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Pressespiegel

15Jul

Stormarner Tageblatt vom 15. Juli 2017

Wer hat an der historischen Tür gepfuscht? Sicherheitsauflagen – Politiker über Zustand der Rathaustüren erbost.



Weil der neue Drücker nicht passt, musste an der Innentür gefräst werden. Malerarbeiten sollen noch folgen. FOTOS: OLBERTZ

Bad Oldesloe. Wenn das der alte Hansen sehen könnte, würde er vermutlich im Grab rotieren. Die Mitglieder des Hauptausschusses waren jedenfalls empört und entsetzt, als sie die Bilder sahen, die Maria Herrmann (SPD) herumreichte.

Parallel zum Umbau des Amtsgerichts zum Kub ist auch das historische Rathaus saniert worden. 800 000 Euro waren ursprünglich mal angesetzt worden, zwischenzeitlich wurde mit 1,6 Millionen Euro kalkuliert, geworden sind es am Ende knapp 1,8 Millionen. Im März wurde das Gebäude nach dreijährigem Umbau, dass der berühmte Architekt Christian Frederik Hansen einst entworfen hatte, nach dreijährigem Umbau wieder feierlich eröffnet.

Was hatte Architektin Brigitte Sunder-Plassmann bei der feierlichen Eröffnung noch gesagt: „Das Beste, was man erreichen kann in einem Gebäude, ist, dass nichts stört.“ Beim alten Rathaus ist das offensichtlich nicht ganz gelungen, denn als dort jetzt neue Drückergarnituren an der seitlichen Eingangstür angebracht wurden, haben die Kassetten in der hölzernen Tür wohl gestört. Der Türgriff ließ sich nicht mehr runterdrücken. Also hat jemand kurzerhand etwas vom Holz weggefräst, damit die Tür von innen wieder geöffnet werden kann. Außen ist zwar weniger radikal zu Werke gegangen worden, besser sieht es deshalb aber trotzdem nicht aus: Ein größeres Loch im Türblatt wurde mehr schlecht als recht zugespachtelt (siehe Foto auf Seite 1). Seitlich wie an der großen Portaltür an der Vorderseite tritt jetzt zutage, dass die vorherigen Drückergarnituren offenbar nicht abgenommen worden waren, als die Türen frisch gestrichen wurden. Jemand hat drum herum gepinselt mit dem Ergebnis, dass sich jetzt die alten Umrisse deutlich als kahle Flecken abzeichnen.

„Da haben wir im Kub-Team monatelang nur über die Farbe der Tür diskutiert und jetzt sowas“, ärgert sich Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann. Zustimmung kam auch von den Christdemokraten. „Das ist ja schlimmer als das Schwimmbad“, urteilt Birgt Reichardt-Mewes.

Bürgermeister Jörg Lembke ärgert sich auch über die Türen. „Man wird immer wieder überrascht“, teilte er gestern auf Nachfrage mit: „Die Tür ist 200 Jahre alt, aber es gibt neue Sicherheitsvorschriften, dass die Klinke nach innen gebogen sein muss. Da könnte ja sonst jemand hängen bleiben.“ Sicherheit stehe über allem. Lembke dazu: „Das wird uns noch an vielen Stellen in der Stadt ereilen.“

Andreas Olbertz