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Pressespiegel

12Jan

Stormarner Tageblatt vom 13. Januar 2017

Vom Ausschluss im Ausschuss. Die DLRG, das Kurbad, die Tagesordnung und der Streit über Formalitäten / Erhitzte Gemüter im Oldesloer Gremium.

Bad Oldesloe

Wie geht es weiter für die Deutsche Lebensrettungsgesellschafft (DLRG) in Bad Oldesloe? Die alte Vereinsunterkunft in einer Baracke am Kurpark ist von Schimmel befallen und in einem erbärmlichen Zustand. Davon konnte sich unlängst der Bauausschuss überzeugen. In diese städtische Immobilie wird aber nicht mehr investiert – die DLRG braucht also dringend eine neue Unterkunft. Das müsste den Lokalpolitikern nach dem Ortstermin bewusst sein.

Ein entsprechender Antrag der SPD im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) wurde von CDU und FBO im Keim erstickt. Der Grund: Auf der Tagesordnung stand der Punkt „Kurbad“. Das ehemalige Kurbad neben der Schwimmhalle ist als mögliches „Vereinsheim“ im Gespräch. Darüber wollte die SPD diskutieren.

Die Verwaltung ihrerseits hatte darauf hingewiesen, dass das Kurbad den Stadtwerken gehöre und deshalb im Hauptausschuss behandelt werden muss. Das sah Annika-Katharina Dietel (SPD) ganz anders. „Sport und Vereine gehören beide in den Bereich des BSKA. Und wir wollen daher diesen Punkt hier besprechen. Von uns aus kann das auch losgelöst von der Immobilie Kurbad passieren“, sagte sie. „Wichtig ist doch, dass wir für die ehrenamtlichen Retter eine Lösung finden“, pflichtete ihr Hajo Krage (SPD) bei.

„Auf der Tagesordnung steht aber das Thema Kurbad und das gehört in den Hauptausschuss. Dann müssen Sie das Thema nächstes Mal genauer benennen“, sagte Hildegard Pontow (CDU). Der Ausschussvorsitzende Matthias Rohde (FBO) ging sogar noch ein Stück weiter. „Es ist niemand von der DLRG hier. Wir wissen gar nicht, wie da genau die Bedürfnisse sind. So wie ich das sehe, brauchen die kein festes, eigenes Gebäude“, so der FBO-Mann.

„Ich kann das alles nicht nachvollziehen. Wir stellen doch anderen Vereinen auch Räume zur Verfügung, warum sollten wir das nicht bei der DLRG machen? Warum wird das hier jetzt in Frage gestellt, anstatt darüber zu diskutieren und für den Verein eine Lösung zu finden?“, wunderte sich Dagmar Danke-Beyer (Die Grünen). „Das Thema ist uns doch insgesamt nicht erst seit gestern bekannt“, klagte ihre Parteikollegin Karin Hoffmann: „Man kann hier nur mit dem Kopf schütteln.“

Bürgermeister Lembke blieb bei seiner Haltung: „Es geht nicht darum, dass das kein wichtiges Thema ist, sondern darum, dass das Kurbad auf der Tagesordnung steht und das Kurbad gehört in den Hauptausschuss“, sagte er. „Wir beantragen dann also, dass zum nächsten BSKA das Thema DLRG als solches auf die Tagesordnung kommt“, so ein entnervter Krage. „Ich bedauere es sehr, dass wir uns jetzt hier über Formalitäten streiten. Das hilft der DLRG kein bisschen. Ich kann das nicht verstehen, warum wir nicht hier und heute versuchen, eine Lösung für den Verein zu finden. Das Kurbad ist eine Option, aber wir wären gerne bereit gewesen, hier auch andere Möglichkeiten zu diskutieren, damit man der DLRG Perspektiven aufzeigen kann. Dass einige Ausschussmitglieder hier nicht im Sinne der Ehrenamtler an einer schnellen Lösung interessiert sind, ist für mich unverständlich“, so Dietel. Mehrheitlich wurde beschlossen, das Thema Kurbad in den Hauptausschuss abzugeben. Die Diskussion darüber, wie es für die DLRG weitergehen kann, soll im nächsten BSKA auf die Tagesordnung kommen. nie