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Pressespiegel

06Dez

Lübecker Nachrichten vom 6. Dezember 2013

FSJ: Keine Alarmstufe mehr an der Oldesloer Stadtschule

Sabine Prinz, Rektorin

Sabine Prinz, Rektorin

Kommission legt Ergebnisse der Evaluation vor. Freiwillige brauchen mehr Unterstützung.

Von Kerstin Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe - Nachdem es an der Stadtschule in Bad Oldesloe Probleme mit jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJler) gab (die LN berichteten), gibt es jetzt eine erste Evaluation zur Situation an der gebundenen Ganztagsschule. Die Bewertung fällt durchaus positiv aus, gleichwohl gibt es weiter dringenden Verbesserungsbedarf.

Die jungen Menschen, die Anfang des Jahres auf ihre missliche Situation an der Schule aufmerksam machten, fühlten sich allein gelassen, nicht Ernst genommen, streckenweise überfordert und mit Dingen betraut, die nicht zu ihren Aufgaben gehörten. Knackpunkt war auch, dass es in ihren Augen zu wenig Unterstützung in der Nachmittagsbetreuung gab. Zwei FSJler verließen daraufhin die Schule.

Das war Anlass für die Grünen, eine Begleit-Komission zu bilden. Bestückt mit Vertretern aus Verwaltung, Arbeiterwohlfahrt (Awo), Politikern von CDU und Grünen, Vertretern der Stadtschule und FSJlern entwickelten die Teilnehmer einen Fragebogen, um die Stimmung unter den Freiwilligen einzufangen, aber auch die Standpunkte der Lehrer, Erzieher und Schulsozialarbeiter kennen zu lernen. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor. "Ich fühle mich nicht überfordert",erklärte der Sprecher der FSJler, René Schünemann, jetzt im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) der Stadt. Die Frage des Vorsitzendes des BSKA, Wolfgang Schmidt, ob an der Stadtschule "Alarmstufe Rot" gelte, konnte Schünemann mit einem klaren Nein beantworten. Das gelte auch für die früher kritisierte Nachmittagsbetreuung, bei der vier bis fünf Freiwillige einen Kinderclub mit bis zu 18 Jungen und Mädchen betreuten. "Wir wissen immer wo ein Lehrer oder ein sozialpädagogischer Assistent ist", erklärt der Sprecher.

Das bestätigt die Leiterin der Stadtschule, Sabine Prinz: "Die FSJler sind nicht allein, aber sie wünschen sich eine Fachkraft pro Gruppe." Nur das, so die Rektorin, sei nicht machbar. Dafür gebe es kein Personal. Im Gegenteil, vereinzelt würden Lehrer quasi ehrenamtlich am Nachmittag in der Schule sein. Umschichtungen, wie sie Angela Fehrmann (CDU) vorschlug, seien nicht möglich.

Ein Punkt den die Lehrkräfte und Erzieher der Schule in ihrer Umfrage ebenfalls kritisieren. Alle Befragten erklärten in der Evaluation, dass ein Ansprechpartner für alle Kinderclubs am Nachmittag nicht reichen würde. Doch die Frage ist, wie kann die Nachmittagsbetreuung außerhalb der Schulzeit verbessert werden. Die wollen die Mitglieder der Begleitkommission bei einem weiteren Treffen beantworten. Dann stehen auch die Punkte zur Diskussion, die ebenfalls Ergebnisse der Evaluation sind. Von Seiten der FSJler sind das: Arbeitszeiten, Absprachen zwischen Awo und Stadtschule, Gehalt, Mensaessen oder auch eine bessere Einführung in die Tätigkeit in der Schule. Mehr als die Hälfte der befragten FSJler fühlen sich nämlich ungenügend oder gar nicht vorbereitet.

Lehrer und Erzieher geben zu bedenken, dass durch die Seminarpflicht der jungen Erwachsenen - insgesamt 25 Tage - beim Jugendwerk der Awo die FSJler mehrere Tage komplett nicht in der Schule sind. Gleichzeitig bemängeln sie, dass das Kursangebot das Tätigkeitsfeld Schule aber nicht abdecke. Genau so wenig wie Konfliktlösung oder Durchsetzungsvermögen gegenüber Schülern. In der Vergangenheit, so das Evaluationsergebnis, sei dies vom Schulträger bearbeitet worden.

Es besteht also weiterer Gesprächsbedarf. Aber "wir können noch nicht sagen, wie wir das ausgestalten", erklärt der Leiter des Bürgeramtes, Thomas Sobczak.

Die Awo als Träger

Die Freiwilligen, die an der Stadtschule ein Soziales Jahr machen, sind bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) angestellt. Noch im vergangenen Schuljahr waren FSJler beim Elternverein der Schule angestellt, der musste aber passen. Unter anderem, weil eine Richtlinie zu erfüllen ist, nach der neben der pädagogischen Begleitung vor Ort auch eine pädagogische Begleitung durch den Träger erfolgen muss. Eine Extra-Förderung mit Landesmitteln in Höhe von 100 Euro pro Teilnehmer gibt es nur, wenn der Träger gemeinnützige Ziele hat - wie die Arbeiterwohlfahrt.