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Pressespiegel

16Dez

Lübecker Nachrichten vom 16. Dezember 2016

Rückenwind für Oldesloe-Kampagne. Rund 80 Unternehmen sind mittlerweile dabei – Professionelles Stadtmarketing als Ziel.

Holger Mahlke zeigt den „Letter of Intent“, den viele Geschäftsinhaber unterschrieben haben. Über die Resonanz freuen sich (v. l.) Frank Schmüser (Süverkrüp), Katrin von Hinüber, Angela Dittmar und Nicole Brandstetter. FOTO: MC

Von Markus Carstens

Bad Oldesloe. Es geht weiter: Ungeachtet der Debatte um einen 25 000-Euro-Zuschuss von der Stadt für die Marketing-Agentur Prodibra wird diese die Imagekampagne„ Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“ weiter fortführen. Das gaben gestern die beiden Inhaberinnen Nicole Brandstetter und Angela Dittmar zusammen mit einigen Kooperationspartnern bekannt.

Mittlerweile unterstützen rund 80 Händler sowohl aus der Innenstadt als auch der Peripherie die Kampagne, darunter zum Beispiel auch die Autohäuser Witthöft und Süverkrüp. Prodibra hat weitere Projekte in Planung, allerdings werden diese ohne städtischen Zuschuss wohl nur in etwas abgespeckter Form realisiert werden können. „Das Gutscheinheft wird es vielleicht nur in geringerer Auflage geben“, sagt Brandstetter.

Derzeit schmücken rund 450 Dekosterne die Schaufenster der Kampagnen-Partner.„Das ist unser verbindendes weihnachtliches Element und symbolisiert unser Zusammengehörigkeitsgefühl“, so Brandstetter weiter. Zudem wurden Nikoläuse verteilt, im kommenden Frühjahr sollen die bekannten Blumentaschen wieder das Stadtbild verschönern. Die 80 Partner stellen für die gesamte Kampagne 50 000 Euro zur Verfügung, je nach Größe zahlen die Geschäfte unterschiedliche Beträge.

Und was haben die bisherigen Aktionen seit gut einem Jahr gebracht? Mithilfe von Hamburger Studenten wurden 600 Passanten befragt, die sich mehrheitlich sehr zufrieden äußerten zur Kampagne und zum Einkaufserlebnis in Bad Oldesloe. „Das hat uns gezeigt, dass es sich lohnt weiterzumachen“, sagt Nicole Brandstetter. Auch wenn sich der Erfolg schwerlich an Kundenzahlen oder steigenden Umsätzen messen lasse.

Hörgeräteakustiker Holger Mahlke allerdings berichtet von steigenden Kundenzahlen in seinem Geschäft. Er erklärt: „Als es das Kaufhaus M&H noch gab, haben meine Kunden den Besuch in der Innenstadt mit einem größeren Einkauf verbunden. Danach ging es steil bergab und seit dem Start der Kampagne kommen kontinuierlich wieder mehr Kunden.“

Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Geschäfte, die von einem Frequenzrückgang sprechen. Das ergab eine Stichprobe der LN gestern Nachmittag. Einige Händler, die anonym bleiben wollen, haben der Kampagne auch wieder den Rücken zugekehrt, weil sie sich in der Vorweihnachtszeit mehr Aktionen gewünscht hätten. Katrin von Hinüber von Möbel Koch dagegen spricht von der „besten Kampagne seit Jahren, die sicher langfristig wirken wird“. Das würden nicht nur viele Bürger, sondern auch die Politiker immer wieder betonen.

Holger Mahlke bestätigt das. Er ist seit fast 20 Jahren in der Oldesloer City ansässig und habe unterschiedliche Entwicklungen erlebt. „Die waren primär negativ, das Image der Stadt wurde immer schlechter. Das ist für die Bürger nicht gut und für die Wirtschaft auch nicht.“

Daher hat er auch einen „Letter of Intent“ initiiert, den in kurzer Zeit etwa 50 Händler und Unternehmen unterschrieben haben und der an Verwaltung und Politik ging. Darin wird ein Ausbau der Imagekampagne gefordert mit dem langfristigen Ziel eines professionellen Stadtmarketings. „Wirtschaftsförderung aus einer Hand nach Art der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn“, erklärt Mahlke.

Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) steht der Idee grundsätzlich positiv gegenüber, verweist jedoch auch auf das stadteigene Ladenflächenmanagement sowie die eigene Öffentlichkeitsarbeit. Die Kampagne „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“ sei auf jeden Fall eine „super Geschichte“. Lembke: „Wir arbeiten gut zusammen.“

Den Antrag auf den 25 000- Euro-Zuschuss erwartet Lembke unterdessen wieder auf der Tagesordnung für die nächste Sitzung des Hauptausschusses.