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Pressespiegel

05Apr

Stormarner Tageblatt vom 5. April 2017

Da ist nix mehr zu flicken

Wege wie diese in Seefeld müssen in den Oldesloer Ortsteilen dringend saniert werden. Doch wer soll das bezahlen? Die Anwohner! Die machten jetzt im Bau- und Planungsausschuss ihrem Unmut Luft.

Wege wie dieser in Seefeld müssen in den Oldesloer Ortsteilen dringend saniert werden. Doch wer soll das bezahlen? Die Anwohner! Die machten jetzt im Bau- und Planungsausschuss ihrem Unmut Luft.

Bad Oldesloe Das Unverständnis war groß bei rund 20 Anwohnern aus Seefeld, Schadehorn und Poggensee, die ihrem Frust im jüngsten Bau- und Planungsausschuss in Bad Oldesloe Luft machten. Der Hintergrund sind geplante Komplettsanierungen von fünf Wirtschaftswegen in Oldesloer Ortsteilen in den nächsten drei Jahren.

Pro Maßnahme werden 65 000 bis 165 000 Euro fällig. Laut Gesetzeslage und Satzung müssen die Anwohner 85 Prozent dieser Kosten bezahlen. „Wer hat uns gefragt? Was ist, wenn wir das alle gar nicht wollen“, fragte Gerd Meyer aus Schadehorn. „Wenn es sein muss, dann kaufe ich die Straße lieber“, führte er weiter aus. „Ich frage mich, wofür ich Grundsteuer bezahle“, schimpfte er. „30 oder 40 Jahre macht die Stadt gar nichts. Auch nicht, wenn darauf hingewiesen wurde und jetzt sollen wir das bezahlen“, pflichtete ihm Ernst-Wilhelm Schorr aus Havighorst bei.

„Ich kann nicht für die letzten 40 Jahre sprechen. Es mag nicht gut gelaufen sein, aber jetzt müssen die Straßen gemacht werden. Daran führt kein Weg vorbei. Die Grundsubstanz der Wege ist nachhaltig zerstört“, legte sich Bürgermeister Jörg Lembke fest. „Eine Straße hat eine gewisse Lebensdauer und wenn diese überschritten ist, ist sie überschritten. Da kann man dann auch nicht mit Flickmaßnahmen dauerhaft irgendwas retten“, erläuterte Bauamtsleiter Thilo Scheuber.

„Der Bürger würde gerne wissen, wieso genau diese Straßen jetzt ausgewählt wurden. Auch mir ist das nicht klar. Ich höre immer etwas von einem Pavement-System, verstehe aber nicht, wie daraus ausgewählt wird. Spukt das irgendwann Straßennamen aus und die werden dann in Angriff genommen?“, fragte sich Matthias Rohde (FBO). „Uns allen ist das System erklärt worden und wir haben damals selbst als Ausschuss entschieden, dass wir nicht jedes Mal eine komplette Übersicht wollen, wenn Sie sich erinnern“, erwiderte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) dem FBO-Mann. „Ich möchte auch keine komplette Auflistung. Der Bürger fordert aber mehr Transparenz“, legte Rohde nach. „Diese Prioritäten sind vom Bürgermeister so gesetzt worden. Man kann einige Maßnahmen vielleicht gegeneinander austauschen“, so Scheuber.

„Ich bin die Straßen abgefahren und sie sind im Eimer, wobei der Meierei-Weg noch schlechter aussieht und nicht in der Maßnahme ist“, berichtete Wilfried Janson (Grüne) von seiner Rundfahrt. Dass Anwohner nicht an einer Zahlung der 85 Prozent vorbeikommen, verdeutlichte Stadtkämmerin Mandy Treetzen. Es sei schlichtweg die Rechtslage. „Ich schlage trotzdem vor, dass wir für mehr Verständnis sorgen und daher Fachleute für Straßenbau einladen, um eine Infoveranstaltung mit den Anwohnern und uns Lokalpolitikern zu machen, bevor wir Entscheidungen treffen“, schlug Uwe Rädisch (CDU) vor. Auf diesen Vorschlag konnten sich alle Fraktionen einigen.

Patrick Niemeier