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Pressespiegel

08Jul

Stormarner Tageblatt vom 8. Juli 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Hellwach und mutig voran

Ehren-haft Wer im Glashaus sitzt, soll zwar nicht mit Steinen werfen, und wir machen weiß Gott genug Rechtschreibfehler, die dann auch noch in der Zeitung stehen. Meistens, natürlich nicht immer, sind es Flüchtigkeitsfehler, Buchstabendreher, fehlende, weil versehentlich gelöschte Wörter, oder doppelte, weil versehentlich kopierte Wörter. Klar – der Computer hat Schuld, nicht der Autor. Manchmal laufen einem aber auch Fehler über den Weg, die nicht nur falsch sind, sondern auch eine Bedeutung haben (können). Eine schöne Freudsche Fehlleistung gelang einer Partei (der Name spielt keine Rolle, weil es jeder passieren könnte), die verdienter Mitglieder ehrte – für ihr „unermütliches Engagement“. Ein ganz kleiner Fehler, ein t anstelle eines d, aber ein großer Wurf. Und wir haben verstanden: Der Kommunalpolitiker ist nicht nur jemand, der nicht müde wird, es braucht auch viel Mut, um sich in die Bresche zu werfen und all der Kritik standzuhalten. Das kann schließlich auch mal ungemütlich werden. Da sagen wir nur: Ähre wem Ähre gebührt.

Abgestellt Die Situation ist bekanntermaßen schlecht. Aber offenbar nicht schlecht genug. Seit sieben Jahren wird über neue Fahrrad-Stellplätze am Oldesloer Bahnhof beraten. Verwaltung macht maximal das Minimum. Auf politischer Seite tun sich FBO und CDU dadurch hervor, immer neue Bedenken anzustimmen. Wer wie Uwe Rädisch (CDU) schon vorher bekannt gibt: „Ich habe den Auftrag von meiner Fraktion, den Sperrvermerk nicht aufzuheben“ ... ja, alles klar, dann muss doch gar nicht mehr diskutiert werden. Die Vorgefertigte Meinung wird aus der Schublade geholt, Argumente interessieren nicht. Über den Pendlerparkplatz neben dem Bahnhof wurde damals nicht im Ansatz so viel diskutiert, der hat damals 900 000 Euro für 147 Stellplätze gekostet – 6122,45 pro Auto. Ökologische Kosten wie Flächenversiegelung und CO2-Ausstoß nicht einberechnet. Nein, für Radfahrer darf nicht so viel Geld ausgegeben werden.

Sieben Jahre! Und wo ist die Radfahrer-Lobby, wo sind die Betroffenen, wann kommen die endlich in die Pedale? Keiner da, um mal Druck zu machen, um Klartext zu reden und die Notwendigkeit klarzustellen. Dann eben nicht, dann wird eben noch weiter diskutiert. Notfalls so lange, bis die Fördermittel weg sind. Wäre ja nicht das erste Mal in Oldesloe.

Abgehoben So notwendig Fahrradstellplätze am Bahnhof auch wäre, so wichtig sicher Abstellmöglichkeiten auch sind – wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen. Wilfried Janson (Grüne) zeichnete im jüngsten Bauausschuss ein Horrorszenario mit marodierenden Diebesbanden, die ganze Wände rausreißen, um hochwertigste Räder gleich dutzendweise mitgehen zu lassen. Dagegen scheint G20 in Hamburg ein Kindergeburtstag zu sein. Hat da schon mal jemand was von gehört? Mit solchen „Argumenten“ wie der Forderung nach absolutem Diebstahlschutz dient man nicht der Sache, sondern macht sich lächerlich.

Abgestöpselt Geht dem Kub schon die Luft aus? Vielleicht haben es einige schon vergessen: Der Kulturetat war mehr oder weniger einfach mal eine so hingesagte Zahl. Keiner hatte Erfahrung, Inken Kautter war noch nicht an Bord, ja wie viel wollen wir uns den Spaß denn mal kosten lassen? So kam es zu den rund 100 000 Euro.

Jetzt wäre es an der Zeit, mal qualifiziert Bilanz zu ziehen. Das hat Inken Kautter auch getan. Allerdings unter der Maßgabe des Bürgermeister, dass nicht mehr Geld ausgegeben werden darf. Tolle Wurst. Da zieht jemand aus dem Hinterhalt den Stöpsel. Wer Kautters Bericht liest, findet darin deutliche Hinweise, wo es an Geld fehlt. Vermutlich nicht mal viel, darüber müsste man diskutieren. Profi wie sie ist, nimmt sie die Gegebenheiten hin und macht das Beste daraus. Nur sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass das Kub nur ein Leuchtturmprojekt sein kann, wenn es auch strahlen darf. Rolf Blase Andreas Olbertz