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Pressespiegel

28Mär

Stormarner Tageblatt vom 28. März 2017

Ehrenpreis wird zur Schlüsselfrage. Würdigung mit Sponsoring oder ohne: Keine Lösung im Hauptausschuss / Thema geht in die Stadtverordnetenversammlung.

Bad Oldesloe

Der Streit um den silbernen Schlüssel, mit dem die Stadt beim Neujahrsempfang verdiente Ehrenamtler auszeichnet, nimmt kein Ende. Auf Antrag der SPD befassten sich die Hauptausschussmitglieder auf der jüngsten Sitzung abermals mit diesem Thema. Eine Lösung gibt es bislang allerdings nicht, die Stadtverordnetenversammlung wird sich damit nächsten Monat befassen müssen.

Die SPD hatte beantragt, dass einerseits die Stadt die Kosten für den Schlüssel übernehmen solle und darüber hinaus entscheide der Hauptausschuss auf Vorschlag von Bürgerworthalter und Bürgermeister über die Vergabe. Ähnlich wie bei der Wahl des Ehrenbürgers soll dabei möglichst ein einvernehmlicher Beschluss gefasst werden - selbstverständlich nichtöffentlich.

Auf der Gegenseite machte Birgit Reichardt-Mewes (CDU) deutlich, dass ein Verzicht auf Sponsoring Oldesloer Firmen die Möglichkeit nehme, „sich an die Stadt zu binden. Ich halte es für Wichtig, die Wirtschaft zu beteiligen.“ Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) stellte klar: „Der Gedanke des Sponsorings ist aus den politischen Verhältnissen entstanden.“ Die zu ehrende Person erhalte von der Stadt lediglich eine Urkunde und vom Sponsor einen wertvollen Preis. „Ich finde das eine gute Lösung“, sagte Fehrmann. Für den Neujahrsempfang habe sich das bewährt und werde gut angenommen. Die jeweiligen Sponsoren, so die Darstellung des Bürgerworthalters, hätten den ausgewählten Kandidaten jeweils mitgetragen und keine eigenen Vorschläge eingebracht.

„Das ist sinnvoll“, sagte Wilfried Janson (Grüne) über den Antrag. Zustimmung kam auch vom fraktionslosen Wolfgang Schmidt, der fand, dadurch werde „das ganze etwas neutralisiert“. Die Wahl von Asklepios als Sponsor werde nämlich „als Ablasszettel eines unsozialen Arbeitgebers“ gesehen. Hendrik Holtz (Linke) sah im Sponsoring „eine völlige Überflüssigkeit“.

Hinrich Stange (FBO) wertete den Vorschlag hingegen als Affront gegen die Bad Oldesloer Unternehmen im Allgemeinen. „Was sollen Firmen hier eigentlich noch machen?“, führte Stange aus: „Alles wird schlecht gemacht. Die haben die Schnauze voll.“ Horst Möller von der CDU sah die Angelegenheit weniger bedeutungsschwanger. „Wir müssen nicht jeden Mist mitmachen, den Sie vorschlagen“, sagte er in Richtung Sozialdemokraten.

Da der Antrag im Hauptausschuss keine Mehrheit fand, ließ Maria Herrmann ihn für die SPD auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung setzen. Dort könnte es unter Umständen andere Mehrheitsverhältnisse geben. Aus Fristgründen kann er dort allerdings erst nächsten Monat behandelt werden.

Andreas Olbertz

Standpunkt

Ungeeignet

Ja, die CDU hat absolut recht: Eine Stadt muss ortsansässigen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Verbundenheit durch Sponsoring zum Ausdruck zu bringen. Aber der silberne Schlüssel ist dafür denkbar ungeeignet. Bei der Auszeichnung mit dem Schlüssel geht es faktisch darum, dass die Stadt einen engagierten Ehrenamtler würdigt. Wenn man dafür einen Sponsor braucht, ist man entweder pleite und sollte es deshalb lieber bleiben lassen oder sendet ein unsägliches Signal: Dein Engagement ist zwar toll, aber wert ist es uns nichts. Außerdem ist die Zahl mutmaßlicher Sponsoren, die durch die Nichtbefragung, schließlich kann jedes Jahr ja maximal einer zum Zuge kommen - ob absichtlich oder versehentlich - vor den Kopf gestoßen werden, viel zu groß. Jedes Unternehmen kann sich dann ausrechnen, an welcher Stelle es in der Wichtigkeit der Stadt steht. Ein tolles Signal.

Andreas Olbertz