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Pressespiegel

27Mai

Stormarner Tageblatt vom 27. Mail 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Mal Klein-Klein, mal großer Wurf

Rücktritte War es eine trügerische Ruhe oder die Ruhe vor dem Sturm? Fünf Jahre nach der streitgeplagten Trennung vom langjährigen Vorsitzenden Uwe Schneider hat der Verein Jordsand wieder eine Führungkrise. Schneider-Nachfolger Eckart Schrey war im Januar zurückgetreten, der Ende März neu gewählte Vorsitzende Reinhard Schmidt-Moser zog sich nach sieben Wochen zurück. Nun ist seine Stellvertreterin Erika Vauk in der Pflicht, die das eigentlich gar nicht wollte. Probleme scheint der Traditions-Verein auf mehreren Ebenen zu haben: Im Vorstand lässt sich keine Einigkeit herstellen, obwohl im März drei Neue in das Gremium gewählt wurden. „Anhaltende Differenzen in Fragen der Vereinsführung“ nannte Schmidt-Moser als Grund für seinen Rücktritt. Auch die Finanzierung des Vereins ist auf Kante genäht. In der Vergangenheit habe man die betriebswirtschaftliche Seite nicht immer so beachtet, sagt Erika Vauk. Sie kennt den Verein lange und gut, ihr Mann war mehrere Jahre Geschäftsführer, bevor er krank wurde. Dass sie ins kalte Wasser geworfen wurde und die schwierige Aufgabe trotzdem annimmt, zeugt von Charakter. Offenbar braucht es aber auch ein gerüttelt Maß Durchsetzungskraft, um Jordsand wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Der 110 Jahr alte Naturschutzverein darf nicht an persönlichen Befindlichkeiten scheitern. Damit hat Erika Vauk Recht, aber die anderen Persönlichkeiten müssen dafür ebenfalls mitspielen.

Kabelsalat Ahrensburg und der Kreis haben es längst, bieten ihren Politikern einen „digitalen Sitzungsdienst“. Sitzungsunterlagen digital auf einen Tablet-Computer zu bekommen, spart auf Dauer nicht nur Unmengen an Papier zu archivieren, es ist auch der einfachste Weg, Vorlagen und Beschlüsse wiederzufinden. In der Politik gibt es einen alten Grundsatz: Wenn Politik etwas nicht will, rechnet sie es teuer. So ist es auch in Oldesloe passiert. 70 iPads … boah, was das kostet. Und dann auch noch Personal zur Administration … um Gottes Willen, wir haben doch schon ein Fünf-Millionen-Loch im Haushalt. Und was es sonst alles gibt – Datenschutz über Klimaschutz, trübe Augen. Der Beschluss, dieses Thema nicht weiter zu verfolgen, ist eine Bankrotterklärung von Politik und Verwaltung. Auf die einfachste Idee, mal jemanden, der damit schon arbeitet, als Referenten in den Ausschuss zu holen, ist niemand gekommen. Es gibt Firmen, die auf Mandatsträger spezialisierte Software anbieten. Von denen wäre bestimmt auch jemand gekommen oder hätte – Vorsicht, jetzt kommt ein neumodischer Vorschlag – per Videokonferenz Rede und Antwort gestanden. Ganz zu schweigen davon, es einfach mal mit einer kleinen Gruppe auszuprobieren. Nix da. „Wir machen das mit den Fähnchen“, könnte man in Anlehnung an einen Werbespot sagen. Da muss man froh sein, dass nicht wieder Steinplatten, Papyrus-Rollen oder Schiefertafeln eingeführt wurden . Die Karikatur lässt grüßen.

Jenseits von 08/15 Wie geil war das denn am Wochenende: Ein neues Veranstaltungskonzept in Bad Oldesloe schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe: „Pflasterart“. Nichts von der Stange, sondern eine gut sitzende und kunstvoll verzierte Kombination – getragen von internationalen Straßenkünstlern und heimischen Musikern, die ihr Handwerk verstanden und an den unterschiedlichsten Orten in der Innenstadt ein begeistertes Publikum hatten. Mitunter war da, ob der Menschentrauben, kein Durchkommen mehr. Das Fußvolk johlte, lachte und klatschte und gab gerne einen Obolus für die Hutkasse. Auch der Marktplatz mit zahlreichen Ständen und netten Sitzgelegenheiten konnte sich sehen lassen. Dazu am Sonnabend und Sonntag Traumwetter. Hat man bei uns ja auch nicht immer. Besser ging’s kaum. Da ist der Stadt – allen voran Inken Kautter und Tabea Braun von der Kulturschmiede – ein großer Wurf gelungen. Beide haben sich getraut und unsicheres Neuland betreten. Hut ab, danke und bitte mehr davon!

Biester Die kleinen Biester sind unsichtbar und melden sich nur dann, wenn man sie garantiert nicht braucht. Legionellen im Wasser sind eigentlich harmlos, aber wenn sie beim Duschen mit dem Sprühnebel eingeatmet werden, könne sie im Extremfall sogar zum Tod führen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, könnte man meinen, aber so einfach ist es nicht. Weil man in der Vergangenheit zu wenig wusste und Gebäude wie Schulen oft mehrfach erweitert wurden, finden die Bakterien immer Lebensräume. Das muss nicht über all so gravierend sein wie im Heimgarten-Schulzentrum, aber teuer wird es allemal.

Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten