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Pressespiegel

24Mär

Stormarner Tageblatt vom 24. März 2017

Rückendeckung aus Politik für den Wochenmarkt. Händler beklagen Verlegung auf den Exer ausgerechnet an den umsatzstarken Tagen.

Marktvorsitzende Birgit Winzler (hier an ihrem Stand) hat im Hauptausschuss die Kritik der Händler vorgetragen. nie/ol

Bad OLDESLOE Eigentlich sah alles nach Friede, Freude Eierkuchen aus. Einen mündlichen Sachstandsbericht zur „Vereinbarung über die Durchführung des Wochenmarkts“ sollte die Verwaltung im Hauptausschuss geben. Es habe mehrere Gesprächsrunden mit den Marktbeschickern gegeben, um den alten Vertrag an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen, teilte Bürgermeister Jörg Lembke mit: „Wir sind im Grunde so weit, dass wir unterschreiben können.“ Die Verwaltung sei lediglich etwas irritiert gewesen, dass jetzt nochmals ein Schreiben gekommen sei, wo Punkte genannt wurden, die er als längst verhandelt angesehen habe. Aber Lembke zeigte sich zuversichtlich: „Das räumen wir in der nächsten Runde aus.“

Doch dann meldete sich Birgit Winzler, Vorsitzende des Marktvereins, zu Wort. „Es geht uns hauptsächlich um die Verlegungen“, sagte sie und führte auch gleich ein konkretes Beispiel an: „Wegen einer Fischmarkt-Veranstaltung sollen wir auf den Exer umziehen. Ab 10 Uhr, das ist unsere Hauptzeit, werden dann auf dem Marktplatz die gleichen Artikel verkauft – und die hauen sie auch noch zu Sonderpreisen raus. Das ist für uns natürlich der Hammer.“

Der Bürgermeister sah die Problematik nicht. Angesichts von 100 Markttagen im Jahr, seien doch fünf Verlegungen – die sind vertraglich vereinbart – nicht gravierend. Die Realität sieht aber, zumindest in Birgit Winzlers Darstellung, anders aus. Niemand mache im Winter Veranstaltungen auf dem Marktplatz, also werde nur über die Sommermonate gesprochen und faktisch sei auch nur der Sonnabend betroffen. „Das ist unser Hauptumsatztag“, machte die Vorsitzende deutlich. Der Mittwoch sei für die Händler ein schlechter, umsatzschwacher Tag. Der Sonnabend zähle hingegen zu den umsatzstärksten Wochenmärkten im ganze Kreis. In vielen anderen Städten stürben die Wochenmärkte. „Der Mittwoch hält sich hier nur über Solidarität“, so Winzler. Attraktive Händler würden auf anderen Märkten sofort Standplätze bekommen. Das wäre dann das Todesurteil für den Oldesloer Markt.

Während der Kub-Bauzeit durften keine Marktbeschicker in den Beer-Yaacov-Weg. Das habe sich in der Vereinskasse bemerkbar gemacht. „Wir haben nur 3000 Euro für Werbung über“, erklärte Birgit Winzler: „Gegenüber Penny ist das ein Witz.“

Jörg Lembke argumentierte, dass die Stadt erst kürzlich eine hohe fünfstellige Summe in die Stromverteilung auf dem Marktplatz investiert habe. Außerdem seien die Marktgebühren seit zehn Jahren nicht angepasst worden. Lembke: „Das ist ein erhebliches Entgegenkommen der Stadt.“ Auf Nachfrage musste er allerdings einräumen, dass von den Veranstaltern der verkaufsoffenen Sonntage keine Sondernutzungsgebühr verlangt werde. „Das wäre ja auch kontraproduktiv“, so Lembke, „schließlich zahlen wir denen Zuschüsse.“

Seitens der Marktbeschicker wurde ebenfalls kritisiert, dass ein fester Ansprechpartner fehle. Birgit Winzler: „Wir müssen immer zusehen, dass wir an Informationen kommen.“

Klare Kante kam von Horst Möller (CDU): „Ich hoffe, in der Verwaltung wird die Bedeutung des Marktes gesehen. Wir dürfen keine Kontrapunkte setzen, die dem Markt schaden – dann läuft nämlich auch in den anderen Geschäften nichts mehr.“ Dieser deutlichen Ansage schlossen sich alle anderen Politiker an.

Von Wilfried Janson (Grüne) kam der Vorschlag, dass auch zwei oder drei Ausweichtage reichen müssten. „Man kann über alles reden“, antwortete der Bürgermeister. Das habe dann aber negative Auswirkungen beispielsweise auf das Stadtfest. Über das müsse nicht diskutiert werden, stellte die Marktvorsitzende klar, das sei kein Thema. „Aber wenn schon am Vortag irgendeiner Veranstaltung ein Zelt aufgebaut werden soll, dann wehren wir uns.“

Andreas Olbertz