaus, erworben und mit neuem Leben erfüllt hat, hat auf die rückwärtigen Flächen ein Vorkaufsrecht. Er hat auch dafür Pläne entwickeln lassen, stieß damit in der Politik auf wenig Begeisterung. Der frühere Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch hatte ebenfalls Visionen für das Areal – aus denen allerdings ebenfalls nichts wurde.

Die Stadt kann und will keine Fläche sanieren, die ihr nicht gehört, und der Besitzer will in den Parkplatz kein Geld investieren, wenn er nichts davon hat. Also blieb alles so wie gehabt. Bereits im Juni 2014 hatte der Bauausschuss auf Antrag der SPD dem Finanzausschuss einstimmig empfohlen, den Rückkauf zu prüfen und die erforderlichen Schritte aufzuzeigen. Seitdem ist die Verwaltung mit Eigentümer Frank Keske in Kontakt. Während des Workshops mit Studenten vor der jüngsten Sitzung des Bauausschusses im Kub plauderte Karin Hoffmann (Grüne) aus, die Stadt habe das Gelände ja gekauft. Jetzt wird das offensichtlich, denn die Stadt kündigt an, die Straßen Seefeld, Kolberg-Körlin-, Stoltenrieden und eben den Parkplatz Lübecker Straße asphaltieren zu lassen (siehe auch Seite 27).

Lembke dementiert Klaus-Peter Scharnberg, der Leiter der zuständigen Tiefbauabteilung, wollte sich zu dem Kauf nicht äußern: „Davon weiß ich nichts. Ich habe nur den Auftrag bekommen, dort zu asphaltieren.“ Er verwies an Bürgermeister Jörg Lembke. Der lässt sich nicht in die Karten gucken. „Wir müssen sehen, dass die Oldesloer Autofahrer dort vernünftige Verhältnisse vorfinden“, erklärt er. Mit „geringem Aufwand“ werde der Platz hergerichtet – etwa 13 000 Euro. Lembke: „Natürlich ist das viel Geld, rechnet sich aber seit Jahren über die Einnahmen.“ Der Bürgermeister dementiert, dass es einen „Besitzerwechsel“ gegeben habe.

Dass der Kauf noch nicht vollzogen ist, hängt mit den komplizierten Vorkaufsrechten zusammen.

Andreas Olbertz