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Pressespiegel

05Nov

Stormarner Tageblatt vom 5. November 2016

Stormarner Wochenschau

Praktische Haushaltsdisziplin: Die Kreisabgeordneten verlegen die Router-Anschlusskabel für ihr WLAN nach und nach selbst!

Alles muss raus, zu jedem Preis

Schutzwall Bad Oldesloes Bürgermeister fackelt nicht lange. Kaum im Amt, riskiert Jörg Lembke mal eben ein Scheitern der jahrelangen Verhandlungen um einheitliche Pachtverträge für die Oldesloer Sportanlagen.

Nun liegen endlich unterschriftsreife Papiere vor, da kommt vom Verwaltungs-Chef im Sozialausschuss die Forderung, freie Zeitfenster auf Oldesloer Sportanlagen nicht mehr an auswärtige Vereine zu vergeben. Ausnahmen dürfen nur von der Verwaltung genehmigt werden. Da klappte einigen erst mal der Unterkiefer runter. Klar baut die Stadt ihre Sportplätze für die eigene Bevölkerung. Aber ungenutzte Zeiten können doch auch von auswärtigen Vereinen genutzt werden. Natürlich nicht umsonst. Aber sie zahlen ja auch einen Obolus.

War Bad Oldesloe nicht auch froh, dass die Schwimmer während der elendig langen Umbauphase des Hallenbads in umliegenden Badeanstalten Asyl bekamen? Will Bad Oldesloe nicht als Einkaufsstadt attraktiv für das Umland sein? Als Arbeitsstätte, als Schul- und Kulturstandort? Aber Sportlern zeigen wir die kalte Schulter? Ganz ehrlich: Das passt nicht zusammen.

Ausgezeichnet Ehre wem Ehre gebührt. Deshalb sind in Kiel jetzt mal wieder verdiente Kommunalpolitiker mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel ausgezeichnet worden. Unter ihnen auch Oldesloes Bürgerworthalter Rainer Fehrmann. Der CDU-Politiker ist nun wirklich schon so lange engagiert, seit 18 Jahren mischt er in der Stadtverordnetenversammlung mit. Da kommt schon einiges an Posten und Verdiensten zusammen. Die alle aufzuzählen dürfte den Rahmen so einer kleinen Feier in Kiel schnell sprengen. Vermutlich war das der Grund, dass Innenminister Stefan Studt Fehrmanns Stiftungsvorsitz bei St. Jürgen nicht thematisierte. Dabei hat der Bürgerworthalter (und seine Vorstandskollegen) da all die Jahre so viel Zeit und Energie reingesteckt, sich regelrecht aufgerieben für Stiftung und Altenheim ... okay, St. Jürgen musste jetzt zwangsgeräumt werden und die Jahrhunderte alte Stiftung ist inzwischen in der Insolvenz, aber das ändert ja nichts an der da investierten Zeit.

Alles neu Mein lieber Scholli. Änderungsliste für die Finanzausschussklausur. Und was steht da so drin? 20 000 Euro mehr für bauliche Unterhaltung. Dahinter versteckt sich „Renovierung Büro BGM“. 20 000 Euro für ein Büro? Komisch, von Bary war doch kein Messi, sein Büro sah immer ordentlich aus. Da braucht es doch keinen neuen Besen, um dort mal gut zu kehren. Aber wenn die Stadtverordneten das durchwinken – wir haben es ja.

Fähnchen Und noch so ein Posten aus der Liste: 25 000 Euro „Zuweisungen und Zuschüsse für lfd. Zwecke private Unternehmen“. Hä? Aber auch der Betrag lässt sich erklären. Die Stadt unterstützt die Aktion „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“. Stadtmarketing! Wichtig! Komisch nur, dass bei der offiziellen Präsentation der Portrait-Wimpel weder die städtische Öffentlichkeitsarbeiterin Agnes Heesch, noch Innenstadtmarketing Fachfrau Inken Koch anwesend waren. Seltsam. So hoch kann das Thema dann wohl doch nicht angesiedelt sein.

Kabelage 50 000 Euro für W-Lan in den Sitzungsräumen des Kreises? Diese Summe ließen manchen Kreispolitiker staunen. Aber wenn die IT des Veto für eine Nutzung der eigenen Server gibt, muss ein ganz neues Netz installiert werden. Teuer am kabellosen Netz des Kreises sind also die Kabel. Die Lösung, die unser Karikaturist gefunden hat, ist wohl ebenfalls nicht machbar – schon aus Sicherheitsgründen.

Stress Das sagt man einfach so leichtfertig, wie gut es die anderen, vor allem die Bayern, mit ihren Feiertagen haben. Nur im Norden gibt’s nichts extra. Aber man vergisst dabei, was für ein Stress diese Feiertage sind. Einmal, nach 500 Jahren, soll der Reformationstag gefeiert werden, und schon kommt die Planung der Kreistagspolitik in Schwulitäten. Der 31. Oktober 2017 ist der Dienstag nach den Herbstferien, so dass einige noch im Urlaub sein dürften. Am letzten Oktober-Wochenende treffen sich traditionell die Fraktionen zu ihrer Haushalts-Klausur. Vorher geht das nicht, weil Ferien sind. Davor liegen die Zahlen aus der Kämmerei noch nicht vor. Und später geht nicht, weil der Finanzausschuss am 30. Oktober tagt. Um eine Woche nach hinten schieben? Geht laut Verwaltung nicht, weil man den Vorlauf für den Druck brauche, wenn der Haushalt zum Kreistag am 15. Dezember vorliegen soll. Was tun? Kann Stormarn noch schnell katholisch werden? Oder ist das nur ein Trick der Kreisverwaltung, um die Digitalisierung voranzutreiben. Dann kann sich jeder den Haushalt herunterladen und zu Hause ausdrucken. Muss man sich nur überlegen, welchen Stress man lieber hätte.

Rolf Blase Andreas Olbertz