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Pressespiegel

23Jun

Stormarner Tageblatt vom 23. Juni 2017

Mängelbad statt runderneuert. Im Oldesloer Hauptausschuss ging es hoch her.

Bad Oldesloe Der Kopf von CDU-Lokalpolitiker Horst Möller lief rot an, der fraktionslose Wolfgang Schmidt trommelte nervös mit seinen Fingern auf der Tischplatte – umso länger Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl über das Travebad berichtete, desto angespannter wurde die Stimmung im Hauptausschuss. Es läuft seit drei Jahren einfach nicht rund in der nach langer Umbau- und Sanierungsphase im Februar 2014 wiedereröffneten Schwimmhalle der Stadt.

Seien es Beschwerden über unfreundliches Personal, die lange Zeit geschlossene Sauna, technische Probleme an den Eingangskreuzen, durch veränderte Öffnungszeiten verärgerte Frühschwimmer, Legionellen im Kaltwasser der Duschen, Vereine die sich ausgeschlossen fühlen, Diskussionen über Eintrittspreise oder mangelnde Privatsphäre zwischen den unterschiedlichen Geschlechtern in den Umkleiden.

„Wann sorgt das Travebad nicht nur für negative Schlagzeilen? Wir haben da viele Millionen investiert und es hieß, es wird positiv wahrgenommen werden. Bisher höre ich nur von Problemen“, kritisierte Horst Möller (rundes Foto oben).

„In einigen Fällen war die Presseberichterstattung unsachgemäß, finde ich, aber wir können nicht leugnen, dass es Probleme gab und gibt“, antwortete Jürgen Fahl (rundes Foto unten) ausweichend. Die Problemlage sei vielschichtig. „So ein Bauprojekt ist komplex. Einige Mängel die man jetzt erst entdeckt, stammen noch aus der Zeit der Sanierung. Die Legionellen auf der anderen Seite, die befanden sich überraschend im Kaltwasser, weil sich wohl Wasser in einer Leitung der länger nicht benutzten Sauna gesammelt hatte“, so Fahl: „Es ist alles komplex. Die Abnahme durch das Ingenieurbüro, war bekanntermaßen nicht korrekt. Die beteiligten Firmen sind kompliziert im Umgang. Es ist schwierig kompetente Unternehmen zu finden, die die notwendigen Arbeiten durchführen.“

„Wie sieht es denn mit der Badewasser-Umwälzanlage aus? Wir wissen ja, dass die beim Einbau so neu war, dass es dafür keine Normen gab“, hakte Möller nach. „Das haben wir damals bewusst so gemacht, weil die Anlage wunderbar passte. Tatsächlich gibt es da in einem Bereich der Anlage Probleme, die aber keine Auswirkung auf die Wasserqualität haben. Die Testphase für die Anlage endet in diesem Jahr. Wir haben eine Verlängerung beantragt und hoffen, dass die genehmigt wird“, so Fahl.

Ein weiteres bisher nicht gelöstes Problem sei die Parkplatzsituation. Die Stellplätze vor der Halle sind für Schwimmbadbenutzer, eine Fremdnutzung soll nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. „Das Thema ist seit Monaten auf dem Plan. Gibt es da eine Lösung“, fragte der SPD-Fraktionsvorsitzende Björn Wahnfried. Die Lokalpolitik hatte sich aus Kosten- und Unterhaltungsgründen gegen Schranken ausgesprochen. „Ich weiß nicht, ob ich da kurzfristig eine Lösung anbieten kann. Das ist kompliziert“, so Fahl. „Wir möchten in drei Monaten eine Lösung haben, ansonsten muss wohl die Schranke kommen“, forderte Christdemokratin Birgit Reichardt Mewes.

Auch die von ihrem Parteikollegen geforderten Berichte über die Besucherfrequenz konnte der Stadtwerke-Chef nicht bieten. „Das ist mit dem Kassenautomaten nicht so einfach, der spuckt die nicht mal eben so aus“, sagte Fahl. „Eine Kundenstatistik bekommt jeder Kleinhändler hin. Das ist doch nur peinlich“, klagte Uwe Rädisch (CDU).

Patrick Niemeier