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Pressespiegel

19Jul

Lübecker Nachrichten vom 19. Juli 2017

Oldesloer SPD will Stilbruch in der Königstraße verhindern. Architektenwettbewerb für VHS-Gelände jetzt endlich unter Dach und Fach.

Das Nachbarhaus der einstigen Volkshochschule, Königstraße 34, soll nach dem Beschluss der Stadtverordneten erhalten bleiben. FOTO: VON DAHLEN

Bis in die Nachtstunden hatten die Mitglieder des Oldesloer Bau- und Planungsausschusses um jedes Detail gerungen. Jetzt legten die Stadtverordneten nach und klopften weitere wesentliche Punkte zum Architektenwettbewerb für die Gestaltung des einstigen VHS-Geländes in der Königstraße fest.

Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann forderte im Namen der SPD, dass das benachbarte leer stehende Backsteingebäude Nr. 34 nicht nur in die Planungen einbezogen, sondern auch erhalten bleiben solle. „Ein Stilbruch wurde ja schon auf der gegenüberliegenden Straßenseite begangen“, sagte Herrmann wohl mit Blick auf das Mensagebäude. Besagtes Haus neben der VHS füge sich in das Ensemble des St.-Jürgen-Hospitals ein und sei deshalb auf jeden Fall schützenswert. Auch Letzteres solle in die Gesamtbetrachtung einbezogen werden. Schließlich gehe es darum, das zu bebauende Areal nicht nur unter architektonischen, sondern auch städteplanerischen Gesichtspunkten zu gestalten, um Konflikte zu minimieren. Auch die verkehrliche Erschließung der Grundstücke und die Parksituation in der Königstraße müssten in die Überlegungen einbezogen werden. Deshalb solle in jeder Arbeitsgemeinschaft, die sich am Wettbewerb beteilige, auch ein Stadtplaner vertreten sein.

„Das ist weder energetisch noch bauphysikalisch vertretbar“, wandte Uwe Rädisch (CDU) ein. Er plädierte dafür, den Abriss der Königstraße 34 zuzulassen und dem Eigentümer stattdessen die Auflage zu erteilen, das Nachfolgegebäude im gleichen Stil zu errichten.

Matthias Rohde von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) ging noch weiter. Er lehnte es ab, für die angrenzenden Grundstücke überhaupt Vorschriften zu machen. „Wir sollten keine weiteren Hürden für die Leute, die Wohnungsbau betreiben wollen, schaffen. Sie nehmen schließlich Geld in die Hand“, sagte er.

Dem hielt Hans-Hermann Roden (SPD) entgegen, dass der Wettbewerb möglicherweise so interessante Ideen hervorbringe, die einen Investor so begeistern, dass er sie realisieren wolle. „Wir stimmen auf jeden Fall dafür, auch wenn unsere Anträge abgelehnt werden“, fügte er hinzu.

Einen ganz anderen Aspekt warf Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson in die Debatte. Er schlug vor, auf der Rückseite des Grundstücks an der Trave statt eines fünf einen zehn Meter breiten Streifen unbebaut zulassen, damit dort ein Wanderweg angelegt und der Baumbestand möglichst erhalten bleiben könne.

„Ich schätze ihre Fachkenntnisse, aber ihren Dogmatismus nicht. Sie wollen über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehen“, konterte Horst Möller (CDU). Der Investor müsse den Grund und Boden ausnutzen können. Deshalb sei dies eine schlechte Lösung.

Ausgegrenzt fühlte sich offenbar Hendrik Holtz (Linke). Auch im Namen von Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) kritisierte er, dass nur die vier Fraktionsvorsitzenden und der Bürgermeister als Sachpreisrichter bei der Auslobung des Wettbewerbs zugelassen seien. „Wenn wir das Projekt auf breite Füße stellen wollen, sollten alle beteiligt und nicht zwei Gruppierungen ausgeschlossen werden“, sagte Holtz. Als es zur Abstimmung kommen sollte, gab er sich indes mit dem Kompromiss zufrieden, als beratendes, nicht stimmberechtigtes Mitglied in der Jury zu fungieren.

Bei der anschließenden Abstimmung hatten SPD und Grüne die Nase vorn. Konsens bestand bei nur einem Veto, dass die Eiche am Fußweg zur Trave stehen bleiben soll. Knapp fiel das Ergebnis bei den anderen Punkten aus, so etwa dass ein zehn Meter breiter Streifen am Wasser unbebaut bleibt und der Backsteinbau in der Königstraße 34 Bestandsschutz genießt. Beschlossen wurde auch, dass der erste Preisträger damit beauftragt wird, später den städtebaulichen Vorentwurf anzufertigen.