Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

15Jul

Stormarner Tageblatt vom 15. Juli 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Seid ihr euch auch wirklich sicher?

Erinnerung Sie wurden industriell zu tausenden hergestellt und sehen aus wie große Abwassserkanäle aus Beton. Also nichts Besonderes, nur besonders hässlich. Und trotzdem wollen die Stadt Ahrensburg, das Land und die Sparkassen-Stiftung Zigtausende Euro in die Hand nehmen, um den Ein-Mann-Bunker, die bei den Bauarbeiten auf dem Lindenhof gefunden wurde, für die Nachwelt zu bewahren. Das Ding soll ein Schülerprojekt werden und ein „Erinnerungsort“ werden. Warum? Weil es aus der NS-Zeit stammt. Abgesehen davon, dass es bereits einige Erinnerungsorte gibt, hätte Ahrensburg wesentlich Besseres zu bieten. Zum Beispiel gab es auch in der Schlossstadt Fabriken, in denen Zwangsarbeiter für Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine produzieren mussten. Der nichtssagende Ein-Mann-Bunker taugt eher als Wohnung, Litfaßsäule oder Vase für die Bäume, die ja zuhauf gefällt werden sollen, wenn sie nicht mehr von einer Satzung geschützt sind. Dann hätte man auch eine Erinnerung.

Passiv-Schutz War ja ohnehin eine ereignisreiche Woche in Ahrensburg. Neben Bunker und Baum gab es auch die ersten Gutachten zu den Lärmschutzwänden. Die sollen mit der S 4 kommen und bis zu sechs Meter hoch sein, und das will natürlich niemand. Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen. Nicht so gut: Die Bahn wird die kleinen Wände wohl nicht wollen. Und falls doch irgendwie, müsste Ahrensburg wohl mitzahlen. Vermutlich auch für den zusätzlichen passiven Lärmschutz. Was aber erstaunt: Der Gutachter geht von fünf Gleisen aus, zwei für Güter- und Fernverkehr und drei für Regional- und S-Bahnen. Das war so bisher nicht kommuniziert worden.

Totaler Schutz Das Leben ist ganz schön gefährlich. Am besten wir überdachen die Stadt weil uns ja der Himmel auf den Kopf fallen könnte ... oder Schlimmeres. Was über Jahrhunderte offenbar kein Problem war, wird jetzt eins: Die Türdrücker am historischen Rathaus. Was muss der C. F. Hansen für ein Dödel gewesen sein, dass er das nicht bedacht hat. Weil man an den ursprünglichen Türdrückern hängen bleiben könnte – und dann wäre der Arm ab und die Stadt arm dran – müssen die jetzt weg. Und weil die neuen Drücker und die Kassetten in der Tür sich gegenseitig behindern, wurde an der Tür rumgesägelt. Alles im Namen der Sicherheit. Denkmalschutz soll da angeblich nichts mehr zu melden haben. Was passiert eigentlich, wenn sich jemand den Finger zwischen Tür und Rahmen klemmt. Kommt die Tür dann weg oder muss das Rathaus dann zugemauert werden. Wenn das mal nicht der Anfang vom Ende ist.

Sicher ist sicher Jetzt wissen wir das also auch: Wenn es nicht doch noch eine Einigung bei der Ehrungssatzung in Bad Oldesloe gibt, war es das mit dem silbernen Schlüssel beim Neujahrsempfang der Stadt. Das teilte Bürgermeister Jörg Lembke nach einer juristischen Prüfung jetzt im Hauptausschuss mit. Der Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten steht und zählt. Punkt. Tja, jetzt muss sich irgendwer bewegen. Das sollte doch nicht so schwer sein, wenn der silberne Schlüssel tatsächlich so wichtig und toll ist. Rolf Blase, Andreas Olbertz