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Pressespiegel

17Dez

Stormarner Tageblatt vom 17. Dezember 2016

Stormarner Wochenschau

KARIKATUR: MEGI BALZER

Was ist heutzutage schon fair?

Kontrolle Eigentlich waren alle für die Marketing-Kampagne „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“. Im Hauptausschuss wurde viel Lob geäußert, grundsätzliche Kritik kam nicht. Aber trotzdem wurde der Sperrvermerk auf dem Zuschussantrag nicht aufgehoben – es gab schlicht keine Mehrheit.

Sind Oldesloes Politiker zu doof zu erkennen, was gut für die Stadt ist – mal wieder? Nein, sind sie nicht! Der Antrag hätte gar nicht oder zumindest nicht in der Form auf der Tagesordnung stehen dürfen. Es gibt eine Förderrichtlinie der Stadt. Darin sind Anforderungen definiert. Die müssen erfüllt werden. Punkt. Wenn sie es nicht sind, gibt es kein Geld. Im konkreten Fall waren sie es offenbar nicht, also hätte logischerweise die klare Aussage der Stadt sein müssen: Kein vollständiger Antrag, kein Geld. Eigentlich ganz einfach. Sind alle Auflagen erfüllt, wird trotzdem, vor allem im Sozialausschuss, gerne noch mal rumgekrittelt: Der Eintrittspreis muss rauf, mehr Engagement bei der Suche nach Sponsoren, muss dieses oder jenes wirklich so teuer sein? Bei dreistelligen Summen! Aber diesmal sollten 25 000 Euro einfach so durchgewunken werden? Ganz zu schweigen davon, dass alle Akteure an einen Tisch müssen. Stadtmarketing kann nur funktionieren, wenn es aus einem Guss ist. Wenn mehrere Gruppen vor sich hin wursteln, gefährdet das den Erfolg.

Prösterchen Treffer und versenkt – anders kann man den Auftritt von Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nicht beschreiben. Bislang war es usus, dass bei Sitzungen der Politiker Mineralwasser und Schorle in kleinen Flaschen bereitstand. Diesmal nicht. Es gab Saft und Karaffen mit Wasser. Die Grünen-Abgeordnete Karin Hoffmann nimmt einen ordentlich Schluck, schüttelt sich, verzieht das Gesicht, um dann in der ihr eigenen Art ihre Entrüstung kund zu tun. Der Bürgermeister schreitet ans Mikro, grinst und verkündet dann: „Wir haben nur die Beschlusslage umgesetzt – fair und nachhaltig. Was gibt es faireres und nachhaltigeres als unser gutes Oldesloer Wasser?“ Schallendes Gelächter im Saal und der Verwaltungschef wird sich so gedacht haben, jetzt habe ich denen mal ordentlich einen eingeschenkt. Kein Versehen, kein Versorgungsengpass, sondern neuer Standard in Bad Oldesloe. Bei dieser Versorgung wird es bleiben. Sowohl bei den Stadtverordneten-Versammlungen, den Ausschuss-Sitzungen und wenn der Bürgermeister Gäste hat.

Vergessen Wenn ein Projekt wie die Kreisstraße 32 nach Jahrzehnten der Diskussion und Jahren der Planung endlich fertig geworden ist, sollte man eigentlich kein Wasser in den Wein kippen, erst recht nicht, wenn es um bundeseinheitliche Regelungen geht. Es muss aber trotzdem mal sein. Die K 32 ist auch nach der Sanierung eine nette kurvenreiche Strecke geblieben. Die sieht aber nicht nur wegen des neuen Asphalts anders aus, sondern auch wegen der vielen Leitplanken, deren Zahl noch wachsen soll. Schließlich soll niemand in Bach oder Teich fahren und auch nicht an einem Baum landen. Die Planken verhindern das, sind für Motorradfahrer aber eine Falle. Wer stürzt, verliert an den Pfosten schon mal Gliedmaßen. Bei einem Etat von 4,2 Millionen Euro für 1,1 Kilometer wäre ein Unterfahrschutz sicher drin gewesen.

Rolf Blase, Andreas Olbertz