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Pressespiegel

14Jul

Stormarner Tageblatt vom 14. Juli 2017

Sinnvoll, aber viel zu teuer. Berufsschüler initiierten Pfandringe in Bad Oldesloe / Mitschüler befragen Passanten.

Drei der Pfandring-Initiatoren auf der Oldesloer Hude (v.l.): Nils von Appen, Tobias Freymuth und Frederic Wrage. Niemeier

Bad Oldesloe. Aus einem Schülerprojekt wurde praktische Umsetzung: Der Schulleiter der „Beruflichen Schulen“ (BSK) in Bad Oldesloe, Rüdiger Hildebrandt, war hör- und sichtbar stolz, als er im Filmsaal der Bildungseinrichtung zur ersten Bilanz der Oldesloer „Pfandringe“ begrüßen konnte.

Die mittlerweile von den BSK abgegangenen Schülern gestartete Initiative, die durch die Lokalpolitik und die Stadtverwaltung in der Innenstadt an 19 Standorten umgesetzt wurde, haben jüngere Jahrgänge im Bereich „Primärforschung“ unter die Lupe genommen. Wie kommen die Pfandringe bei den Oldesloern an? Werden sie genutzt? Diese Fragen stellten Carlotta Callsen-Bruhn, Milena Kleene, Sina Gotthard, Sünje Stoffers, Svantje Meyer und Patrick Matysik 205 Passanten.

Insgesamt kamen interessante Ergebnisse ans Tageslicht. So gaben 69 Prozent der Befragten an, dass sie sich nicht ausreichend über die Pfandringe informiert fühlten. 39 Prozent hatten sogar noch nie von ihnen gehört. Nur 45 Prozent denken, dass die Ringe überhaupt genutzt werden. 82 Prozent halten sie allerdings trotzdem als Idee für sinnvoll und 67 Prozent würden sie auch selbst nutzen oder nutzen sie schon. Wichtigster Grund sie nicht zu nutzen, sei es, dass man das Pfandgeld selbst behalten wolle. Über die Hälfte der Befragten geht nicht davon, aus, dass das zur Sauberkeit der Stadt beitragen werde. Es sei lediglich eine Aktion für Pfandsammler, die so nicht im Müll wühlen müssen.

Kritik gab es daran, dass die Ringe auf Grund der Farbgebung – die sichtbar den aschgrauen Mülleimern angepasst wurde – kaum sichtbar seien. An einigen Stellen seien sie schlecht und versteckt angebracht. Außerdem fehle es an Erklärungen für potenzielle Nutzer.

Die Schüler schlagen „lustige Hinweisschilder“ wie: „Die Pfandflaschen, bitte“, „Das Pfand ich nett“ oder auch „Pfandtastisch“ vor. Neben der schlechten Information der Mitbürger und Unsicherheiten darüber, was die Vorrichtung überhaupt soll, war der größte Kritikpunkt, dass die von den Schülern genannten „rund 200 Euro“ pro Pfandring viel zu teuer seien. 123 der 205 Befragten empfinden das Projekt daher im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung als Steuerverschwendung. „Ich finde die Ergebnisse interessant und das Projekt gut. Wir sollten viel mehr mit Schulen kooperieren“, so die Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Patrick Niemeier