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Pressespiegel

07Jan

Stormarner Tageblatt vom 7. Januar 2017

Poller in der Versenkung. Elektronisches Absperrsystem für die Innenstadt in Programmier- und Testphase / Ab Februar Einfahrten zu.

Bad Oldesloe

Die Dinger sind längst eingebaut, doch zu sehen bekommt sie kaum jemand: Die elektronischen Poller an den Zugängen zur Fußgängerzone.

Lieferanten, Taxen, Privatwagen – die Zahl der Autos in der Innenstadt hatte deutlich zugenommen. „Die Aufenthaltsfunktion in der FGZ“ ging dadurch verloren, wie es in einem Aktenvermerk der Stadtverwaltung heißt. Deshalb ist bereits im Juli 2015 im Bauausschuss beschlossen worden, die Zugänge zu Hindenburg- und Mühlenstraße durch Poller zu blockieren. Bis auf die FBO waren alle Fraktionen dafür. Pfosten, die sich mit Schlüsseln entriegeln lassen standen dort bereits – offenbar gab es aber reichlich Schlüsselkopien, denn die Zufahrten waren fast immer offen. Abhilfe sollen elektronische Poller schaffen. Sie werden so programmiert, dass sie zum Ende der Lieferzeit (10.30 Uhr) hoch fahren. Nur Rettungsdienste und berechtigte Anlieger können sie außerhalb dieses Zeitfensters ebenfalls absenken. Bereits 2015 waren dafür 83 000 Euro im Haushalt bereit gestellt. Im Sommer 2016 wurden sie dann tatsächlich eingebaut. Und seitdem sieht man von ihnen nur die Kopfplatte.

„Der Anbieter hat uns nur die Poller hingestellt“, erklärt Thomas Sobczak, Leiter des Bürgeramts, die Verzögerung: „Dann mussten wir erst mal über den IT-Verbund die passenden Sim-Karten besorgen.“ Die seinen mittlerweile eingesetzt, die Poller sind bereit zur Kommunikation. „Die Mitarbeiter sind in der heißen Phase. Wir müssen das System hinter den Kulissen auf Herz und Nieren testen. Es hat nämlich noch ein paar Tücken“, so Sobczak weiter. Zurzeit werde die Anlage programmiert. Etwa 30 Handynummern von Anliegern und noch mal die gleiche Zahl an Transpondern müssen in des System eingepflegt werden. Nicht etwa am Computer, sondern per SMS, die vom Diensthandy verschickt werden – keine Smartphones, sondern noch alte Knochen mit mehrfachbelegten Tasten. Da wird jede Eingabe zur Fummelei. Die Auslieferung eines Administratoren-Handys habe sich verzögert. Er ist aber zuversichtlich, das System am 1. Februar starten zu können. Mit einer Einschränkung: „Nur, wenn die Betriebssicherheit zu nahezu 100 Prozent gewährleistet ist.“

An den Befahrenszeiten und -regeln für die Fußgängerzone wird nicht gerüttelt. Lieferverkehr ist in der Mühlenstraße von 6 bis 10.30 sowie von 18 bis 22 Uhr möglich. Innerhalb dieser Zeitfenster dürfen sich auch Menschen mit einem entsprechenden Behindertenausweis mit einem Taxi beispielsweise zum Arzt in die Fußgängerzone fahren lassen. In der Hindenburgstraße gab es bislang keine Ausnahmen für Lieferverkehr. Daran soll sich nichts ändern.

Menschen mit Attest, Handwerker oder Anlieger beim Umzug können bei der Verwaltung individuelle Genehmigungen beantragen. Thomas Sobczak: „Da müssen wir erst mal Erfahrungswerte sammeln.“

„Leider ist mit uns nicht mehr gesprochen worden“, beklagt Yannick Thoms, die Vorsitzende des Behindertenbeirats. Sie warte jetzt darauf, dass es konkrete, verbindliche Aussagen zur Befahrung der Fußgängerzone gebe aber auch auf Erfahrungswerte. Yannick Thoms: „Wenn etwas geändert wird, gibt es immer erst mal einen Aufschrei. Aber das kann auch ein Sturm im Wasserglas sein. Auf so einer Basis will ich nicht aktiv werden.“ Andreas Olbertz