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Pressespiegel

14Jul

Lübecker Nachrichten vom 14. Juli 2017

Travebad: Neues Preissystem noch auf dem Prüfstand. Nach der Sommerpause werden kritische Punkte am runden Tisch diskutiert.

Vor dreieinhalb Jahren ist das Travebad eröffnet worden. Davor gab es drei Jahre lang aufgrund von Bauarbeiten kein Hallenbad in Oldesloe.

Eigentlich sollte über das neue Preissystem für das Oldesloer Travebad abgestimmt werden. Doch die von den Vereinigten Stadtwerken (VSG) vorgeschlagene Erhöhung der Tarife mochten nicht alle Mitglieder des Hauptausschusses mittragen, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen.

„Dass das Bad nicht kostendeckend ist, wissen wir alle. Aber es gehört zur Daseinsfürsorge. Wir bieten auch kein dreistufiges Erlebnisbad mit hochqualifizierter Einrichtung. Deshalb sollten wir die Schwelle möglichst niedrig halten“, argumentierte Hendrik Holtz (Linke) für die Beibehaltung der Preise. Schließlich rechne es sich auch nicht, wenn immer mehr Leute wegblieben. Dieser Auffassung schloss sich Wolfgang Schmidt von den Freien Wählern an.

Maria Herrmann (SPD) sagte, ihre Fraktion sehe eine Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt kritisch, da das Bad noch mit einigen Problemen behaftet sei. Besser sei es, die Bürger zu einer Sitzung einzuladen, damit geklärt werden könne, welche Defizite es noch gibt und was schon ausgeräumt sei. Ähnlich äußerte sich Birgit Reichardt-Mewes (CDU). „Prinzipiell würden wir zustimmen. Aber irgendwie kommen wir wegen der Probleme im Bad nicht vom Fleck“, sagte sie und schlug vor, einen runden Tisch mit Vertretern der VSG, Stadtwerkeleiter Jürgen Fahl und den Vereinen, die das Bad nutzen, zu bilden. Dann könne alles besprochen und abgearbeitet werden. Die Einschränkung dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu diskutieren, „weil ohnehin zu viel über das Bad geklatscht wird“, fand keine Zustimmung. Vereinbart wurde, dass vor der Hauptausschuss-Sitzung am 20. September ab 18.30 Uhr alle kritischen Punkte auf den Tisch gebracht und geklärt werden. Fahl dementierte, dass immer noch technische Probleme existieren. „Das Bad funktioniert, wir brauchen uns nicht zu verstecken“, sagte er, erklärte sich aber bereit, Fragen zu beantworten.

Auch die Preise selbst stehen nach der Sommerpause zur Debatte. Auf Anraten von Birgit Reichardt-Mewes soll das Alter, ab dem der Badbesuch kostenpflichtig ist, auf sieben Jahre heraufgesetzt werden.

Maria Herrmann regt an, bei den Wertkarten einen 25-Prozent-Bonus einzuführen.

Die Einzelkarten für Kinder und Jugendliche sollen laut VSG von zwei auf 2,30 Euro sowie für Erwachsene von vier auf 4,60 Euro steigen. Der Preis pro Bahn springt gleich von zehn auf 40 Euro. Laut dem kaufmännischen Leiter der VSG, Steffen Tübbicke, lässt sich das nicht abwenden. Betriebsprüfer seien zu der Ansicht gelangt, dass zehn Euro nicht auskömmlich sind, um das Bad zu betreiben und hätten die fehlenden 30 Euro deshalb als verdeckte Gewinnausschüttung deklariert. „Darüber können wir nicht mehr hinwegsehen. Wenn wir den Preis nicht anheben, müssen wir Kapitalertragssteuer zahlen“, sagte Tübbicke.

Thema war dies schon im vergangenen Jahr. Damit örtliche Vereine finanziell nicht ins Schwimmen geraten, war vorgeschlagen worden, dass die Stadt einen Teil der Mehrkosten an sie zurückzahlt, so dass sie künftig reell nur 15 Euro pro Bahn zahlen.