Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

04Dez

Lübecker Nachrichten vom 4. Dezember 2013

Bad Oldesloe von Januar an ohne Klimaschutzmanagerin

Bad Oldesloe - Schneller als gedacht ist die Stelle des Klimamanagers in Bad Oldesloe verwaist: Nachdem die Mehrheit der Oldesloer Politik sich im Rahmen der Haushaltberatungen gegen eine Verlängerung der befristeten Stelle ausgesprochen hat, steht die Position jetzt schon zum 1. Januar zur Verfügung. Gerda Brodner, die seit November 2012 dieses Amt bekleidete, verlässt Bad Oldesloe in Richtung Niedersachsen.

Die CDU findet das nicht weiter dramatisch. "Die Stelle war auf zwei Jahre befristet", so Fraktionschef Horst Möller. Wenn es jetzt eine frühere Vakanz gebe, müssen "wir sehen was die Verwaltung dazu sagt". Er will die weitere Vorgehensweise im Haupt- und Umweltausschuss diskutieren und relevante Themen an Ingenieurbüros weitergeben.

SPD und Grüne sehen das anders: "Das ist schlecht für das Image der Stadt", ärgert sich Maria Herrmann, Fraktionschefin der SPD, noch immer über die Mehrheitsentscheidung gegen die Stelle eines Klimamanager. "Man macht ein großes Bohei um das Klimaschutzkonzept. Wir geben Geld dafür aus und sagen zwar A aber dann nicht B. Das ist nicht nachhaltig", so Herrmann. Ihr schwebt vor- da die Stelle nicht von der Stellenplanbremse betroffen sei - einen neuen Antrag zu stellen, die Position langfristig  zu besetzen: "Ich halte wenig davon, die Dinge an Büros zu vergeben. Jede Stadt braucht heute einen Klimamanager."

Auch Wilfried Janson, Fraktionschef der Grünen und Vorsitzender des Oldesloer Umweltausschusses, sieht das so. "Klimaschutz hat keine Zeit auf Mehrheiten zu warten." Im Fachausschuss will er im Januar das weitere Vorgehen diskutieren. Die Frage sei, wie es mit den Projekten der Klimamanagerin weitergehe, beispielsweise mit der Beratung für die Haushalte. "Das fällt alles weg", vermutet Janson. Dabei hat sich Bad Oldesloe mit Inkrafttreten des Klimaschutzkonzeptes im Jahr 2011 unter anderem auf die Fahnen geschrieben, bis zum Jahr 2020 eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1992 zu erreichen. Zentrale Ansprechpartnerin: die Klimamanagerin. Janson hofft, dass die Quartiersentwicklung in der Vogelsiedlung ohne Probleme vorangehen könne: "Ohne einen Klimamanager ist das aber vielleicht schwierig."

Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) betont: "Klimaschutz wird uns lange begleiten." Wer ein Konzept "anleiert, der muss das auch vernünftig zu Ende bringen". Seine Angst ist, dass wegen der politischen Entscheidung Fördermittel gestrichen werden. Aber er hat noch ein Ass im Ärmel: "Ich habe vielleicht eine Person, die einspringen wird." K. Kuhlmann-Schultz