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Pressespiegel

04Apr

Lübecker Nachrichten vom 4. April 2017

Mit Oldesloer Bürgern auf Augenhöhe. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auf Wahlkampftour für Susanne Danhier in der Schanze.

Im Oldesloer Nachbarschaftstreff Schanze wurde rege diskutiert. Vorn Ministerpräsident Torsten Albig mit Radverkehrsexpertin Ursel Rabeler, die einen Fahrradbeauftragten für den Norden anregte. FOTO: SUSANNA FOFANA

Kaffeekränzchen mit dem Ministerpräsidenten: Torsten Albig setzt im Wahlkampf auf das persönliche Gespräch in kleinen Tischgruppen. Getreu dem SPD- Wahlkampfmotto „Nah bei den Menschen“. Zwar lassen sich in einem Stündchen nicht alle Probleme dieser Welt lösen. Doch die eine oder andere Anregung konnte der SPD-Politiker aus den Bürgergesprächen im Oldesloer Nachbarschaftszentrum Schanze mit nach Kiel nehmen.

Viele der Gäste wohnen nur um die Ecke und kamen von daher zu Fuß vorbei, wie Ursel Rabeler, beruflich Fahrradbeauftragte im Bezirk Hamburg-Mitte. Ihr brannte unter den Nägeln, dass es in Schleswig-Holstein für den Alltags-Fahrradverkehr nicht wie in anderen Bundesländern Fahrradbeauftragte oder Arbeitsgemeinschaften zum Thema Zweirad gibt. Und das vor dem Hintergrund einer bewegungsarmen Einwohnerschaft. Sie ist überzeugt: „Das Fahrrad ist das ideale Verkehrsmittel für alle Strecken unter fünf Kilometern.“ Es sei auf Kurzstrecken schneller und löse Platzprobleme in den Städten. „Ein interessantes Thema“, nahm Albig die Anregung gern auf. Vielleicht bekommt das Fahrrad in seinem 200. Jubiläumsjahr bald auch im Norden eine bessere Lobby.

Fragen zur Flüchtlingspolitik hatte die Oldesloer Gymnasiastin Ronja Patricia Wrage an den Sozialdemokraten. Die 17-Jährige aus dem Quartier Schanzenbarg machte sich Sorgen um einen afghanischen Mitschüler im 12. Jahrgang, dessen Asylantrag abgelehnt wurde. Er sei gut integriert, der ganze Oldesloer Jahrgang habe Unterschriften für ihn gesammelt, berichtete sie. Albig sprach sich dafür aus, junge Afghanen wie diesen in Deutschland auszubilden, bis sie wieder in ihr Land zurückkehren können. Dort würden sie später dringend für den Aufbau benötigt werden. Derzeit gebe es pro Monat bundesweit etwa 40 Abschiebungen. Nach der derzeitigen Debatte wären übrigens „auch Josef und Maria abgeschoben worden“.

Nur „zum Schnacken“ war Norbert Laß vorbeigekommen, der in der Nachbarschaft wohnt und beim Spaziergang ganz zufällig im Treffpunkt landete. Das bürgerliche Mitglied der Oldesloer CDU fühlt sich im Nachbarschaftstreff stets „sehr wohl“. Dieses Mal war die Schanze vom SPD-Landesverband für die Veranstaltung im Wahlkreis von Susanne Danhier angemietet worden.

Aber Torsten Albig wollte nicht nur Wähler-Standpunkte erkunden und Ideen sammeln, sondern hatte auch zwei LED-Lampen für die Schanze quasi als Wahlgeschenk mitgebracht. Der Ministerpräsident war voll des Lobes für das „wunderbare Quartiersprojekt“. Maria Herrmann, Quartiersentwicklerin für ganz Bad Oldesloe seit 2012, die das Schanzen-Projekt überhaupt erst zum Laufen brachte, nahm die Lampen dankend entgegen. Die Oldesloer SPD-Politikerin hatte dem Kieler Kollegen zudem stolz das ganze Haus, ein ehemaliges Ladenlokal, mitsamt Fahrradwerkstatt im Keller gezeigt, stets gefolgt von einem NDR-Kamerateam (geplanter Sendetermin Freitag in „DAS“). Albig hatte sich ausgiebig Zeit für die Kreisstadt genommen und sogar den Gottesdienst in der Peter-Paul-Kirche besucht. Auch dort sei es um das Thema „Vertrauen“ gegangen. Es sei ihm fast wie eine politische Predigt vorgekommen.

Den Besuchern der Schanze wünschte Albig zum Schluss außer guten Ideen zur Lösung von Problemen in der Nachbarschaft durch gesellschaftliches Engagement einen guten Appetit - denn dann gab es ein gemeinsames Kuchenessen mit Gebäck von der „Kleinen Bäckerei“ in Bad Oldesloe“.

Nachbarschaftstreff

5 soziale Träger kooperieren für die Realisierung des Nachbarschaftstreffs „Schanze“. In dem ehemaligen Ladenlokal gibt es ein Nachbarschaftscafé, Spielenachmittage, Feste, Flohmarkt, eine Fahrradwerkstatt und einen Tauschraum. Die Quartierbewohner können die Räume zudem für Geburtstags- und Familienfeiern nutzen.

Q8 - Quartiere bewegen, 8 Lebensbereiche - ist eine Initiative der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Partnerschaft mit der Nordmetall-Stiftung. Q8 sucht nach Wegen, Menschen ein selbstbestimmtes und ausreichend versorgtes Leben zu ermöglichen. Das Projekt Q8 läuft in ausgewählten Quartieren in Hamburg und Schleswig-Holstein.