Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

10Mai

Lübecker Nachrichten vom 10. Mai 2017

Kirchberg: Bahn frei für Wettbewerb. Bauausschuss einigt sich: Ideen für das neue Oldesloer Innenstadt-Quartier gesucht.

Zwischen Kirchberg und der ehemaligen VHS soll ein neues Quartier entstehen mit dringend benötigten Wohnungen. FOTOS: GIESE, LN-ARCHIV

Britta Matzen

Jetzt doch: Der städtebauliche Ideenwettbewerb für das Gelände zwischen Kirchberg und der ehemaligen VHS und den angrenzenden Grundstücken soll wie ursprünglich geplant durchgeführt werden. Das beschlossen am Montagabend die Mitglieder des Bauausschusses auf ihrer Sitzung - und zwar einstimmig. „Ich kann mich nicht an so eine tolle Sitzungsvorlage erinnern. Die Verwaltung hat das hochkomplizierte Verfahren so intelligent und schlüssig aufbereitet, dass wir alle eine ganz klare Aussage treffen konnten: ,Wir wollen den Wettbewerb‘“, sagte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Selbst CDU und FBO, die zuvor dafür gestimmt hatten, das Verfahren einzustellen und die Planung komplett an den Kirchberg-Investor Argos abzugeben, gaben nun ihr Votum für den Wettbewerb ab. „Hätten wir wieder dagegen gestimmt, hätte es ein Patt gegeben. So kommen wir ja auch nicht weiter“, sagte dazu Uwe Rädisch (CDU). Die Stadt brauche schließlich dringend neuen Wohnraum.

Bauamtsleiter Thilo Scheuber hatte dem Ausschuss zuvor ganz deutlich aufgezeigt, dass nicht nur Zeit, sondern auch Geld in die Vorbereitungen des städtebaulichen Realisierungswettbewerb geflossen sei, das die Stadt abschreiben müsse, wenn sie auf einen Wettbewerb verzichte. „Die Vorbereitungen sind bereits abgeschlossen, da der Wettbewerb schon ab Mai 2017 starten sollte.“ Für die Auslobung seien bereits Kosten in Höhe von 10 000 Euro entstanden. Des weiteren sei dem Büro, welches mit der Betreuung des Wettbewerbs beauftragt sei, der entgangene Gewinn in Höhe von rund 1300 Euro zu zahlen. „Die Gesamtkosten belaufen sich bereits auf 11 300 Euro“, rechnete Scheuber vor.

Da es für die Grundstücke der Moog-Villa und der VHS kein Baurecht gebe und man erst einen Masterplan erstellen müsse, mache es zeitlich keinen großen Unterschied, ob man sich für ein Verfahren mit oder ohne Wettbewerb entscheide, so der Bauamtsleiter.

Ein weiteres Argument, das die Mitglieder des Bauausschusses überzeugte, betraf die Veräußerung des VHS-Gebäudes in der Königstraße 33. „Wir sind weit aus der Phase raus, dass wir das Grundstück anbieten wie Sauerbier“, machte Herrmann deutlich. Mehrere Interessenten hätten bereits bei der Verwaltung angefragt. Herrmann: „Wir sollten das Grundstück im Bieterverfahren verkaufen. Das bringt der Stadt am meisten.“ Zustimmung gab es von der CDU. Für Rädisch war das Bieterverfahren Grundbedingung.

Auch im Wettbewerb sahen Verwaltung und Bauausschussvorsitzende nur Vorteile: „Wir haben den Luxus, dass wir uns anschließend aus einer Vielzahl von Beiträgen den besten aussuchen können“, so Herrmann. „Das hat großen Charme“, befand auch Scheuber.

Der Investor vom Kirchberg könne sich selbstverständlich mit seiner Planung am Wettbewerb beteiligen ebenso wie am Bieterverfahren, meinte Herrmann. Dem Antrag auf Abbruch der Moog-Villa, die bereits im Besitz der Argos ist, wurde zugestimmt.

Vermutlich in zwei Monaten soll der Wettbewerb starten. „Das ist genau die Zeit, die wir verloren haben. Wir werden schauen, dass wir das hinkriegen“, so Scheuber.

Des weiteren wurde beim Bauausschuss der Sperrvermerk für die Flutlichtanlage des Kurparkstadions aufgehoben. Die technisch überalterte Anlage kann jetzt gegen eine neue LED-Beleuchtung ausgetauscht werden. Die Entwicklung von Umsetzvarianten für mehr Raumbedarf in der Ida-Ehre-Schule ging ebenfalls durch. Nur für das Radhaus am Bahnhof sieht es nicht gut aus. Der Sperrvermerk wurde nicht aufgehoben. „Wir haben uns heftig gewehrt“, so Uwe Rädisch. „Nah.SH hat uns ganz klar gemacht, dass 6000 Euro pro Radstellplatz zu teuer sind. Dafür kann man ein komfortables Einfamilienhaus bauen.“

Das Unternehmen habe günstigere Alternativen vorgelegt, mit denen man sich jetzt beschäftigen müsse.