Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

01Jul

Stormarner Tageblatt vom 1. Juli 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Überall nur Dauerbrenner

Fortschritt Sollte es doch noch was werden mit einer Ahrensburger Südumgehung? Eher nicht. Wer soll das bezahlen? Und wenn, wer garantiert, dass die Stadtverordneten nicht wieder alles in letzter Minute canceln, wie es schon bei der Nordtangente war. Da muss man noch nicht einmal die Argumente von SPD, Grünen und FDP bemühen, für die die von CDU und WAB durchgesetzte „Realisierungsabschätzung“ die reinste Steuerverschwendung ist. Wozu 60 000 Euro ausgeben, wenn man vorher weiß, dass in dem FFH-Gebiet der Bau von Straßen ausgeschlossen ist? Wo die Mitglieder des Ahrensburger Umweltausschusses doch schon Angst haben, bei der vom Kreis angeregten Stärkung des Tourismus im Tunneltal mitzumachen. So was Ähnliches kam auch beim Gespräch des Bürger- und Grundeigentümervereins Waldgut Hagen mit dem Bürgermeister heraus. Was wünscht man sich am meisten, wenn man weder eine Umgehungsstraße noch eine Verkehrsentlastung bekommt? Dass alles so bleibt wie es ist! Was auf gut Deutsch heißt: Wir leben hier noch gut, und es soll nicht schlimmer werden. Und wie geht der Deutsche das an: Er fragt den Staat. In diesem Fall die Stadt, ob die eine Erhaltungssatzung erlassen könnte. Puppenstube Hagen? Darauf konnten die Rentierjäger vor 10 000 Jahren noch nicht kommen. Schade. Sonst hätte Rust sie nicht ausgraben müssen. Und man könnte sie – tolles Tourismus-Projekt – von der Umgehungsstraße aus beobachten. Aber hätte, wäre, wenn. Mal sehen, was man in 10 000 Jahren findet.

Baumschnitt Hat Politik nichts Wichtigeres zu tun, als sich jahrelang mit einem Baum im Sachsenring zu beschäftigen? Ist ein Nein, kein Nein mehr und ein Ja kein Ja mehr? Was gelten Beschlüsse noch? Eigentlich hätte es nicht mal auf die Tagesordnung gehört, weil sowas doch wohl Verwaltungshandeln ist. Aber wie es halt so ist, und Anlieger etwas nicht akzeptieren, also wird die Politik aufgemischt. Die Kumpels in der Partei haben aber keine Mehrheit, und weil auch das nicht akzeptiert wird, kommt das Thema immer und immer wieder auf die Tagesordnung des Umweltausschusses. Seit Jahren ohne Erfolg. Jetzt musste es also die Stadtverordnetenversammlung sein. Das darf die CDU natürlich tun, schließlich spiegeln die Mehrheitsverhältnisse im Ausschuss unter Umständen nicht die der Stadtverordnetenversammlung wider. Wenn einer Partei etwas am Herzen liegt, dann zieht sie diese Karte. So hat die CDU als Antragstellerin aber komischerweise nicht argumentiert. „Der Bürgermeister wollte zu diesem Thema eine Entscheidung der Stadtverordneten“, begründete CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller den Antrag. Hä? Wenn der Bürgermeister das unbedingt will, warum macht er dann nicht von seinem Recht gebrauch und beantragt eine entsprechende Abstimmung selber? Oder sollte da die dreiste Klientel-Politik verschleiert werden?

Guter Schnitt Und noch so ein Dauerbrenner. Alle paar Jahre ploppt das Thema wieder hoch: Aufwandsentschädigung für Lokalpolitiker. Diesmal hatte der fraktionslose Wolfgang Schmidt eine Erhöhung gefordert. Keine Frage, wenn Politiker ihr Amt ernst nehmen, kann ihnen das viel Arbeit machen. Aber ganz ehrlich: Es ist ein Ehrenamt – das sollte man gerne machen oder es bleiben lassen. Wer sich nur in der Politik engagiert, wenn das Sitzungsgeld stimmt, kann nicht die beste Wahl sein. Verdienstausfall, Fortbildungen, Auslagen – und dazu darf auch gerne ein Babysitter gehören – sind selbstverständlich zu erstatten, aber alle anderen Zahlungen ...

Rolf Blase Andreas Olbertz