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Pressespiegel

20Jun

Stormarner Tageblatt vom 20. Juni 2017

Wander-Brücke wird erneuert. Planung für Neubau wird im Juli vorgestellt / Baubeginn noch im Herbst möglich / 300000 Euro im Haushalt bereitgestellt.

Rigoros: Teile des Bodens wurden herausgesägt, um die nicht mehr sichere Brücke unpassierbar zu machen. Zäune waren immer wieder weggeräumt worden. FOTOS: OLBERTZ

Bad Oldesloe Eine Brücke wird zum Zankapfel. Die Trave plätschert gemütlich vorbei, Vögel singen und Kaninchen hoppeln über den Weg. Gelegentlich stört ein Zug auf der benachbarten Eisenbahntrasse die Idylle. Nur Fußgänger haben dort das Nachsehen. Die Verbindung zwischen Sehmsdorfer Straße (bei der Kleingartenkolonie rein) zum Trave-Wanderweg ist abrupt und ziemlich brutal unterbrochen. Die Travebrücke ist nicht nur mit Gittern für Reiter und Fußgänger gesperrt, es wurden sogar an beiden Ende Teile des Bodenbelags herausgesägt.

Anlieger und regelmäßige Nutzer der Brücke sind auf der Zinne. „ Ist eigentlich ein vorsätzliches Vergrößern des Schadensbildes an diesem Bauwerk eine Sachbeschädigung? Hätte man die Energie, die in die Absperrmaßnahmen gesteckt wurde, nicht zur Verkehrssicherung der Brücke verwenden können? Macht das Aussitzen mit Sperren statt Reparatur den Schaden nicht größer?“, empört sich beispielsweise Daniel Goldenbaum.

Dem widerspricht Bauamtsleiter Thilo Scheuber entschieden. Die Brücken werden regelmäßig überprüft. „Natürlich sehen wir, wenn sich der Zustand verschlechtert“, erklärt er. Doch in dem Fall hätten weder einfach jährliche, noch die alle drei Jahre stattfindende Kontrolle Alarmzeichen ergeben. Erst eine Hauptprüfung durch einen Sachverständigen (alle sechs Jahre) hätte ergeben, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben sei. Gründungspfähle seien „erheblich geschwächt“. Bei solchen Aussagen muss die Verwaltung handeln – die Brücke wurde gesperrt. Fußgänger räumten die Sperren immer wieder beiseite. Scheuber: „Ich jogge da gelegentlich vorbei und habe mitbekommen, wenn die Absperrung wieder weg war. Ich hätte das natürlich auch übersehen können, aber wenn dann tatsächlich mal was passiert, sind wir dran.“ Also wurden Bohlen rausgesägt.

Zu dem Zeitpunkt war längst entschieden, dass eine Reparatur unwirtschaftlich sei. Allein die Gründungspfähle zu erneuern würde 150 000 Euro kosten. Scheuber: „Der Überbau weist ebenfalls starke Schädigungen auf. Es ist damit zu rechnen, dass diese Schäden innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre einen Umfang erreicht haben, der zu einer erneuten Sperrung der Brücke führen würde. Aus Erfahrungswerten würde dies im Vergleich zu einem Neubau insgesamt zu höheren Kosten führen.“

Für einen Neubau müssen Haushaltmittel beantragt und bewilligt werden. Das ist geschehen. Der Haushalt für dieses Jahr wurde allerdings erst vor wenigen Tagen von der Kommunalaufsicht genehmigt. „Erst zu diesem Zeitpunkt konnten wir einen Planungsauftrag erteilen. Dass wir nun schon einen Entwurf in den nächsten Bauausschuss einbringen, finde ich unter der Voraussetzung beachtlich“, lobt der Bauamtsleiter. Wenn alles glatt geht, wird die Brücke im Herbst ersetzt.

Zur Disposition steht lediglich die Brücke zwischen Bürgerpark und Landwirtschaftsschule am Konrad-Adenauer-Ring. Über deren Notwendigkeit soll nach der Sommerpause im Bauausschuss beraten werden.

Andreas Olbertz