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Pressespiegel

15Nov

Regenwasserleitung durchkreuzt Baupläne

Der Oldesloer Bau- und Planungsausschuss ist in der Zwickmühle: Sollen Bäume gefällt oder Mehrkosten geschluckt werden?

Lübecker Nachrichten vom 15. November 2013

Bad Oldesloe - Ein Legat aus der Vergangenheit hat bei der Planung des neuen Wohngebiets am einstigen Kreiswehrersatzamt in Bad Oldesloe für eine Überraschung gesorgt. Das Gelände zwischen Klaus-Groth-Straße und Berliner Ring durchzieht eine groß dimensionierte Entwässerungsleitung. Beim Verkauf der ehemals bundeseigenen Immobilie sei ihre Existenz offenbar verschwiegen worden, hieß es im jüngsten Bau- und Planungsausschuss.

Den optimalen Standort für das Mietshaus auf dem Gelände zu finden,ist dadurch ungleich komplizierter geworden. Denn laut Stadtwerkeleiter Jürgen Fahl darf die 600er Leitung nicht überbaut werden; sie müsse jederzeit für Instandsetzungsarbeiten erreichbar sein. Das aber wäre der Fall, wenn das Mietshaus so in das Areal eingefügt wüGrürde, wie es SPD und Grüne im Bauausschuss vorgeschlagen hatten. Demnach sollte der Baukörper möglichst weit von einem im Osten gelegenen Grünstreifen platziert werden, um zu vermeiden, dass Bäume gefällt werden müssen. Bei einem öffentlichen Beteiligungsverfahren hatte auch die Forstbehörde gefordert, genügend Abstand zum Wald einzuhalten.

Stadtwerkechef Fahl präsentierte eine Variante. Um den Konflikt auszuräumen, könne die Leitung unterhalb des Grüngürtels verlegt werden. Das verursache indes Mehrkosten von 27 000 Euro. Fahl merkte zudem an, dass der Kreis eine spezielle Aufbereitungsanlage an diesem Standort fordere. Da sich die Leitung in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße befinde und deshalb größere Verschmutzungen wie etwa Öl mit dem Regenwasse reingespült würden, müsse es speziell gereinigt werden. Doch diese Investition in Höhe von 40 000 Euro falle ohnehin an, unabhängig davon, ob die Leitung verlegt werde.

Mit diesen Informationen ausgestattet, ging die Suche nach einer für alle akzeptablen Variante in eine neue Runde. SPD und Grüne sprachen sich nach einer kurzen Beratung für Vorschlag eins aus. Sie sieht vor, dass das L-förmige Gebäude möglichst weit vom Baumbestand im Osten entfernt errichtet wird. "Der Naturschutz hört nicht mit dem Geld auf", begründete SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann die Entscheidung.

Die Christdemokraten ließen durchblicken, dass sie von einer teureren Variante Abstand nehmen wollen. Uwe Rädisch gab zu bedenken, dass die Bäume im Böschungsbereich möglicherweise auch beim Leitungsbau Schaden nehmen könnten. Insofern sei zu überlegen, ob nicht doch der dritten Variante der Vorzug gegeben werden sollte. So lasse sich der Baukörper ganz nach rechts verschieben und die Leitung bleibe auf jeden Fall frei. Die abgeholzten Bäume könnten an anderer Stelle aufgeforstet werden.

"Aufforsten ist nie ein Ersatz für das, was gefällt wurde. Die Aussagen der Unteren Naturschutzbehörde dazu sind ja auch eindeutig",merkte Maria Herrmann an.

Da die Abstimmung auf eine klassische Pattsituation hinausgelaufen wäre, verzichteten die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses darauf, ihre Hand zu heben. Sie wollen innerhalb ihrer Fraktionen erneut beraten. Investor Uwe Hauschild dazu: "Ich hatte zwar vor, im März zu bauen. Das ist jetzt nich tmehr umsetzbar. Also lassen Sie sich Zeit mit ihrer Entscheidung. "dvd