Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

27Nov

Lübecker Nachrichten vom 27. November 2013

Tempo-30-Zone statt Flüsterasphalt

Von Kerstin Kuhlmann-Schultz

Stadtverordnete wollen mit neuem Gutachten Tempo-Beschränkung beim geplanten Kreisverkehr erreichen.

Bad Oldesloe - Es ist ein Beschluss der Europäischen Union (EU), dem die Stadt Bad Oldesloe nachkommt: Die Stadtverordneten haben am Montag beschlossen, dass der Verkehr in der Stadt leiser werden soll. Ideen dafür sind im Rahmen der Lärmaktionsplanung entwickelt worden. Demnach soll unter anderem vor dem Bau des Kreisels am Sülzberg - Baubeginn ist im nächsten Jahr - geprüft werden, ob die Einrichtung einer Tempo-30-Zone für den Bereich Kurparkallee ,Sülzberg und Mewesstraße als lärmmindernde Maßnahme gilt. Um diese und andere Fragen zu klären, haben die Kommunalpolitiker 4000 Euro für ein weiteres Gutachten locker gemacht. Das Problem: Die Maßgaben der EU im Rahmen der Umgebungslärmrichtlinie (VBUS) decken sich nicht mit den verkehrsrechtlichen Umsetzungsmöglichkeiten die in Deutschland gelten.

"Das snd zwei verschiedene Verfahren",bemängelt der Fraktionschef der Grünen, Wilfried Janson. Denn obwohl die Umgebungslärmrichtlinie im Bundesimmissionsschutzgesetz übernommen wurde, könnten die ermittelten Belastungswerte nicht als rechtliche Grundlage für verkehrsrechtliche Anordnungen wie Geschwindigkeitsreduzierungen genommen werden. Maßgebend dafür sei nämlich die Lärmschutzrichtlinie für Straßenverkehr (RLS-90). "Das ist unglücklich. Wenn wir dieses Gutachten nicht machen, haben wir keine Argumente, um Tempo-30 rechtssicher umzusetzen.

"Dabei müsse dringend etwas getan werden, denn "zehn Prozent der Bürger in Bad Oldesloe sind von zu viel Lärm betroffen". Besonders die Anwohner der Bundesstraße 208 und 75, die Anwohner der Landesstraßen L 226 (Grabauer Straße), der L 90 (Mewesstraße, Sülzberg, Pölitzer Weg) und der L 83 (Segeberger Straße). "Das ist nicht wenig, da müssen Maßnahmen ergriffen werden.

"Es ist die zweite Lärmkartierung, die die Stadt Bad Oldesloe in Auftrag gegeben hat. Schon 2007 hat es eine gegeben. "Das war die erste Stufe, hier wurden Straßen untersucht, die mehr als sechs Millionen Fahrzeuge haben",erklärt Janson. Bei der zweiten Stufe seien jetzt die Straßen unter die Lupe genommen worden mit drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr. "Es wird immer feiner geplant, es wird auch noch weitere Schritte geben", weiß der Fraktionsvorsitzende.

Er plädiert dafür, den Kreisel und die umliegenden Straßen zur Tempo-30-Zone zu erklären. Das sei kostengünstiger als sie mit Flüsterasphalt zu überziehen. Dafür gibt es in Jansons Augen auch noch einen rein praktischen Grund: "Wir wollen, dass die Fahrradfahrer mit auf den Kreisel kommen. Bei Tempo 30 ist das leichter zu realisieren als mit Tempo 50. "Zugleich, rechnet der Grünen-Politiker vor, sei bei beiden Maßnahmen die Lärmreduzierung für die Anwohner gleich, nämlich um drei bis vier Dezibel.

"Lärm macht krank", betont Uwe Rädisch (CDU), der sich den Ausführungen von Janson für seine Fraktion anschloss. Er bedauerte, dass die in den 1980er Jahren geplante Umgehungsstraße von Bad Oldesloe über Blumendorf und Sehmsdorf aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen wurde. Denn "auf die Städte kommt einiges zu. Wir werden uns über solche Umgehungen Gedanken machen müssen". Seine Vision: Das stringente Umsetzen der EU-Richtlinienwerde dramatische Folgen haben. "Sie können davon ausgehen, dass in Zukunft konsequent mit 30 gefahren wird."