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Pressespiegel

17Jan

Stormarner Tageblatt vom 17. Januar 2017

Empörung bei den Eltern. Kinder nicht in fremden Räumen, mit fremdem Personal betreuen / Ausschuss überrascht.

Bad Oldesloe

Unbekannte Gesichter, neue Ansprechpartner, neue Spielkameraden und eine fremde Umgebung – ist das Grundschulkindern in der Ferienbetreuung zuzumuten? Der Elternbeirat der Stadtschule meint: „Nein, das geht nicht.“ Marion Cornehl aus dem Vorstand des Elternbeirats übergab daher in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses eine Unterschriftenliste. Mit dieser fordern – nach eigener Aussage – betroffene Eltern der Stadtschule, dass ihre Kinder in Zukunft während der Ferien in bekannten Räumen und von bekanntem Personal betreut werden. „Es ist kein Zustand, dass unsere Kinder sich für wenige Wochen auf andere Menschen einstellen müssen und das auch noch in einer Umgebung, die ihnen fremd ist“, sagte Cornehl vor dem Ausschuss. Damit habe man negative Erfahrungen gemacht.

Die Ausschussmitglieder reagierten überrascht. „Das stand natürlich so jetzt nicht auf der Tagesordnung, aber ich nehme das gerne entgegen“, sagte Matthias Rohde, als er die Unterschriften in Empfang nahm. Sabine Prinz, Direktorin der Stadtschule, erläuterte das Problem: „Die Schüler der Klaus- Groth-Schule oder der Schule im Westen werden in den ihnen bekannten Räumen betreut. Nur unsere Schüler müssen in den Ferien die Schule wechseln. Zusätzlich ist ihnen das Personal daher nicht bekannt“, so Prinz.

Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak erklärte, warum das so ist: „Es liegt an dem Unterschied zwischen der gebundenen und der ungebundenen Ganztagsschule. Die Ferienbetreuung – die ja durch die Oase angeboten wird – ist an der Schule im Westen und an der KGS auch ansonsten aktiv. An der Stadtschule eben in der normalen Schulzeit nicht“, so Sobczak. Allerdings sei es nicht so, dass die Kinder der Schule im Westen und der KGS immer in ihren Räumen blieben. „Das geht reihum. Also KGS-Schüler werden in den Ferien auch in der Schule im Westen betreut und umgekehrt“, erfuhren die Anwesenden.

„Ich möchte jetzt keinen Schnellschuss. Das bringt uns nicht weiter. Hat überhaupt jemand mit der Oase vorher gesprochen?“, fragte sich Aygün Caglar (CDU) und auch seine Parteikolleginnen stimmten ihm zu. „Das stand ja so nicht auf der Tagesordnung. Da müssen wir uns ja erst in der Fraktion beraten“, fand Hildegard Pontow (CDU).

Ein Mitglied der Initiative „Eltern für Eltern“ zeigte sich empört. „Das ist nicht tragbar. Das geht so nicht weiter“, rief er in die Sitzungsrunde hinein. Dabei wurde ein weiteres Thema aufgemacht. Die Anbindung der Schulen durch Busse sei in den Ferien so schlecht, dass die Kinder extra zur KGS oder zur West-Schule gefahren werden müssen. Das sei für viele Eltern nicht zu leisten, die auch in den Ferien berufstätig seien. „Das betrifft dann doch alle Schüler gleichmäßig, egal ob sie zur KGS, Stadtschule oder Schule im Westen gehen, oder nicht?“, hakte Angela Fehrmann (CDU) nach.

Dass neues Personal eingestellt werde, damit dem Wunsch der Eltern entsprochen werden könne, sahen CDU und FBO sehr kritisch. „Ich glaube nicht, dass die Stadtschule wieder eine Extrawurst bekommen sollte. Sie ist doch sowieso die Grundschule in Bad Oldesloe, die oft eine Sonderbehandlung bekommt“, so Rohde. Seinem Vorschlag, dass die Stadtschule einfach – zum Beispiel mit dem Schulverein – intern nach anderen Lösungen suchen solle, widersprach Sobczak: „Das kann die Schule nicht einfach eigenständig entscheiden.“

Prinz betonte, dass der Schulverein auch weder die finanziellen noch die personellen Kapazitäten habe, um einzuspringen. SPD und Grüne sprachen sich trotz der dargestellten Mehrbelastung dafür aus, dass ergebnisoffen durch die Verwaltung geprüft werden müsse, was machbar ist. „Wir haben hier einen Elternwunsch vorliegen, der auch begründet wurde. Das können und werden wir als SPD hier nicht so vom Tisch wischen“, stellte Torben Klöhn (SPD) klar. Mehrheitlich wurde beschlossen, dass die Verwaltung die finanziellen Auswirkungen eines eigenen Ferienbetreuungsmodells darlegen soll. „Ich kann nur sagen, dass es für 2017 keine Änderungen geben wird. Wir werden dann schauen müssen, ob es für 2018 andere Lösungen gibt“, so Sobczak.

Patrick Niemeier