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Pressespiegel

22Jun

Stormarner Tageblatt vom 22. Juni 2017

Platz da! für Räder am Bahnhof. Die Stadt Bad Oldesloe hat am Bahnhof endlich neue Fahrradstellplätze realisiert. Unter dem Dachüberstand des Parkhauses wurden 120 Bügel montiert.

Bad Oldesloe Es tut sich also doch was in Sachen Fahrradstellplätze am Oldesloer Bahnhof. Unter der Parkhausrampe auf der Innenseite zu den Gleisen hin sind jetzt 120 einfache Abstellbügel installiert worden. Die („Pendler“-) Stadt rühmt sich, dass sie damit das Umfeld des Bahnhofs weiter aufrüste.

Seit vielen Jahren wird bereits über eine Verbesserung der Stellplatz-Situation am Bahnhof beraten. Unter anderem wurden bereits 2012 verschiedene Varianten von der Immobilienabteilung erarbeitet. Bislang ist allerdings extrem wenig passiert. Im April 2014 waren sich noch alle Parteien einig: Einstimmig wurde ein Antrag der Grünen angenommen, zwei vollautomatische Radhäuser zu bauen. Zwei! Einstimmig! Doch schon im Oktober war der Konsens dahin. Mit einfacher Mehrheit der Stadtverordneten wurde der Beschluss gefasst, 120 einfache Stellplätze zu schaffen und ein Radhaus zu bauen, das Platz für weitere 120 Räder bietet.

„Ganz schön sportlich, dass es 2017 endlich umgesetzt ist“, sagt Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) ironisch: „Es ist ein Trauerspiel.“ Sie bezweifelt, dass damit der Bedarf am Bahnhof auch nur annähernd gedeckt ist. Für sie ist es deshalb unstrittig, dass das Radhaus zusätzlich kommen muss. „Das war ein Beschluss damals, bei dem für jeden was dabei war“, erläutert sie. Einfache, kostenlose Plätze gebe es, es würden Boxen an Pendler vermietet. Herrmann: „Wir müssen auch für diejenigen Platz schaffen, die Helm, Regenzeug und den Akku vom teuren E-Bike sicher unterbringen wollen.“ Doch weil die Förderfrage immer noch nicht verbindlich geklärt ist, gibt es bislang keine Mehrheit, die im Haushalt bereit stehenden Mittel für den Bau eines Radhauses frei zu geben. Maria Herrmann ärgert das: „Wenn Beschlüsse nicht zeitnah durch die Verwaltung umgesetzt werden, eröffnet das immer wieder Türen, um Diskussionen erneut loszutreten. Das bindet auch viel Arbeitskraft in der Verwaltung.“

In einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung heißt es zum weiteren Vorgehen verklausuliert: „Weitere 120 Stellplätze für Fahrräder sind zwischen den Gleisen drei und vier geplant. Für diese Stellplätze muss die Bauart abgestimmt werden und eine Gestattung seitens der Deutschen Bahn AG vorliegen.“ Beides würde auf das Radhaus zutreffen. Doch der CDU und der FBO ist diese Variante zu teuer.

Bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses im kommenden Monat – am Mittwoch, 5. Juli, – steht das Thema erneut auf der Tagesordnung. Dann werden hoffentlich Vertreter des Landes für Klarheit sorgen können.

Was von der Stadt jetzt als „erster Bauabschnitt“ bezeichnet wird, ist einfach nur die Montage einer zweiten Reihe von Bügeln unter dem Dachunterstand des Parkhauses. Kostenpunkt 15 000 Euro. 75 Prozent davon hat das Land (nah.sh) übernommen.

Andreas Olbertz