Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

01Mär

Stormarner Tageblatt vom 1. März 2017

„Das ist nicht irgendeine Farbe“. Modernität im klassizistischen Bau – Oldesloes historisches Rathaus nach großer Sanierung wieder eröffnet

Modernität durch Licht soll im Treppenhaus des historischen Rathauses nach der Sanierung sichtbar werden. Olbertz

Bad Oldesloe „Beim letzten Stück habe ich doch glatt Appetit auf Gulasch bekommen“, gab Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke in seiner Eröffnungsrede für das sanierte historische Rathaus zu. Ob „Czardas“, das Natalja Klemm am Klavier und Christina Alfarano von der Musikschule an der Geige anstimmten, auch bei anderen Besuchern der kleinen Feier solche Gefühle auslöste, ist fraglich, aber einige wippten beschwingt im Takt mit.

Andere Gefühle waren allerdings deutlich wahrzunehmen – „schick“, „toll“, „beeindruckend“ waren immer wieder zu hörende Attribute. Seit 2014 ist das Rathaus saniert worden. Knapp 1,8 Millionen Euro waren in das historische Gebäude investiert worden. Jetzt ist das Ensemble mit dem Kub fertig.

Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) blickte in seiner Ansprache in die Historie zurück. 1806 sei das vom berühmten C.F. Hansen errichtete Gebäude eröffnet worden. „Damals kam man mit weit weniger Raum aus“, so Fehrmann. Ratsdiele, Parteistube, Küche „und eine besonders brandgeschützte Stadtkasse“. Vom „Verkündungsbalkon“ hätten damals die Ratsherren zum Volk gesprochen.

Die Verwaltung hat sich fast komplett aus dem Rathaus zurück gezogen. Das Trauzimmer ist quasi der letzte Rest. Aber eben ein ganz besonderer – elegant und modern. „Der Blick auf den Marktplatz wird den Paaren sicher unvergessen bleiben“, hob Bürgermeister Lembke in seiner Rede hervor. Die ersten Trauungen soll es am Freitag geben.

1,789 Millionen Euro – ohne Komma ist es das Jahr des Stadtbrandes, der einen Rathausneubau in Oldesloe notwendig machte und den dänischen Architekten und Landesbaumeister Christian Frederik Hansen überhaupt erst in die Stadt brachte – sind in die Immobilie investiert worden. Davon hat hauptsächlich die Infrastruktur profitiert, an den Räumen selber wurde kaum etwas geändert. „Es musste eine Menge gemacht werden“, sagte Brigitte Sunder-Plassmann vom gleichnamigen Architektenbüro in Vertretung ihres Mannes Gregor. Trotz des klassizistischen Gebäudes und der Diskussionen mit dem Denkmalschutz „ist eine Modernität entstanden“. Die zeige sich besonders im Lichtkonzept mit den futuristischen Leuchtern im Ratssaal sowie im Trauzimmer und den Lampen im Treppenhaus. „Das ist nicht irgendeine Farbe“, lenkte die Planerin die Aufmerksamkeit der Besucher auf ein Detail, das vielen sicher nicht aufgefallen wäre: „Das ist die Farbe, von der wir glauben, dass sie genau richtig ist.“ Offenbar muss der Anstrich zelebriert werden. „Das Beste, was man erreichen kann in einem Gebäude, ist, dass nichts stört“, so Brigitte Sunder-Plassmann. Unausgesprochen blieb, ob das erreicht wurde.

Kernstück des neuen alten Rathauses ist der Ratssaal. Er wird in Zukunft wieder für Lesungen, Kammerkonzerte oder Ausstellungen genutzt werden. Veranstaltungen im kleinen, intimen Rahmen. Der „Bühnenbereich“ wurde akustisch optimiert. Auf der gegenüberliegenden Seite der großen, ehemaligen Eingangstür wurde leider nichts verändert. Straßenlärm wird von dort weiter zu hören sein.

Oben auf dem Dachboden bestaunten einige Politiker die verbaute Haustechnik. „Sehr schön“, lobte Hans-Jochim Stolten (CDU): „Dann muss man aber auch Leute haben, die sie bedienen können.“ Im Keller ließ sich Wilfried Janson (Grüne) derweil von Kämmerin Mandy Treetzen den neuen Fernwärmeanschluss zeigen. Für SPD Fraktionsvorsitzenden Björn Wahnfried war hingegen ein Blick in das zukünftige Fraktionszimmer wichtiger.

Auch die VHS wird in das Gebäude einziehen. Ihr wurden ein Atelier und verschiedene Seminarräume hergerichtet.

Andreas Olbertz

Für die Oldesloer besteht am Sonnabend, 4. März, von 10 bis 13 Uhr die Möglichkeit, das historische Rathaus zu besichtigen.