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Pressespiegel

22Mär

Stormarner Tageblatt vom 22. März 2017

Viel Zuspruch zum Friedhofsplan. Vorstellung des Konzepts kommt bei Einwohnerversammlung gut an / Denkmalpflege signalisiert Offenheit für weitere Ideen.

Das Signal war eindeutig: Nur einer von etwa 60 Anwesenden bei der Einwohnerversammlung sprach sich gegen das Sanierungskonzept für den alten Friedhof aus.

Bereits im vergangenen Monat war das Sanierungskonzept für den alten Friedhof im Bauausschuss vorgestellt worden. Die Planer machten dabei deutlich, dass es sich bei dem Areal um ein historisch wertvolles Kleinod handele. Verschiedene Persönlichkeiten haben daran mitgewirkt. Der berühmte Architekt Alexis de Chateauneuf hat das Torhaus geschaffen, die Landschaftsarchitekten Harry Maasz und Max Karl Schwarz gestalteten die Fläche, Bildhauer Richard Kuöhl schuf die „Figur der Trauernden “ in der Rotunde – dass ist also mehr als nur eine zusehends verwildernde Parkanlage im Herzen der Stadt.

Das Gelände könnte nach Auffassung der Gutachter aufgewertet werden, indem das historische Wegekreuz wieder hergestellt wird und gleichzeitig die Trampelpfade verschwinden. Die Lindenallee um den Platz herum soll durch Baumpflege und Nachpflanzungen wieder vervollständigt werden. Der nordwestliche Treppenaufgang würde verschwinden und dafür an der Nordspitze ein Bootsanleger an der Trave mit Zugang zum Friedhof geschaffen werden. Sichtachsen sollen durch ein Lichtkonzept unterstützt werden und Infotafeln für Aufklärung sorgen.

Die Ausschussmitglieder waren sich allerdings angesichts der Kosten nicht sicher, ob das Konzept wirklich umgesetzt werden soll. Als erste Hausnummer steht eine Schätzung von 820 000 Euro im Raum. Das Gutachten war seinerzeit in Auftrag gegeben worden, weil Sanierungsbedarf an Torhaus und einigen Bäumen erkannt worden war. Aber Genehmigungen für Einzelmaßnahmen werden es nur im Rahmen eines mit der Denkmalpflege abgestimmten Gesamtkonzepts geben. Von Einzelmaßnahmen, wie der Sanierung des Torhauses, ist jetzt aber keine Rede mehr. Im Gegenteil. „Das Innenministerium fördert grundsätzlich nur Gesamtmaßnahmen“, stellte Thomas Berg vom Sanierungsträger DSK klar. Zwei Drittel der förderfähigen Kosten würden in dem Fall allerdings von Bund und Land übernommen.

Denkmalpflegerin Dr Margita Meyer stellte klar, dass nichts in Stein gemeißelt sei. Man sei durchaus für Ideen und Anregungen offen. Sie griff einen Kritikpunkt aus dem Publikum auf, dass zwar die Sanierung, nicht aber die regelmäßig Pflege gefördert werde. Aus Jersbek wisse man, wie teuer und aufwändig Lindenpflege sei. „Aus dem Pflegeauftrag kommen sie ohnehin nicht raus“, sagte die Gartenexpertin in Richtung Stadt: „Wir brauchen ehrenamtliches Engagement für das Besondere, wenn wir diese Qualitäten haben wollen.“ In Jersbek sei es gelungen, für jeden Baum einen Paten zu finden.

„Ihr Konzept unterstellt Besucherströme. Wer soll denn da lang laufen“, fragte ein Zuhörer. Die Antwort für Planer Dr. Joachim Schnitter kam prompt: „Die Umsetzung macht auch ohne Besucherströme Sinn. Eine der Qualitäten des Ortes ist es, dass man dort für sich ist.“

Die, die dort heute „lang laufen“ sind Bewohner der Innenstadt, die den kürzesten Weg zum Bahnhof nehmen – quer über den alten Friedhof. Sie äußerten Sorgen um ihren Trampelpfad. Die Planer wollen das historische Wegekreuz unbedingt wiederherstellen.

Um dem unverbindlichen Stimmungsbild bei der Einwohnerversammlung einen offizielleren Rahmen zu geben, stellte Dagmar Danke-Bayer (Grüne) den Antrag, die Stadtverordnetenversammlung möge das Konzept weiter verfolgen und umsetzen. Die müssen sich jetzt damit beschäftigen, was aber nicht bedeutet, dass sie zustimmen müssen.

Andreas Olbertz