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Pressespiegel

28Jan

Stormarner Tageblatt vom 28. Januar 2017

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Was steht da alles unter Strom?

Spendierhosen Wisst ihr eigentlich, was ihr da beschlossen habt? Manchmal kann man über Politiker nur den Kopf schütteln. Lesen die vorher, was sie beschließen? Beispiel: Zuschuss für die Marketing-Kampagne „Einkaufen in Oldesloe“. „Tolle Sache“, „endlich mal was, was auch was bringt“, „absolut unterstützenswert“, ... hieß es im Dezember im Hauptausschuss. Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen. Es gibt auch ernstzunehmende Stimmen, die durchaus etwas anderes sagen, aber sei’s drum. Gefühlt ist das gut. Und damit auch unterstützenswert. Zumal Oldesloe ansonsten ja keine großen Anstrengungen in Sachen Stadtmarketing unternimmt. Stimmt so natürlich auch nicht, aber sei’s drum. Gefühlt ist es so.

Lassen wir mal die Gefühlsduselei und wenden uns den Fakten zu, die jetzt mit der Freigabe der 25 000 Euro durch CDU und FBO geschaffen wurden: Warum soll es Aufgabe der Stadt sein, Geschäftsleuten einen Zuschuss für ihre Weihnachtsdeko zu zahlen? Warum sollen Steuergelder dafür rausgeschmissen werden, dass sich Unternehmer beim „Werkstattgespräch“ einen netten Abend machen? Wenn Ladenbetreiber ein Rabattheft rausgeben wollen, dürfen sie das gerne tun, aber muss das mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden? Im Kulturbereich wäre Antragstellern das um die Ohren gehauen worden! Von links und rechts!

Um es deutlich zu sagen: Die Blumentaschen in der Fußgängerzone sind gut – absolut unterstützenswert. Die Foto-Fähnchenkette ist eine tolle Idee. Die Fotoaktion in der Innenstadt, die roten Figuren – das bringt gute Laune, das bringt Leben, davon brauchen wir mehr! Daran sollte sich die Stadt beteiligen.

Abgefahren Die Autobahn zwischen Reinfeld und Lübeck soll eine Oberleitung bekommen. Nein, nicht die heiß diskutierte Stromautobahn, sondern Kabel, die es speziellen Lastern erlauben, mit Strom statt Diesel zu fahren. Super. Es gelingt kaum, die Fahrbahnen in Schuss zu halten und jetzt soll auch noch im Luftraum darüber rumgefummelt werden. „Keine Experimente bitte“, will man verzweifelt ausrufen.

Wenn Elektromobilität vorangebracht werden soll, dann bitte mal testweise anfangen, aber nicht auf der heiligen Autobahn.

Wie wär’s mit Oberleitungen in der Fußgängerzone. Gerade in Oldesloe könnte man damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. In ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen könnten dann an den Zugängen in Autoscooter steigen und so bequem Arzt oder Friseur erreichen. Weg mit Krückstock und Rollator, jetzt macht das Leben endlich wieder Spaß. Unsere Karikaturistin Megi Balzer hat diese Vision auf dem Papier schon mal Realität werden lassen. Wen interessiert dann noch, ob die Poller hoch oder runter sind?

Zu den High-Tech-Barrieren gibt es übrigens Neuigkeiten: Am 1. Februar sollen sie nun doch noch in Betrieb gehen. Rauf geht’s ...

Jubel, Trubel ... Jetzt ist es amtlich, auch in Bad Oldesloe wird es dieses Jahr wieder vier verkaufsoffene Sonntage geben. Blütenzauber am 2. April, Hexendorf am 7. Mai (Landtagswahl), Fischmarkt am 1. Oktober und Landmarkt mit Gourmetmeile am 5. November.

In jüngster Zeit gab es ja Aufregung über aktuelle Rechtsprechung, dass viele Sonntagsverkäufe nicht gesetzeskonform seien. Auf Oldesloe treffe das nicht zu, stellte Bürgermeister Jörg Lembke auf Nachfrage aus der Politik klar. Gemeint sei, dass da nicht nur ein Verein einen kleinen Stand in der Innenstadt haben dürfe. Hoffentlich irrt er da nicht.

Es ist ja nicht so, dass an besagten Sonntagen in der Stadt die Hütte brennt und deshalb die Geschäfte aufmachen müssten. Die Stadt nimmt vielmehr 16 000 Euro in die Hand (übrigens auch eine Form von Stadtmarketing) mit denen ein Budenzauber (hoffentlich) veranstaltet wird, der dann als Rechtfertigung für die Geschäftsleute dient. Einzig Gastronom Rainer Hinz hat es über langjähriges Engagement geschafft, mit seinem Grünkohlzelt etwas auf die Beine zu stellen, was von sich aus große Attraktivität hat und Menschenmengen anzieht.

Lembke stellte in den Zusammenhang noch etwas klar: Die Stadt organisiert die Sonntage nicht. Das muss die IG Handel alleine wuppen.

Andreas Olbertz