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Pressespiegel

16Dez

Lübecker Nachrichten vom 16. Dezember 2016

2017 geht’s dem Dreck an den Kragen. Oldesloer Stadtverordnete sind für einen Umwelttag – Verwaltung beklagt Personalmangel.

Die Grünen-Stadtverordnete Karin Hoffmann erklärte, dass ein Umwelttag das Wir-Gefühl der Oldesloer stärken und der Wegwerfmentalität

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Den Dreckecken in der Kreisstadt soll der Kampf angesagt werden. Mindestens aber einmal im Jahr soll es wieder eine konzertierte Putzaktion in Bad Oldesloe geben. Das hat sich die Grünen- Fraktion auf die Fahnen geschrieben und einen entsprechenden Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Ein Umwelttag helfe dabei, der „Vermüllung“ von Parks und Straßenrändern in der Stadt entgegenzuwirken. Die Aktion sei im Sinne der Kampagne Kommunaler Unternehmen zumal ein steter Anstieg von Einwegverpackungen oder Wegwerfbecher zu verzeichnen sei.

Initiatorin Karin Hoffmann (Grüne) erklärte, dass mit der Einführung des Umwelttags gleich zwei Effekte erzielt würden, nämlich das Wir-Gefühl der Oldesloer zu stärken und gleichzeitig die Öffentlichkeit für die negativen Folgen der Wegwerfmentalität zu sensibilisieren. Mit dem Service-Telefon gegen den Schmutz auf den Straßen Bad Oldesloes sei ja schon ein Anfang gemacht worden.

Ein wenig pikiert berichtete Karin Hoffmann, dass sie bereits im März dieses Jahres hatte anregen wollen, dass die früher einmal so erfolgreiche Putzaktion wiederbelebt werden solle. Da dies als zu kurzfristig betrachtet worden sei, setze sie nun alle Hoffnung darauf, dass bis zum Frühjahr 2017 genug Zeit gegeben sei, um die Aktion vorzubereiten. Sehr gewundert habe sie sich allerdings, dass der Bürgermeister einfach gesagt habe, die Stadt mache nicht mit. „Die Verwaltung soll doch gar nicht putzen“, empörte sich Karin Hoffmann. Es gehe doch nur darum, dass jemand die Sammelaktion koordiniere und „nicht jeder wie wild mit dem Müllsack herumlaufe“.

„Da es sich um eine politische Angelegenheit handelt, steht es mir nicht zu, die Sinnhaftigkeit des Antrags zu bewerten“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke. Er habe Grünenfraktionschef Wilfried Janson gegenüber lediglich erwähnt, dass es wohl nicht möglich sei, eine solche Aktion an einem Wochenende zu begleiten. Derzeit gebe es 25 unbesetzte Stellen in der Verwaltung. Die Mitarbeiter würden bereits 9632 Überstunden vor sich herschieben. Zudem zwinge ihn eine neue Dienstverordnung dafür zu sorgen, dass gar nicht erst neue entstehen. Die Verwaltung sei gern bereit, die Initiatoren dabei zu unterstützen, die Müllsäcke an Organisationen zu verteilen und dafür zu sorgen, dass alles am Montag abgeholt werde.

Als Kompromiss stand zwischenzeitlich im Raum, den Umwelttag in den Sommer zu verlegen, wenn auch der Klimamanager der Stadt wieder aus der Elternzeit zurückkehre.

Hendrik Holtz (Linke) nahm die Debatte zum Anlass, generelle Kritik an der Personalpolitik zu üben. Er habe sich stets für eine bessere Struktur eingesetzt, während andere Parteien den Kahlschlag in der Oldesloer Verwaltung gefordert hätten.„Wenn jetzt schon ein Putztag nicht mehr möglich ist. Wie viele Aufgaben bleiben denn noch liegen?“, fragte er in die Runde und plädierte dafür, lieber großzügiger bei der Einstellung von Verwaltungspersonal zu planen als den Service in der Stadt noch weiter abzubauen.

„Die Verwaltung muss für den Umwelttag mobilisieren, Vereine und Verbände anschreiben. Das müsste doch machbar sein“, argumentierte Wilfried Janson (Grüne). Letztlich sei für eine solche Aktion das Veranstaltungsmanagement der Stadt Bad Oldesloe zuständig. Auch CDU und Freie Bürger für Bad Oldesloe sprachen sich letztlich dafür aus, dass es im kommenden Frühjahr einen Umwelttag geben soll.