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Pressespiegel

06Apr

Lübecker Nachricteh vom 6. April 2017

Radhaus oder Boxen? NAH.SH und Expertin geben Hinweise zu Varianten am Oldesloer Bahnhof.

Das Pilotmodell des Radhauses, das in Offenburg gebaut wurde. FOTO: HFR

Wie viel Geld muss die Stadt Bad Oldesloe in die Hand nehmen, damit Pendler ihre Räder diebstahlsicher am Bahnhof verstauen können? Wie berichtet, favorisieren SPD und Grüne den Bau eines Radhauses mit 120 Plätzen, wofür Geld im Etat eingestellt ist. Die CDU möchte die Baukosten senken mit der gleichen Zahl Boxen, die entweder im Freien oder unter einem Schutzdach aufgestellt werden könnten.

Entscheidend wird sein, wie hoch die Zuschüsse für eine solche Bike&Ride-Anlage ausfallen, die die Stadt von öffentlichen Stellen bekommen kann. Das hat die Verwaltung versucht, in Erfahrung zu bringen und bereits Antwort vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH) bekommen. Die Fördermittelstelle räumte zwar ein, belastbare Aussagen zur Höhe eines Zuschusses erst nach der Prüfung detaillierter Pläne treffen zu können. Einige Hinweise gab es in dem Schreiben aber doch. Bezugnehmend auf den Bau des Radhauses merkt der Sachbearbeiter an, dass die mit 5958 Euro bezifferten Kosten pro Stellplatz sehr hoch seien. Das müsse durch einen erheblichen Mehrwert einer solchen Anlage zu rechtfertigen sein. Die geschätzte Gesamtinvestition erscheine mit 715000 Euro sehr hoch und sei nicht nachvollziehbar. Die Stadt Offenburg habe ein solches Gebäude für 330000 Euro errichten lassen.

Viel besser kommt die von CDU und FBO favorisierte Variante mit 120 überdachten Boxen aber auch nicht weg. „Die Kosten pro Stellplatz liegen mit 5145 Euro. . . gleichauf mit dem Radhaus“, heißt es in dem Schreiben. Skeptisch betrachtet wird dieser Vorschlag zudem von der Förderstelle, da die Boxenanlage mit einem enormen Flächenverbrauch verknüpft sei und kein schönes Erscheinungsbild biete. Der aber gewichtigere Kritikpunkt dürfte sein, dass der Zugriff für die Allgemeinheit schwer zu gewährleisten ist, da Boxen, wie sie jetzt schon am Bahnhof stehen, stets über einen längeren Zeitraum vermietet werden. In diesem Fall schließt die NAH.SH sogar die Förderung komplett aus. Unter dem Gesichtspunkt der spontanen Zugriffsmöglichkeit dürfte allerdings das Radhaus vorteilhafter sein.

Als Expertin und Beobachterin der angespannten Parksituation am Oldesloer Bahnhof rät Ursel Rabeler zu einer innovativen Lösung. „Mit dem KuB hat die Stadt einen tollen Coup gelandet und ein Radhaus würde an dieses tolle Projekt anknüpfen“, sagt die Oldesloerin, die als Fahrradbeauftragte im Bezirk Hamburger Mitte arbeitet. Erst vorgestern besuchte sie den 5. Nationalen Radfahrkongress in Mannheim und berichtet, dass bundesweit viele Kommunen sich um eine gute Infrastruktur für radelnde Bahnpendler kümmern. „Es ist ein Thema der Zukunft: Weniger Feinstaub in den Städten, weniger Ressourcenverbrauch und kaputte Straßen“, sagt Rabeler. Da inzwischen viele Leute mit E-Bikes führen, seien sichere Abstellmöglichkeiten nötig. „Boxen sind aber absolut nicht mehr zeitgemäß. Dann schon eher eine eingehauste Anlage mit Zugangskontrolle.“

Bildunterschrift:1, Das Pilotmodell des Radhauses, das in Offenburg gebaut wurde.