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Pressespiegel

07Dez

Lübecker Nachrichten vom 7. Dezember 2016

Freie Bahn fürs Street-Workout. Mehrausgaben: CDU enthielt sich – Bürgermeister gab für den Skaterpark schon sein OK.

Um diese Fläche soll die bereits bestehende Skaterbahn am Exer in Bad Oldesloe erweitert werden. Geplant ist, dort Hindernisse und Trainingselemente aufzustellen, die besonders anspruchsvoll sind. Dazu gehören etwa „Flat Combi“, „London Gap“ oder auch „Bank Hip“. FOTO/GRAFIK: KAUP LA

Bad Oldesloe. Mit besorgten Blicken verfolgten am Montagabend junge Sportler von den Besucherplätzen aus die Debatte im Oldesloer Bau- und Planungsausschuss. Denn ob der neue Street-Workout-Parcours, den sie sich sehnlich wünschen, auf dem Exer tatsächlich gebaut wird, steht und fällt mit der Entscheidung der Politik. Zumal das Gremium aufgefordert war, über eine Mehrausgabe für die Fitness-Anlage unter freiem Himmel zu befinden. Die geplante Erweiterung der Skateranlage um einige anspruchsvolle Elemente wird zwar auch teurer, aber die zusätzlich benötigten 15 000 Euro hat Bürgermeister Jörg Lembke schon als überplanmäßige Ausgabe in Eigenregie bewilligt.

Für das Street-Workout waren 65 000 Euro pauschal in den städtischen Haushalt eingestellt worden. Die Feinplanung der Anlage hatte inzwischen aber ergeben, dass diese Summe nicht ausreichen wird. Die tatsächlichen Kosten belaufen sich auf 90 000 Euro. Ulrike Köper vom Tiefbauamt erläuterte, dass dieses Geld durchaus vorhanden sei, da bei der Neugestaltung des Stadtschulhofes gespart werden konnte.

Das vermochte nicht alle Ausschussmitglieder zu überzeugen. „Meine Fraktion tut sich schwer mit überplanmäßigen Kosten“, sagte Uwe Rädisch (CDU). Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt möge niemand der Aufhebung des Sperrvermerks zustimmen. „Vor drei Jahren hätte ich gesagt: ’Ist in Ordnung.’ Aber bei einer Kreditaufnahme von 4,4 Millionen Euro müssen wir bei Ausgaben sparen“, sagte Rädisch.

Seiner Bitte, die Entscheidung noch um einen Monat zu verschieben, mochte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) nicht folgen. Sie warnte davor, wieder einmal ausgerechnet ein Beteiligungsprojekt fallen zu lassen. „Ich war erstaunt, wie viele junge Leute daran mitgewirkt haben. Es ist so super gelaufen und wir hatten ein zufriedenstellendes Ergebnis“, sagte sie. Deshalb solle die Politik nun ein Signal setzen und nicht erneut zum Frust der Jugendlichen beitragen.

„Es ist einfach begeisternd, was die jungen Leute heute so machen“, sprach sich auch Friedrich Kümmel, als bürgerliches Mitglied für die Freien Bürger für Bad Oldesloe im Ausschuss, für das Projekt aus. Ulrike Köper wies darauf hin, dass sich die Jugendlichen sehr verständnisvoll gezeigt hätten, dass nicht alles gebaut werden könne, was gehe. Immer wieder sei aufs Neue berechnet und abgespeckt worden, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Dem pflichtete auch Planer Karl Kaup zu.

„Ich bin von der Notwendigkeit des Platzes überzeugt“, sagte Hans-Hermann Roden (SPD). Es könne nicht sein, dass Projekte, an denen Kinder beteiligt werden, aufgrund finanzieller Bedenken erst dann realisiert werden, wenn sie als Jugendliche die Schule verlassen. Insofern seien die Aufhebung des Sperrvermerks und die zusätzlichen Ausgaben gerechtfertigt.

Rädisch merkte an, seine Fraktion wolle der Entscheidung für das Projekt nicht im Wege stehen und kündigte an, seine Fraktion werde sich enthalten. Die anderen Ausschussmitglieder stimmten dafür, so dass mit sieben Ja-Stimmen eine Empfehlung an die nachfolgenden Gremien ergeht, die Mehrkosten der Anlage ebenfalls zu billigen.

Am heutigen Abend befasst sich der Oldesloer Finanzausschuss erneut mit dem Thema, Beginn 19 Uhr. Die finale Entscheidung fällen die Stadtverordneten am Mittwoch, 14. Dezember.

Sorgfältig geplant

Zwei Workshops gab es zur Planung des Street-Workout-Parcours. Zwischen Kunstrasen und Minigolfplatz soll eine 200 Quadratmeter große Fläche mit verschiedenen Barren und Stangenelementen für Klimmzüge, Handstand und Liegestützen sowie eine 2,55 Meter hohe Betonwand zum Hochlaufen errichtet werden. Damit sich niemand verletzt soll um die Geräte ein Fallschutz aus Kunststoff verlegt werden.